Pfadfinderinnen im Bistum haben in Darup Garten für alle Sinne angelegt

Leckere Beeren direkt vom Strauch. Erdbeeren, Radieschen, kleine Paprika und Möhren zum Snacken aus dem Hochbeet. Süße Weintrauben vom Rebstock an der Hauswand. Und feine Düfte von anmutig blühenden Rosen und einer bunten Vielfalt anderer Pflanzen. Die Mädchen und jungen Frauen der Pfadfinderinnenschaft St. Georg im Diözesanverband Münster (PSG) haben im Herbst damit begonnen, an ihrer Jugendbildungsstätte „Baustelle“ in Dülmen-Daldrup einen einladenden Naschgarten für die Gäste des Hauses anzulegen. Schon ab Frühjahr soll es hier blühen und fruchten. Ein Feuerwerk für die Sinne soll entstehen. Blüten, Düfte und Früchte sollen fast das ganze Jahr Gaumen und Nasen der Menschen kitzeln, das Auge erfreuen und Insekten und anderen Tieren einen Lebensraum schenken. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den Grundstock dafür zu legen.

Pfadfinderinnen aus Sendenhorst und Dülmen haben im Herbst den Naschgarten an ihrem Bildungshaus in Dülmen-Darup angelegt.

© Karola Wiedemann

Der Anstoß zu dem Projekt kam von Jeanett Schneider, Leiterin des „Arbeitskreises Nachhaltigkeit“ im Verband. Auch ermutigt durch ihre Erfahrung als Erzieherin beim Anlegen eines Gemüse- und Naschgartens auf dem Außengelände in der Kita St. Dionysius in Lüdinghausen, ist sie froh, jetzt loslegen zu können: „Lange schon hatten wir das im Kopf. Jetzt setzen wir es in die Tat um.“

Bis es so weit war haben die Pfadfinderinnen Spenden gesammelt: Von der Stadt Dülmen kommen ein Schmetterlingsflieder und eine Felsenbirne, ausgediente Weinkisten von Privatpersonen. Ein nahegelegener Forstbetrieb liefert zehn Kubikmeter Holzhäcksel zum Mulchen der Wege und Beete. Die örtlichen Banken und die Bundesstiftung der Pfadfinderinnen helfen mit insgesamt 3.000 Euro Geldspenden.

Schon vor drei Jahren haben die Pfadfinderinnen auf der Wiese vor der Bildungsstätte eine Kräuterspirale mit Gewürz- und Teepflanzen gebaut. Davon werden jetzt vor allem literweise Kräutertee gekocht. Vor einem Jahr ist ein Imker mit Bienen dazu gekommen und liefert Honig. Jetzt entsteht um die Kräuterspirale herum auf zirka 150 Quadratmetern der Naschgarten.
Elf 13- bis 17-jährige Pfadfinderinnen und ihre Leiterinnen aus den Stämmen in Sendenhorst und Dülmen haben am ersten Aktionstag fleißig daran gewerkelt und aus Paletten Hochbeete gebaut, Weinkisten zum Pflanztisch umfunktioniert und mit Spaten und Schaufel die Umrandung mit Himbeeren und Brombeeren vorbereitet. Jüngere Pfadfinderinnen aus anderen Stämmen dürfen an späteren Wochenenden pflanzen. Damit die Gäste der Bildungsstätte demnächst nicht ahnungslos vor den Gewächsen stehen müssen, sind zudem Medienwochenenden für Erklär-Videos zu den einzelnen Pflanzen geplant. Die von den Pfadfinderinnen kreierten Filme kann man dann über QR-Codes auf Tafeln bei den Pflanzen aufrufen und sich von den Pfadfinderinnen Interessantes über das, was vor einem wächst, erzählen lassen – noch etwas, das Augen und Ohren schmeicheln wird.

„Wir wollen unsere Gäste einladen, durch einen der Rosenbogen in den Garten zu gehen, zu naschen und zu genießen. Wenn sie mögen, dürfen sie auch bei der Pflege mithelfen“, erläutert Cornelia Thoben, Vorsitzende des Trägervereins, das Konzept. „Wir wollen mit allen Sinnen für die Natur begeistern.“ In das Haus mit insgesamt 36 Betten für Gruppen kommen übers Jahr viele Gäste. Insbesondere Schulen mieten sich hier gern für Freizeiten, Seminare und Tage religiöser Orientierung ein.

Der Einsatz für Natur und Umwelt entspricht auch dem übergeordneten Konzept des Diözesanverbands. So nehmen die Pfadfinderinnen ihre Auszeichnung als ökofairer Verband nach Level 1 des Umweltmanagementsystems „Zukunft einkaufen - Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ in der Tasche, jetzt mit Level 2 systematisch alles in den Blick.
Mehr zu den Pfadfinderinnen und deren Bildungsstätte https://psg-muenster.de/ und www.psg-baustelle.de.
 Mehr zur Initiative Zukunft einkaufen unter www.bistum-muenster.de/zukunft_einkaufen.

Karola Wiedemann