10 Jahre Gertrudenstift
Eine Auszeit vom Alltag nehmen, den Blick neu auf die wesentlichen Dinge des Lebens richten oder dem eigenen Glaubensweg nachspüren:
Beim Festtag zum zehnjährigen Bestehen des Exerzitien- und Bildungshauses Rheine-Bentlage Gertrudenstift haben am Sonntag (23. März) zahlreiche Besucher die vielfältigen Angebote der vom Bistum Münster getragenen Einrichtung näher kennengelernt und die besondere Atmosphäre der durch schlichte Architektur geprägten Räumlichkeiten erkundet.
"Unser Haus möchte mit all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, seiner modernen Architektur und seiner Lage im Grünen den Menschen ein Ort der Stille, der Begegnung, der Bildung und der lebendigen Spiritualität sein", sagte Hausleiter Frank Nienhaus beim Empfang. Er zeichnete Ausrichtung und Anliegen des Gertrudenstifts nach und richtete Dankesworte an dessen Team. Denn das Engagement der Referentinnen und Referenten, Unterstützer und organisatorischen Kräfte, die in den letzten zehn Jahren oft auch unentgeltlich und mit großem Einsatz tätig gewesen seien, habe dazu beigetragen, dass das Gertrudenstift mit einladender Offenheit und annehmender Wertschätzung aufwarten könne.
In seinem Festvortrag mit dem Titel ‚Resonanzräume erkunden‘ ging Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Leiter der Akademie Franz Hitze Haus in Münster, auf die ästhetische Dimension des Sehens ein. Er erläuterte eindrucksvoll, dass die ‚katholische Ästhetik‘ vor allem durch Bildprogramme aus der Kunstgeschichte geprägt sei. Dem gegenüber stehe die aktuelle Vielzahl und Vielfalt von Bildern. 500 Millionen Bildnachrichten, die täglich über den Onlinedienst ‚Whatsapp‘ versendet würden, seien ein Appell für die Kirche, eine zeitgemäße Ästhetik zu unterstützen. Denn über sie könne die Vermittlung von christlichen Botschaften und Inhalten gefördert werden, erklärte Sternberg.
Nach dem Mittagessen lud das Team des Gertrudenstifts die Gäste zu Workshops aus den Themenfeldern des Hauses ein. Schwester Anne Kurz und Isabelle Senn waren mit Impulsen, Stille, Musik und Austausch ,Dem Wort Gottes im eigenen Leben auf der Spur‘. Petra Fietzek und Schwester Paula Wessel gingen mit ihrer Schreibwerkstatt einer Heilungsgeschichte aus der Bibel nach. Bei Elisabeth Höpker erlebten die Teilnehmer das Meditierende Tanzen, während Hausleiter Frank Nienhaus bei seiner Führung ‚Erlebnis Gertrudenstift‘ auf Architektur und Spiritualität des Hauses einging.
Den Schlussakzent des Jubiläumstages bildete der festliche Gottesdienst, den der Weihbischof für die Region Borken-Steinfurt, Dr. Christoph Hegge, und der ehemalige Rektor des Gertrudenstiftes, Dr. Wilfried Hagemann, leiteten. "Wir brauchen dieses Haus, in dem viele Menschen eine Wegbegleitung erfahren und ihre Christusbeziehung erneuern können", betonte Hegge in seiner Predigt. Das Bistum werde daher die Erweiterung des Hauses, die in den kommenden Jahren geplant sei, unterstützen. Den Mitarbeitern gab der Weihbischof persönliche Wünsche mit auf den Weg und ermutigte sie, ihr Engagement fortzuführen. "Möge der auferstandene Herr allen, die im Gertrudenstift am Verkündigungsdienst mitarbeiten, ein brennendes Herz für die Menschen schenken, sodass die Gäste dieses Hauses gestärkt werden", schloss Weihbischof Hegge.
Das Gertrudenstift wurde 2005 auf Initiative des früheren Bischofs von Münster, Dr. Reinhard Lettmann, als Ort der Stille, der Spiritualität und als offenstehender Rückzugsraum ausgebaut. In den vergangenen Jahren erweiterte es sein Profil um Bildungsangebote. Das Programm reicht von klassischen Schweigeexerzitien über kreative Besinnungstage bis hin zu Online-Angeboten. Darüber hinaus steht das Haus in Trägerschaft des Bistums Münster, das auch barrierefreie Übernachtungsmöglichkeiten bietet, für Gruppen, Kirchengemeinden, Verbände und private Oasentage von Einzelbesuchern zu moderaten Konditionen zur Verfügung. Die Atmosphäre des dreiteiligen Baus in direkter Nähe zur Saline in Rheine-Bentlage wird geprägt durch eine moderne, bewusst schlicht gehaltene Architektur, die die meditative Ausrichtung des Hauses erfahrbar macht.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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