Taufe

Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen

Die Taufe ist die feierliche Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen. Anders als im Judentum oder im Islam entscheidet nicht die Geburt über die Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft, sondern ein persönlicher Willensakt. Jeder, der sich zum christlichen Gott bekennt und darum bittet, kann getauft werden. Bei der Säuglingstaufe treffen die Eltern die Entscheidung und versprechen zugleich, ihr Kind christlich zu erziehen und im Glauben zu unterrichten. Aus diesem Grund sollte bei der Kindertaufe auch mindestens ein Elternteil katholisch sein.

Die Taufe ist nicht ein Verdienst oder Werk des Menschen, sondern ein Geschenk Gottes. In der Taufe nimmt Gott jeden Menschen ohne Vorbedingung und unwiderruflich an. Dieses unbedingte "Ja" Gottes zu jedem Einzelnen ist ein Zeichen für den Wert und die Würde jedes Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Nationalität. Besonders deutlich wird dies in der Säuglingstaufe, bei der schon dem unmündigen Kind diese Würde zugesprochen wird. Wer einmal getauft ist, bleibt getauft. Gott steht zu seinem Wort und nimmt sein "Ja" nicht mehr zurück.

Die Taufe ist viel mehr als der Eintritt in einen Verein. Mit der Taufe beginnt ein Lebensweg, auf dem der Einzelne immer mehr in die Gemeinschaft Gottes hineinwächst. Sie eröffnet ein neues Leben, das von Gott getragen ist. Daran erinnern auch die Worte, die häufig in der Eucharistiefeier vor dem "Vater unser" gesprochen werden: "Wir haben den Geist empfangen, der uns zu Kindern Gottes macht." Die Taufe, die Firmung und die Eucharistie (Erstkommunion) bilden die Sakramente der Initiation, also der Eingliederung in die Kirche. Die Taufe ist die Zugangsvoraussetzung für alle anderen Sakramente.

Die Taufe ist kein katholischer Sonderfall. Vielmehr wird sie in allen christlichen Gemeinschaften gefeiert und wechselseitig anerkannt. So braucht beispielsweise ein evangelischer Christ, der zur katholischen Kirche übertritt, nicht ein zweites Mal getauft zu werden. Eine entsprechende förmliche Erklärung zur wechselseitigen Anerkennung haben leitende Vertreter von elf Kirchen Ende April 2007 in Magdeburg unterzeichnet.