Weihbischof Lohmann eröffnet Ida-Woche

Für Rolf Lohmann war es ein Heimspiel: 14 Jahre war er Pfarrer und Wallfahrtsrektor in Herzfeld gewesen. Am 8. September eröffnete er erstmals als Weihbischof die traditionelle Ida- und Heimatwoche im ältesten Wallfahrtsort Westfalens. „Ich freue mich, hier zu sein und die Heilige Ida zu ehren, die uns auch heute noch so viel zu sagen hat“, erklärte Lohmann zu Beginn des festlichen Gottesdienstes, bei dem unter anderen die Pfarrer Jochen Kosmann und Ulrich Liehr sowie Propst Dr. Michael Langenfeld aus Telgte am Altar standen. Die Ida-Woche steht in diesem Jahr unter dem Leitwort „Wohin sollen wir gehen?“

Mit einem Festgottesdienst eröffnete Weihbischof Rolf Lohmann die Ida-Woche.

© Bistum Münster

Weihbischof Lohmann segnet die erste Station des neuen Kreuzweges.

Weihbischof Lohmann segnete die 14 Stationen des neuen Kreuzweges rund um die Wallfahrtsbasilika.

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Das sei nicht nur eine zentrale Frage für jeden Einzelnen und für jede Pfarrei, sondern für die ganze Kirche, verdeutlichte Weihbischof Lohmann in seiner Predigt. „Die Heilige Ida und auch Jesus können uns Vorbilder sein“, erklärte er. Mit ihren Haltungen zum Leben forderten sie auf, zu den Menschen zu gehen. „Zu allen Menschen“, betonte Lohmann, „auch zu denjenigen, die sich von der Kirche abgewandt haben und sie nicht mehr verstehen.“ Kirche dürfe sich nicht um sich selbst kreisen, griff der Weihbischof die Worte von Papst Franziskus auf. „Wir dürfen uns nicht aufhalten mit zu vielen Strukturen, mit Kontrolle und kleinteiliger Buchführung. Stattdessen braucht es Geist, Esprit, neuen Mut und Zuversicht“, sagte Lohmann. 

Wie die Heilige Ida es vorgelebt habe, brauche es auch heute Glaubenszeugen – gerade angesichts der nötigen Reformen in der Kirche. „Vielleicht haben wir mit manchem zu lange gewartet, aber eines ist klar: Kirche ist immer Kirche im Hier und Jetzt“, betonte der Weihbischof. Christen könnten deshalb nicht rückwärtsgewandt sein, hätten keinen Grund, sich zurückzuziehen. „Unser Dienst ist klar“, verdeutlichte Lohmann: „Da sein, wo wir gebraucht werden, Gegenwart gestalten, Widerstand leisten, wo das Evangelium nicht beachtet und die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird, Fundamentalismus und Nationalismus entgegentreten, für eine Kirche eintreten, die aus den Fehlern zu lernen bereit ist.“

An dem Gottesdienst, der musikalisch vom Ida-Chor, dem Blasorchester Stromberg und Basilikaorganist Jörg Bücker gestaltet wurde, nahmen Pilgergruppen aus Oestinghausen, Sünninghausen und den Lippetaler Ortschaften teil. 

Im Anschluss an den Gottesdienst segnete Weihbischof Lohmann den neuen Kreuzweg, der am Ida-Pavillon neben dem Bertgerus-Kindergarten beginnt und am Pfarrhaus vorbei bis zur Basilika führt. Die 14 Stationen sind aus wetterbeständigem Stein gefertigt und mit Bronzetafeln ausgestattet, die die Propstei St. Marien in Telgte der Herzfelder Wallfahrtspfarrei aus einer profanierten Kirche – der Heimatkirche von Pfarrer Kosmann – vermacht hatte. Gestaltet sind die Reliefs von dem Künstler Hans Dinnendahl (1901 – 1966), dessen Werke sich in mehreren Kirchen des Bistums finden. 

Abschließend empfing das renovierte Pfarrhaus den bischöflichen Segen. Ein Jahr lang wurde es energetisch auf den neusten Stand gebracht, der Brandschutz wurde verbessert und die Raumabteilung optimiert. So befinden sich nun im Erdgeschoss das Pfarrbüro und weitere Einzelbüros, im Obergeschoss behält Pfarrer Kosmann seine Wohnung. 

In Planung ist derzeit außerdem ein „Ida-Gedenkweg“, der ist Wegstrecke des bisherigen Kreuzweges aufnimmt und durch die Lippeauen führt. „Auf sechs Glasstelen soll das Leben der Heiligen Ida von Herzfeld auf ansprechende und innovative Art und Weise nachhaltig erlebbar gemacht werden“, kündigte Kosmann an. 

Ann-Christin Ladermann 

Mit der Reliquie der Heiligen Ida erteilte der Weihbischof am Ende des Gottesdienstes den Ida-Segen.

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