Inventarisierung des mobilen Kunstguts
im Rahmen eines sechsjährigen Projekts (2023-2029) der Arbeitsstelle für Christliche Bildtheorie unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Köster wird das materielle christliche Kulturerbe in den Kirchen und Kapellen des nordrhein-westfälischen Teils des Bistums Münster digital erschlossen, die Forschungsdaten publiziert und in digitalen Vermittlungsformaten präsentiert.
Das Forschungsprojekt wird vom Bistum Münster gefördert und in Zusammenarbeit mit der Gruppe Kunstpflege der Abteilung Kunst und Kultur im Generalvikariat des Bistums Münster durchgeführt. Für das Gelingen des Projekts ist die Kooperation der Gemeinden von großer Bedeutung: So konnten aktuell bereits digitale Inventare für 120 Kirchen und Kapellen angelegt werden. Als Teil der Forschungsdatensammlung zum christlichen Kulturerbe ist die Inventarisierung der Kunstschätze in den Sakralräumen für die Pfarreien komplett kostenneutral. Es geht dabei nicht um die Ermittlung von Werten, sondern in erster Linie um die Erfassung und Dokumentation der Kunst- und Kulturgüter wie im Kirchenrecht verankert (CIC, Can. 1283).
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker, die auf die digitale Inventarisierung von christlichem Kulturgut spezialisiert sind und die kirchenaufsichtliche Genehmigung des Diözesankonservators Prof. Dr. Thomas Flammer für diese Tätigkeit besitzen. Sie werden systematisch zu sämtlichem beweglichen Kunstgut Objektdaten erfassen sowie eine kunsthistorische Beschreibung und hochauflösende dokumentarische Fotografien anlegen. An ausgewählten Orten werden zusätzlich Drohnenaufnahmen erstellt.
Zur künstlerischen Ausstattung der Kirchen und Kapellen zählen unter anderem: Altäre, Ambos, Kirchenmobiliar (Beichtstühle, Chorgestühle, Kirchengestühl, Kniebänke, Kommunionbänke), Kanzeln, Kreuzwege, Sakramentshäuschen, Tabernakel, Taufbecken; Epitaphien, Kreuze, Kruzifixe, Plastiken, Skulpturen; Glasmalereien; Vasa (non) Sacra (Metallarbeiten, Gerätschaften der Liturgie); Decken- und Wandmalereien, Gemälde, Ikonen, Mosaike, Tafelmalereien, Zeichnungen; Paramente (Antependien, Baldachine, Bursen, Dalmatiken, Fahnen, Fastentücher, Kaseln, Manipel, Pluvialen, Stolen, Velen).
Der Besuch zur Inventarisierung wird mit Vorlaufzeit in einem ausführlichen Schreiben angekündigt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besprechen im Anschluss die Terminvereinbarung mit den Küsterinnen und Küster. Falls Sie Restaurierungsberichte, alte Kirchenführer oder weitere Literatur vor Ort gesammelt haben, werden diese Informationen gerne aufgenommen. Im Anschluss werden die Forschungsdaten zur Verfügung gestellt.
In den nächsten Jahren werden 150.000 Objekte durch die Hände der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Kameralinsen wandern. Ein ehrgeiziges Vorhaben, was nur durch die Unterstützung in den Pfarreien vor Ort gelingen kann. Dafür bedanken wir uns schon jetzt herzlich. Das Team der Arbeitsstelle freut sich, Ihre Schätze gemeinsam neu zu entdecken!
Für Fragen steht die Projektleitung jederzeit zur Verfügung.
Weitere Informationen sind auf der Projekthomepage zu finden.
