Direktorium des Bistums Münster

Liturgischer Kalender und Nekrologium

Das Direktorium des Bistums Münster enthält den genauen liturgischen Kalender und die dazu notwendigen Angaben für das Bistum Münster. Zum Beispiel gibt es Hinweise für die Eigenfeiern des Bistums. Es wird im Auftrag des Diözesanbischofs herausgegeben und ist für alle liturgischen Feiern bindend. Das Direktorium gehört in jede Sakristei. Im Wesentlichen ist das Direktorium des Bistums Münster ähnlich wie das der anderen (Erz-)Diözesen aufgebaut. Es enthält:

 

  • Zeittafel und bewegliche Feste
  • Allgemeine Hinweise zur Feier der Liturgie
  • Tafel der Eigenfeiern des Bistums Münster
  • Kalendarium mit allen Angaben zur Messfeier (liturgischer Grad, liturgische Farben, Lesungstexte und Antwortpsalmen, Messformulare, Auswahltexte, etc.) und zum Stundengebet (Hinweise für die Laudes und Vesper, ebenfalls die Verwendung des "Te Deum" in der Lesehore)
  • Nekrologium (Verstorbenenliste) der Bischöfe, Priester und Diakone (50 Jahre lang)
  • Alphabetisches Namensregister des Nekrologs

Gebetsanliegen des heiligen Vaters:

Wir beten, dass der Hilferuf unserer Schwestern und Brüder auf der Flucht gehört und beachtet wird – insbesondere der Opfer des Menschenhandels. 

Direktorium für Mittwoch, den 26.2.2020

Mi ASCHERMITTWOCH, Fast- und Abstinenztag

Off

vom Tag, 4. Woche; zu den Ld können Psalmen und Canticum mit ihren Antiphonen auch vom Freitag der 3. Woche genommen werden.

v
M

vom Tag, Prf Fastenzeit III oder IV
L 1:    Joël 2,12–18
APs:    Ps 51,3–4.5–6b.12–13.14 u. 17 (R: vgl. 3; GL 639.1)
L 2:    2 Kor 5,20 – 6,2
Ev:    Mt 6,1–6.16–18
 

Segnung und Auflegung der Asche wird in jeder Messfeier vorgenommen. Die Asche soll aus Palmzweigen oder anderen Zweigen, die im Vorjahr am Palmsonntag gesegnet worden sind, zubereitet werden. Nach dem Einzugslied folgt das Tagesgebet, der Bußritus entfällt. Nach der Homilie wird die Asche mit einem der im Messbuch vorgesehenen Gebete gesegnet. Zur Auflegung der Asche wird eines der vorgesehenen Worte gesprochen, währenddessen wird ein passendes Lied oder eine Antiphon gesungen. Nach der Auflegung der Asche folgen die Fürbitten.
Segnung und Auflegung der Asche können auch ohne Messfeier vorgenommen werden. In diesem Fall wird der Wortgottesdienst der Tagesmesse in der beschriebenen Form gefeiert. Der Gottesdienst schließt mit Fürbitten, Vaterunser und Segen.

Die Quadragesima
Fastenzeit – Österliche Busszeit

„Die Quadragesima dient der Vorbereitung auf die Feier des Todes und der Auferstehung Christi. Die Liturgie der Vierzig Tage bereitet die Gläubigen zur Feier des Ostergeheimnisses durch Taufgedächtnis und tätige Buße" (GOK 27).
Vor allem folgende Weisungen sind zu beachten: cc. 1249–1253 CIC; Kongregation für den Gottesdienst, Rundschreiben »Über die Feier von Ostern und ihre Vorbereitung« 16.1.1988 (=VApS 81), Bonn 1988; auch in: Messbuch. Karwoche und Osteroktav, 1996, S. 9*–30*

