Weltmissionsmonat in Münster eröffnet

, Bistum Münster

„Mission LEBEN“ – so war das weltkirchliche Erntedankfest überschrieben, das das internationale katholische Hilfswerk Missio Aachen, das Bistum Münster sowie die Katholische Landvolkbewegung (KLB) und die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) am 6. Oktober auf Münsters Domplatz gefeiert haben. Gemeinsam mit Vertretern der Kirche aus Nordostindien – der diesjährigen Partnerregion – wurde damit bundesweit die Missio-Aktion zum Weltmissionssonntag am 27. Oktober eröffnet.

Mit den Gästen aus Nordost-Indien feierten viele Gläubige den Gottesdienst auf dem Domplatz.

Mit den Gästen aus Nordost-Indien feierten viele Gläubige den Gottesdienst auf dem Domplatz.

© Bistum Münster

Was das Leitwort des Weltmissionsmonats – „Wir Gesandte an Christi statt“ – bedeuten kann, machte Münsters Bischof Dr. Felix Genn deutlich: „Wir alle sind als Christinnen und Christen dazu aufgefordert, zu den Menschen hinzugehen, von Jesus zu erzählen. Die Touring Sisters, die im Nordosten Indiens in die entlegenen Dörfer gehen und dort mit den Menschen eine Weile leben, können uns ein Vorbild sein.“ Und er sagte weiter: „Jeder ist dazu aufgefordert, das Gut unserer Schöpfung zu bewahren. Jeder kann etwas tun, und darauf achten, zum Beispiel beim eigenen Konsum.“

Verbindendes Element von „Mission LEBEN“ war die Verantwortung für die Schöpfung. Sowohl das Landvolk in Deutschland als auch die Menschen im Nordosten Indiens leben besonders eng in und mit der Landwirtschaft. Die elf Ordensschwestern, Priester und Bischöfe, die seit der vergangenen Woche im Bistum Münster zu Gast waren, kommen aus einer politisch instabilen und wirtschaftlich wenig entwickelten Region. Die Landwirtschaft ist dort für die allermeisten Menschen alternativlose Lebensgrundlage.

Das Thema Nachhaltigkeit hat das Bistum selbst übrigens bei der Durchführung der Großveranstaltung umgesetzt. So wurde das Liederheft zum Gottesdienst auf umweltzertifiziertem Papier gedruckt und an den Verpflegungsständen wurde kein Plastikgeschirr ausgeteilt.

 „Unser Auftrag als Kirche ist einfach und schwierig zugleich. Es gilt mit langem Atem Not und Leid zu lindern, Perspektiven zu eröffnen und so zu zeigen, wie Gott ist“, sagte der neue Missio-Präsident, Pfarrer Dirk Bingener. „Dabei ist uns die Kirche von Nordostindien ein guter Partner in der Verbindung von Seelsorge und kirchlicher Sozialarbeit in den entlegensten Regionen des Landes“, betonte Bingener. Er feierte in Münster seine Premiere als Missio-Präsident.

Dem Gottesdienst schloss sich ein buntes Fest im Schatten des St.-Paulus-Doms an. So lud Moderatorin Steffi Heinrich zu unterschiedlichen Talks auf die Bühne. Themen waren dabei sowohl die Rolle der Frau auf dem Land als auch die sozialen Missstände in Nordost-Indien wie der Menschenhandel auf den Teeplantagen oder der illegale Kohleabbau. Immer wieder wurde Engagement der Kirche auf dem Land hervorgehoben.

Auch die Sieger der Handy-Sammelaktion der KLJB zugunsten von Missio wurden geehrt: 3561 Altgeräte sind im August im gesamten Bistum zusammengekommen. „Das ist ein tolles Ergebnis, ein super Engagement“, dankte Bernd Hante, Diözesanpräses KLB und KLJB. Auch vom weltkirchlichen Erntedankfest zeigte er sich begeistert: „Ich denke, dass wir den Gästen aus Nordost-Indien etwas mitgeben konnten und auch wir haben etwas lernen können“, sagte er.

Ein positives Fazit zogen auch die Gäste aus Nordost-Indien. „Wir haben viel kennengelernt und die Menschen im Bistum haben uns freundlich empfangen. Austausch und Begegnung sind wichtig, um den jeweils anderen zu verstehen“, war die einhellige Meinung.
In den vergangenen Tagen hatten die elf nicht nur die Bischofsstadt Münster kennengelernt, sondern auch die unterschiedlichen Regionen des Bistums. Sie waren in Borken-Gemen, Recklinghausen, Lüdinghausen, Freckenhorst, Dülmen-Hiddingsel, Greven und Nienberge zu Gast; erkundeten unter anderem die Jugendburg, die Gastkirche und eine Bäckerei, besichtigten einen großen landwirtschaftlichen Betrieb und feierten Erntedankgottesdienste.

Auch Münsters Missio-Diözesandirektor, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, zeigte sich zufrieden: „Wir haben ein großartiges Fest des Glaubens gefeiert, das hoffentlich hinausstrahlt in die Kirche und die Gesellschaft.“

Am Montag, 7. Oktober, geht es für die Gäste weiter nach Aachen und von dort aus in die unterschiedlichen Bistümer, bevor die bundesweite Missio-Aktion zum Weltmissionssonntag am 27. Oktober in Bamberg beendet wird.

Julia Geppert