Partnerschaftsarbeit

Diözesanpartnerschaften mit Ghana und Mexiko

Partnerschaft mit der Diözese Tula in Mexiko

Die Partnerschaftsarbeit mit verschiedenen Gemeinden im Bistum Tula besteht se4it 1968. Der Kontakt zwischen den Diözesen Tula und Münster entstand am Rande des Zweiten Vatikanischen Konzils zunächst mit dem Ziel, personelle Hilfe für die neue Diözese Tula zu leisten.

Die pastorale und soziale Arbeit sollte unterstützt werden, aber auch finanzielle Mittel zum Aufbau von Gebäuden und Straßen wurden zur Verfügung gestellt. Sehr bald schon sahen die deutschen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Mexiko ihre primäre Aufgabe jedoch nicht mehr nur darin zu helfen und zu lehren. Immer stärker setzte sich das Bewusstsein durch, nicht nur zu geben, sondern im großen Maße auch zu empfangen. Sie erlebten Gastfreundschaft, Güte, Freundlichkeit, Toleranz und Akzeptanz und sie durften eine große Vielfalt von schönen Lebens- und Glaubenserfahrungen mit den Menschen teilen. Sehr bald schon wurde der Kontakt in Mexiko nicht mehr als Patenschaft, sondern als Partnerschaft verstanden, mit dem Ziel, voneinander zu lernen, das eigene Blickfeld zu erweitern und sich gegenseitig beschenken zu lassen.

Einen großen Einfluss auf die Sicht der Partnerschaft haben die deutschen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die nach einem längeren Aufenthalt in Mexiko nach Deutschland zurückkehren und mit großem Respekt davon berichten, wie sie in Mexiko ihr Leben mit den Menschen, die ihnen zunächst fremd waren, teilen durften und eine große Bereicherung erlebt haben. Tiefe zwischenmenschliche Erfahrungen, sowohl freudiger wie auch leidvoller Art, prägten und veränderten ihr Leben. Das Erleben der anderen Kultur und das Erkennen anderer Sichtweisen stellte oftmals die eigene Person und bisherige Rolle in Frage, führte jedoch auch zu neuen Glaubensansätzen und Grundhaltungen im Leben.

Einen wichtigen Beitrag dazu leisteten auch die mexikanischen Schwestern, die von 1977 bis 1989 in Deutschland in der Liebfrauengemeinde in Beckum lebten. Sie haben sehr geholfen, ein neues Verständnis von Partnerschaft in der einen Welt zu entwickeln. In ihrer Arbeit setzten sie den Schwerpunkt auf die menschliche Begegnung. Sehr schnell hatten sie erkannt, dass viele Menschen in Deutschland zwar materiell und sozial abgesichert sind, eine große Armut aber in der zwischenmenschlichen Distanz und Einsamkeit liegt. In vielen Bereichen gelang es den Schwestern, Menschen zueinander zu führen, eine neue Spiritualität und Verbindlichkeit zu entwickeln und Menschen sensibel zu machen für die Not und Bedürftigkeit anderer. Das ist auch nach ihrem Abschied 1989 nicht verloren gegangen und dafür sind ihnen viele Menschen im Bistum Münster bis heute sehr dankbar.

Besonders wichtig für einen partnerschaftlichen Umgang miteinander sind und bleiben konkrete Begegnungen der Menschen aus Mexiko und Deutschland - aus Tula und Münster. Viele Partnergemeinden im Bistum Münster füllen diese Begegnung durch schriftliche und persönliche Kontakte immer wieder mit neuem Leben. Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Partnerschaft war es daher, dass im Jahre 2006 im Rahmen der bundesweiten Eröffnung der Adveniat-Weihnachtsaktion in Münster eine größere Gruppe von Männern und Frauen aus dem Bistum Tula das Bistum Münster besuchte.

Partnerschaft mit der Kirchenprovinz Tamale in Ghana

Seit 1982 besteht die Diözesanpartnerschaft zwischen dem Bistum Münster und den nordghanaischen Diözesen: Tamale, Damongo, Wa, Navrongo-Bolgatanga und Yendi. Sie ist getragen vom Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster.

Viele Menschen aus Münster sind in die Partnergemeinden gereist und viele Ghanaer haben das Bistum Münster besucht. Freundschaften sind entstanden und Projekte entwickelt und durchgeführt worden. Austausch und Begegnung sind wichtige Bestandteile dieser Verbindung: Partnerschaft braucht Gesichter.

In diesem Rahmen engagieren sich seit vielen Jahren mit Leidenschaft und Energie Menschen in jetzt 35 Pfarreien des Bistums Münster. Ihr Bemühen um freundschaftliche Beziehungen mit Pfarreien in Nordghana hat das Ziel, Glaubenserfahrungen miteinander zu teilen, miteinander die Kultur des Anderen zu entdecken und am Leben der Anderen teilzuhaben. Diese partnerschaftlichen Beziehungen auf Gemeindeebene sind die lebendige Basis der Bistumspartnerschaft mit den nordghanaischen Partnerdiözesen.

Der Sachausschuss Weltkirche des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster begleitet intensiv die Bistumspartnerschaft sowie die einzelnen Gemeindepartnerschaften.

Weltkirche wird als eine Glaubens-, Lern- und Solidargemeinschaft erlebt. All jene, die die Partnerschaft aktiv mitgestalten, übernehmen Verantwortung und werden dadurch zu aktiven Brückenbauern. "Wir verstehen Partnerschaft als ein exemplarisches Bemühen für die Entwicklung in der Einen Welt. In solidarischer Verbundenheit versuchen wir, uns gemeinsam für eine gerechtere Weltgesellschaft einzusetzen", erklärt Hildegard Luhmann, die Vorsitzende des diözesanen Partnerschaftskomitees. "Partnerschaftliche Zusammenarbeit bedeutet, die christliche Gemeinschaft untereinander zu leben und in einer globalen Welt die Last des anderen mit zu tragen."

Zugleich lädt die Partnerschaft uns zu einem Perspektivwechsel ein und verpflichtet uns zur Anwaltschaft für die Länder des Südens.
 

Ansprechpartner

Pater Hans-Michael Hürter

Referent für Gerechtigkeit und Frieden

0251 495-6195

huerter@bistum-muenster.de