Orgeltag Westfalen 2021

Die Kirchenorgel ist zum Instrument des Jahres 2021 ernannt worden. Dazu fand am Sonntag, 13. Juni 2021, ein großer „Orgeltag Westfalen“ statt. Gemeinsam mit der Evangelische Kirche von Westfalen luden die (Erz-)Bistümer Essen, Münster und Paderborn die Kirchengemeinden und Pfarreien ein, Veranstaltungen rund um die Orgel zu organisieren, so dass der Orgeltag 2021 als großes ökumenisches Event gefeiert werden konnte.

Vielfältige Veranstaltungsformate

Der Orgeltag wollte die „Königin der Instrumente“ mit lebendigen und vielfältigen Veranstaltungsformaten in das Blickfeld der Menschen holen. Durch ihren räumlichen Standort, der sich in Kirchen meistens im Rücken der Gemeinde auf einer Empore befindet, sind Orgeln kaum zugänglich; ihr Potenzial wird deshalb oft gar nicht oder unvollständig wahrgenommen. Organistinnen und Organisten, Kirchengemeinden, Orgelbauvereine, Klöster, Orgelbauwerkstätten und alle weiteren Orgel-Schaffenden in Westfalen waren eingeladen, sich am Orgeltag Westfalen 2021 zu beteiligen. 

Vom Wohnzimmerkonzert bis zur Orgeltour

Der Kreativität der Ausführenden waren keine Grenzen gesetzt: Vom Wohnzimmerkonzert auf der eigenen Hausorgel über einen Orgelbauworkshop für Kinder bis hin zur Fahrradtour zu den Orgeln der Region war alles möglich. Der Orgeltag lebte von der Vielfalt der angebotenen Formate, besonders auch von den kleinen Veranstaltungen an außergewöhnlichen Veranstaltungsorten.

Videos zum Orgeltag 2021

Virtuelle Orgelführung in St. Lamberti

Zum westfälischen Orgeltag gibt es eine virtuelle Führung durch die Instrumente in St. Lamberti. Prof. Tomasz A. Nowak zeigt die Klangbreite der Instrumente und erklärt mit Einblicken in das Innere die Funktionsweise der Orgel.

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Elisabeth Klingner spielt J. S. Bach: Präludium und Fuge a-Moll (BWV 551)

Auf der Empore der Kirche St. Marien in Borken-Burlo befindet sich die 1983 fertiggestellte Orgel aus der Werkstatt von Franz Breil aus Dorsten. Es ist ein rein mechanisches zweimanualiges Orgelwerk mit knapp 1500 Pfeifen und 22 Registern. Das Instrument wurde 2007 gereinigt und klanglich neu eingestellt. Barocke Literatur lässt sich auf ihr gut darstellen.
Das zu hörende Stück ist ein Jugendwerk (Arnstädter Zeit) J. S. Bachs: Präludium und Fuge a-Moll (BWV 551). Bach hält sich hier an das zeitgenössische Formschema des norddeutschen Orgelpräludiums. Der Einfluss Buxtehudes ist deutlich zu hören.

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Quo vadis, Orgel?

An der Lobback-Orgel von 1984 in der Basilika St. Antonius Rheine stellt Andreas Wermeling die unterschiedlichen aktuellen Konzepte des Orgelbaus vor. Der neue Gaida-Spieltisch von 2019 gibt zusätzlich einen Ausblick auf Möglichkeiten der Zukunft.

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Die Simon-Orgel in St. Gottfried Münster

Adrian Greiner stellt zum Orgeltag Westfalen 2021 die Simon-Orgel in der St.-Gottfried-Kirche in Münster vor. Kamera: Niklas Piel. Für das beste Klangerlebnis empfehlen wir, Kopfhörer zu verwenden. Eine Langfassung dieses Videos finden Sie hier.

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Orgelspuren in und aus dem Kreis Steinfurt

Die Reise beginnt in Bevergern St. Marien. Diese Station steht unter dem Schwerpunktthema "Orgelbau im Wandel der Zeit". Ein Instrument von 1930 fand 1980 in der Kirche St. Marien eine neue Heimat. Die Orgelmanufaktur Peters aus Glandorf hat 2020 die Orgel restauriert, modifiziert und einen neuen Spieltisch gebaut. Kirchenmusiker Konstantin Zacharow stellt die Orgel abschließend klanglich vor.  
Die zweite Station führt in die evangelische Kirche nach Kattenvenne und trägt den Titel "Ein seltenes Original". Andreas Wermeling und Stefan Peters stellen hier ein Instrument von 1892 im völligen Originalzustand vor und erklären die besondere Technik (Röhrenpneumatik). Regionalkantor Andreas Wermeling bringt das Instrument mit einem kurzen Andante von Flor Peeters zum Klingen.
Die Reise endet in der Klavier- und Orgelmanufaktur Peters in Glandorf. Das Thema "Unter einem Dach - von der Idee zum Instrument" zeigt eine moderne Orgelbauwerkstatt. Orgelbauer Stefan Peters erklärt die Abläufe eines Orgelbauprojektes. Die Reise schließt mit der Vorstellung des letzten "Finetunings", der Arbeit an einer Intonierlade.

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