Trotz Corona – Verantwortung für die Schöpfung

Neue Ausgabe von „Diakonia“ mit Unterstützung aus dem Bistum erschienen

Trotz aller Einschränkungen und Schutzmaßnahmen, die Corona-Pandemie schafft es nicht, der Umwelt- und Klimakrise den Rang abzulaufen. Zu gravierend sind ihre Auswirkungen. Sie fördert sogar noch weitere Missstände zutage, wie die Folgen der Massentierhaltung mit den unzumutbaren Zuständen für Mensch, Tier und Natur. Hier setzt die neue Ausgabe der „Diakonia“, eine internationale Zeitschrift für die Praxis der Kirche, an und zeigt Wege zur Veränderung und zu einem neuen Verständnis von Schöpfungsverantwortung – mit Unterstützung von Autorinnen und Autoren aus dem Bistum Münster und münsterischer Hochschulen. Dr. Birgit Marx von der Stabsstelle Bildungsmanagement im Bistum Münster gehört zudem zum Redaktionsteam.

Titelseite des Magazins "Diakonia", Heft 4/2020: Schöpfungsverantwortung gestalten.

Mit der Enzyklika „Laudato si“ hat Papst Franziskus ein Postulat für eine „ganzheitliche Ökologie“ gesetzt. Sie setzt auf die Umkehr der Christen und ihr Engagement im Kampf gegen die Umwelt- und Klimakrise. Das würdigt der Münchener Theologe Markus Vogt im neuesten „Diakonia“-Heft, und Katrin Bederna, Theologin aus Ludwigsburg, postuliert darüber hinaus, dass der Schöpfungsglaube in der bekannten Form bei der Bekämpfung der globalen ökologischen Krise nur hilfreich ist, wenn er als Praxis der Transformation für Nachhaltigkeit begriffen wird. Dem pflichtet die Politikwissenschaft bei und betont, dass eine Nachhaltigkeitstransformation notwendig ist, bei der alle Organisationen einer Gesellschaft auf allen Ebenen verantwortlich eingebunden sind. Petra Teitscheid von der Fachhochschule Münster stellt in der Ausgabe zudem ein Managementmodell vor, das reflexiv und diskursiv angelegt ist.

Umweltbischof Rolf Lohmann, als Weihbischof im Bistum Münster zuständig für den Niederrhein und Recklinghausen, fordert die Kirche auf, Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft umzusetzen und Vorbild zu sein, um als glaubwürdig wahrgenommen zu werden.

Rainer Hagencord, Priester des Bistums Münster und Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster, plädiert dafür, das Verhältnis von Mensch, Tier und Natur anthropologisch, ethisch und theologisch neu zu ordnen, so dass sich der Mensch als Mitgeschöpf begreift und damit Vorstellungen von menschlicher Dominanz abgelöst werden.

Ökologisch verantwortungsvoll will auch die „Generation Greta“ mit der Welt umgehen. Das Engagement der Jugend ist wichtig für die Kirche, sagt Thomas Kamp-Deister von der Fachstelle Weltkirche/Schöpfungsverantwortung im Bistum Münster. Er geht in „Diakonia“ der Frage nach, ob die Kirche auch für die jüngere Generation offen ist.

Wie Engagement für die Umwelt gehen kann, zeigen einige gute Beispiele im „Diakonia“-Heft Nr. 4/2020, das im Herder-Verlag erschienen ist – Beispiele zur Umweltbildung, zum Projekt „Zukunft einkaufen“, für mehr Klimagerechtigkeit und zum weltweiten Einsatz der Hilfswerke.

Mehr Informationen zum Heft und zum Webshop des Herder Verlags gibt es unter www.herder.de/diakonia/hefte/aktuellesheft/.