  1. Die gebotenen Gedenktage (G) werden an den Ferialtagen der Quadragesima wie nicht gebotene Gedenktage (g) behandelt und weichen der Feier der Ferialtage. Bei der Messfeier kann jedoch anstelle des Tagesgebetes des Ferialtages das Gebet des Gedenktages (G oder g) gesprochen werden. „In der Lh fügt man nach der Väterlesung und ihrem Responsorium die entsprechende hagiographische Lesung mit ihrem Responsorium hinzu und schließt mit der Oration des Tagesheiligen. In Ld und Vp kann man nach der Oration, deren Schlussformel man dann weglässt, die Antiphon (eigen oder aus dem Com) und die Oration des Tagesheiligen hinzufügen (AES 239)." (Kommemoration)
  2. Vom Beginn der Quadragesima bis zur Osternacht entfällt das »Halleluja« in allen Gottesdiensten, und zwar auch an den Hochfesten und Festen, und wird durch einen anderen Ruf v. d. Evangelium ersetzt („Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!" etc. GL 176,3-5)
  3. Wenn nicht anders angegeben, wird während der Quadragesima in der Regel eine der Fasten-Prf verwendet.
  4. An den Wochentagen empfiehlt sich eines der Segensgebete über das Volk (MB II² 569–574).
  5. Votivmessen, Messen für besondere Anliegen und Messen für Verstorbene (ausgenommen beim Eintreffen der Todesnachricht, bei der Beisetzung des Verstorbenen und am ersten Jahrestag, nicht aber am Aschermittwoch; vgl. AEM 337) sind während der ganzen Quadragesima nicht gestattet. Im Bistum Münster darf auch in der österlichen Bußzeit die Votivmesse vom Herz-Jesu-Freitag genommen werden.
  6. In der Quadragesima (ausgenommen an Laetare, an Hochfesten und Festen) ist es nicht erlaubt, den Altarraum mit Blumen zuschmücken. Musikinstrumente dürfen nur zur Unterstützung des Gesangs verwendet werden. Beides unterstreicht den Bußcharakter dieser Zeit.
  7. Die Gesänge bei Gottesdiensten, besonders bei der Eucharistiefeier, aber auch bei Andachten, müssen dieser Zeit angepasst sein und soweit wie möglich den liturgischen Texten entsprechen.
  8. Die Volksandachten, die zur Quadragesima gehören, wie zB die Kreuzweg- oder Ölbergandacht, sollen gepflegt und mit liturgischem Geist erfüllt werden, so dass die Gläubigen durch sie leichter zur Feier des Paschamysteriums Christi hingeführt werden.
  9. Durch Bußfeiern sollen die Taufbewerber zu den Sakramenten der Eingliederung geführt und die Getauften auf die Erneuerung des Taufversprechens vorbereitet werden. Eine gemeinschaftliche Bußfeier mit Beichtgelegenheit am Ende der Quadragesima soll den einzelnen Gläubigen und der ganzen Gemeinde helfen, tiefer in das Paschamysterium einzugehen (vgl. Rundschreiben über die Feier von Ostern und ihre Vorbereitung, Nr. 6–10 und 37).
  10. Die Feier der Eucharistie bewirkt die volle Gemeinschaft der Getauften mit dem Herrn und stellt die Einheit der Kirche sichtbar dar. Die Kirche empfiehlt daher nachdrücklich den Gläubigen, wenn sie an der Eucharistiefeier teilnehmen, die heilige Kommunion zu empfangen; sie verpflichtet sie, dies wenigstens einmal im Jahr, in der Osterzeit, zu tun (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche 1417, c. 920 CIC, GL 29,7,3).
    Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, muss im Bußsakrament seine Sünden bereuen und aufrichtig bekennen, damit er durch die priesterliche Absolution von Gott die Verzeihung seiner Sünden erlangt und so wieder die volle Gemeinschaft mit Gott und der Kirche hergestellt wird (vgl. c. 959-960; 916 CIC).
    Auch den Gläubigen, die keine schweren Sünden zu beichten haben, wird zur Erneuerung und Vertiefung der Bußgesinnung sowie zur sakramentalen Sündenvergebung der häufigere Empfang des Bußsakramentes empfohlen. Er fördert zudem die Selbsterkenntnis und trägt zur inneren Reife bei. (Vgl. „Weisungen der Deutschen Bischöfe zur kirchlichen Bußpraxis" 24.11.1986).
    Das Gebot der Kirche lautet daher für alle Gläubigen: „Empfange wenigstens einmal im Jahr das Sakrament der Versöhnung zur Vergebung deiner Sünden!" (GL 29,7,2; vgl. KKK 2042)
  11. Wünschenswert ist es, dass in der Österlichen Bußzeit gar keine Trauungen gehalten werden. Wird in der Quadragesima eine Trauung gehalten, möge der Pfarrer die Brautleute ersuchen, auf die Bedeutung dieser liturgischen Zeit Rücksicht zu nehmen. Am Karfreitag und am Karsamstag ist die Feier der Trauung verboten (vgl. Die Feier der Trauung, ²1992, Nr. 31, Praenotanda Nr. 32; Pastorale Einführung Nr. 22).
  12. Das Abstinenzgebot (Verzicht auf Fleischspeisen) am Aschermittwoch und Karfreitag verpflichtet alle, die das 14. Lebensjahr vollendet haben; das an diesen Tagen geltende Fastengebot (einmalige Sättigung am Tag) verpflichtet alle Volljährigen bis zum Beginn des 60. Lebensjahres. Die Seelsorger und die Eltern sollen aber dafür sorgen, dass auch diejenigen, die wegen ihres jugendlichen Alters zu Fasten und Abstinenz nicht verpflichtet sind, zu einem echten Verständnis der Buße geführt werden (vgl. c. 1251-1252 CIC).
  13. Alle Freitage des Jahres sind im Gedenken an das Leiden und Sterben des Herrn kirchliche Bußtage, an denen die Gläubigen zu einem Freitagsopfer (Abstinenz von Fleischspeisen oder von einer anderen Speise entsprechend den Vorschriften der Bischofskonferenz; c. 1251 CIC) verpflichtet sind; ausgenommen sind die Freitage, auf die ein Hochfest fällt. Das Freitagsopfer kann verschiedene Formen annehmen: Verzicht auf Fleischspeisen, der nach wie vor sinnvoll und angemessen ist; spürbare Einschränkung im Konsum, besonders bei Genussmitteln; Dienste und Hilfeleistungen für den Nächsten. Das durch das Freitagsopfer Ersparte sollte mit Menschen in Not geteilt werden (vgl. Partikularnormen der DBK v. 1986).
  14. Es ist sehr zu empfehlen, dass die Ortsgemeinden, wenigstens in größeren Städten, entsprechend dem römischen Brauch, in geeigneter Form Stationsfeiern halten. Das gilt vor allem für die Fastenzeit. Es ist passend, dass der Diözesanbischof solche Feiern leitet. Als Tage empfehlen sich die Sonntage und besonders geeignete Wochentage, als Orte die bedeutenden Kirchen und Kapellen einer Stadt, die Heiligengräber und beliebte Wallfahrtsorte der Diözese (MB II² 76).

