
Vier Schwestern bilden in Münster und der Venne die Gemeinschaft: (von links) Alejandra Gutierrez Cruz, Gabriela Quezada, Anne Kurz und Isabel Nadal.
© Verbum DeiOb da oder dort oder irgendwo sonst auf der Welt: Die Mitglieder der Gemeinschaft Verbum Dei (lateinisch: Wort Gottes) sind untereinander und mit anderen Menschen im Gebet verbunden – auch und gerade, wenn die Münsteraner Schwestern von Verbum Dei die Klosterfürbitte im digitalen Fürbittbuch des Bistums Münster übernehmen.
Die Gemeinschaft in Münster und in der Venne bilden derzeit vier Schwestern, Anne Kurz, Isabel Nadal, Gabriela Quezada und Alejandra Gutierrez Cruz, die vor wenigen Wochen angekommen ist. Verbum Dei gehört zu den neuen Formen geweihten Lebens. Die päpstlich anerkannte Gemeinschaft wurde 1963 auf Mallorca vom verstorbenen Priester Jaime Bonet gegründet. Sie besteht aus drei Zweigen: Schwestern und Brüdern, die – wie in klassischen Ordensgemeinschaften – Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam geloben, sowie Ehepaaren. Die Mitglieder leben weltweit in kleinen Gemeinschaften. „Unser gemeinsames Charisma ist Gebet und Verkündigung“, sagt Schwester Gabriela.
Begleitet werden die Mitglieder von der Familie Verbum Dei. Das sind Einzelpersonen und Familien, Priestern und Laien aller Altersgruppen, die der Gemeinschaft im Gebet und im Dienst der Verkündigung des Wortes Gottes verbunden sind und gemäß ihrer persönlichen Berufung dazu beitragen.
Da ist es wieder, das für Verbum Dei zentrale Motiv: Verbundenheit im Gebet. Es spielt für die Schwestern auch eine Rolle, wenn sie für andere beten, für diejenigen, die in das Fürbittbuch in der Venner Kirche St. Johannes der Täufer schreiben, oder für diejenigen, die ihre Anliegen im digitalen Fürbittbuch des Bistums Münster eintragen. „Auch fürbittendes Gebet schafft Verbundenheit“, erklärt Schwester Anne, „Menschen, für die man in Fürbitten eintritt, kommen einem nahe.“
Das Gebet sehen die Schwestern auch als wertvolles Gegengewicht: „Im Leben geht es sonst vor allem um Effizienz und Lösungen“, sagt Schwester Anne und ergänzt: „Im Gebet aber geht es manchmal einfach nur um gemeinsames Aushalten – das ist oft schwieriger.“
Dabei funktioniere das Gebet ähnlich wie ein Gespräch unter Menschen, meint Schwester Isabel: Es könne oberflächlich beginnen, bis man mit der Zeit merke, dass Gott einem wichtig geworden sei. „Mehr noch, als dass ich bitte, suche ich im Gebet die Begegnung mit Gott“, beschreibt sie. Die Erfahrung seiner Nähe wolle Verbum Dei den Menschen vermitteln, deshalb seien die Häuser in Münster und Venne offene Häuser.
In diesen Häusern wird im September auch für die Anliegen aus dem digitalen Fürbittbuch mitgebetet werden: in der wöchentlichen Heiligen Messe an der Nordstraße, im Morgengebet, im persönlichen Gebet jeder Schwester. Und die Schwestern freuen sich darüber, dass sie das tun können. Besonders auch Schwester Alejandra, da sie über die Sprachbarriere hinweg auf Spanisch fürbittend eintreten kann und sich so mit den Menschen hier, ihren Anliegen, Krankheiten, Schwierigkeiten und Träumen verbindet.
Weitere Infos über die Gemeinschaft gibt es unter Verbum Dei
