1000 Pfadfinder feiern am Niederrhein

"Los, Los! Gib den Ball nach hinten", schreien acht Wölflinge und recken die Hände. Schnell reicht der Vordermann den Ball über den Kopf seinem Hintermann. Und so geht es weiter, bis der Ball am Ende der Schlange angekommen ist. Sofort wird er dann zwischen den Beinen wieder nach vorn gereicht.

Während sich die Gruppe zu Spitzenleistungen anspornt, geht es weniger Meter weiter geruhsamer zu. Hier trainiert Anna Kohlhaas das Gedächtnis von Kindern mit einem Memory-Spiel. Anna Kohlhaas ist Wölflingsreferentin der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) im Bezirk Niederrhein-Nord. Dieser besteht seit 40 Jahren und der Geburtstag wurde am 20. April 2013 mit einem Aktionstag gefeiert. "Ganz groß Rheingefeiert" lautete das Motto des Tages. Es erinnerte nicht nur an den Geburtstag, sondern auch an die Lage des Bezirks – nahe am Rhein.

1.046 Pfadfinder, Jungen und Mädchen aus 19 Stämmen, kamen nach Xanten: aus Alpen, Emmerich, Geldern, Goch, Hamminkeln, Kalkar, Kleve, Moers, Sonsbeck, Weeze und Xanten und anderen Ortschaften reisten sie an, um Spiel, Sport, Spannung zu erleben. Die Pfadfinder sind in Altersgruppen aufgeteilt: die Wölflinge (7 bis 10 Jahre), Jungpfadfinder (10 bis 13 Jahre), Pfadfinder (13 bis 16 Jahre) und Rover (16 bis 20 Jahre) werden von 169 Leitern betreut.

"An einem Tag wie diesem können wir mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen", sagt Martin Deckers, der Vorsitzende des DPSG-Bezirksvorstandes. "Natürlich feiern wir hier richtig groß unseren Geburtstag. Aber indem so viele Kinder und Jugendliche aus den verschiedenen Stämmen des Bezirks in Xanten mitmachen, erfahren sie, wie viele Pfadfinder es allein in ihrer Umgebung gibt: Sie sind nicht allein in ihrem Stamm. Und dass 300 Erwachsene als Gruppenleiter und Helfer ehrenamtlich diesen Jugendverband unterstützen, ist doch ein tolles Signal. Das muss erst einmal gestemmt werden", sagt er. Durch den Aktionstag wird nach Ansicht des 33-jährigen Theologiestudenten auch der Anspruch des Verbandes deutlich: "Wir machen ein besonderes Angebot für die Kinder und Jugendlichen, das durch Naturverbundenheit, Aktion und Gemeinschaft geprägt ist."

Um diese Gemeinschaft zu erreichen, werden eingefahrene Strukturen durchbrochen, die Gruppen, die sich zu den Spielen in die Wallanlagen aufmachen, werden durchgemischt. Alle müssen sich aufeinander einlassen. Wenn sie erfolgreich sein wollen, müssen sie als Team agieren. Am Ostwall machen Sophie Homann und Jule Schlabbers aus Kapellen (Sonsbeck) eine kurze Pause. Sie finden diesen Tag einfach toll. "Ein super Feeling", antworten sie auf die Frage, ob sie Spaß haben. Jede Woche könnten sie an einer solchen Aktion teilnehmen. Jede Woche engagieren sie sich mit "viel Freude" bei den Gruppenstunden in ihrem Stamm. "Das ist mal was anderes als zu Hause vor dem Computer zu sitzen. Bei den Pfadfindern erleben wir Gemeinschaft", sagen sie.

Gemeinschaft ist auch das Thema des Gottesdienstes, der diesen Aktionstag abrundet. Regionalbischof Wilfried Theising erinnert in seiner Predigt daran, dass Freude und Teamgeist wichtig seien, um Gemeinschaft zu erleben. "Wie dieser Tag gezeigt hat, wird Gemeinsamkeit bei den Pfadfindern ganz groß geschrieben." Das bestätigen die mehr als 1000 Pfadfinder, als sie am Ende ihre Halstücher schwenken und nach der Melodie der "Toten Hosen" begeistert "An Tagen wie diesen" mitsingen.

Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
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