Perikopen an den Wochentagen: ML IV.

Offizium: Stundenbuch II, Lektionar II/2, LH vol. II. Am Schluss der Komplet: Marianische Antiphon: „Ave, du Himmelskönigin"; „Ave Regina caelorum" (GL 666,2).

Nekrologium

  • 1977:

    Bleker, Adolf, Pfr in Marl St. Pius, * 02.02.1934 in Dorsten, W 29.06.1962

  • 2012:

    Molenda, Peter, Pfr von Rheine-Rodde St. Joseph, 1993-2007 Priester im Gemeindedienst m.d.T. Pfarrer in Rheinberg St. Peter, * 14.09.1942 in Ruda/Ober-schlesien, W 02.06.1968

Hier gibt es das Direktorium des Bistums Münster zum Download:

Direktorium 2019-2020

 

Archiv:

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Direktorium 2017-2018

Direktorium 2016-2017

Abkürzungsverzeichnis

  • Allgemein
    • †: Applikationspflicht; gebotener Feiertag
    • APs: Antwortpsalm (Vorschläge)
    • Cr: Credo
    • eig: eigener, eigene(s)
    • Ev: Evangelium
    • Gl: Gloria
    • Hg: Hochgebet(e)
    • L: Lesung
    • M: Messfeier
    • Off: Offizium
    • Prf: Präfation
    • Ps: Psalm(en)
    • RK: Religionskalender
    • V: Vesper
  • Liturgischer Rang
    • F: Fest
    • G: gebotener Gedenktag
    • g: nicht gebotener Gedenktag
    • H: Hochfest
  • Liturgische Farben
    • Gr: Grün
    • R: Rot
    • Rs: Rosa
    • S: Schwarz
    • V: Violett
    • W: Weiß