100 Stunden Grundausbildung haben sie zuvor absolviert. Mit der Beauftragung ist die Ausbildung jedoch noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Monaten werden die neuen Ehrenamtlichen von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet. Gemeinsam bereiten sie erste Einsätze vor und sammeln praktische Erfahrungen. Darüber hinaus absolvieren sie Praktika bei Polizei und Rettungsdienst, um die Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften weiter kennenzulernen und zu vertiefen.
Der evangelische Superintendent Wolfram Syben stellte in seiner Predigt die besonderen Herausforderungen dar, denen Notfallseelsorger im Einsatz begegnen und unterstrich, dass sie gerade deshalb in eine gute Gemeinschaft eingebunden sein müssen. „Sie haben einen gemeinsamen Auftrag, darauf entwickelt sich ein Gemeinschaftsgefühl, das trägt und stärkt“, erklärte er. Wichtig sei es jedoch auch, die eigenen Kräfte gut einschätzen zu können und auch zu erkennen, wann die eigene Kraft an eine Grenze kommt. „Bitte haben Sie sich bei allem Engagement selbst gut im Blick“, wandte er sich an die neu Beauftragten. Dann könnten sie den Menschen „Geborgenheit im Strudel des Unglücks“ geben, „Sie halten das mit aus, wenn eine Katastrophe eine Familie nach unten reißt. Sie werden in Ihrem Dienst Menschen begleiten, die in einer tiefen Krise gefangen sind. Wir sind sehr dankbar dafür.“
Der Dank galt ebenso Pastoralreferent Peter Bromkamp, der bislang mit seiner evangelischen Kollegin Kerstin Pekur-Vogt die Notfallseelsorge in den Kreisen Kleve und Wesel koordiniert hat. Die Koordination für den Kreis Kleve hat er nun an Frank Ingendae aus Kevelaer übergeben, für den Kreis Wesel bleibt er weiterhin zuständig. Kreisdekanatsgeschäftsführer Patrick de Vries lobte das Engagement Bromkamps. „Du hast den Dienst 2020 übernommen, neue Strukturen aufgebaut und dafür gesorgt, dass viele neue Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger ausgebildet wurden“, dankte de Vries.
Die Notfallseelsorge ist ein unverzichtbarer Bestandteil der psychosozialen Akuthilfe. Getragen wird sie gemeinsam von der evangelischen und der katholischen Kirche am Niederrhein. Alarmiert wird sie durch Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst, wenn Menschen plötzlich mit einem schweren Schicksalsschlag konfrontiert werden. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Begleitung von Angehörigen nach plötzlichen Todesfällen, die Betreuung nach erfolglosen Reanimationen, die Unterstützung bei der Überbringung von Todesnachrichten sowie die Begleitung nach schweren Verkehrsunfällen, Bränden oder anderen belastenden Ereignissen.
Christian Breuer

