10 Jahre Seligsprechung Anna Katharina Emmerick gefeiert
In einer feierlichen Eucharistiefeier mit Weihbischof Dieter Geerlings gedachten am Freitag (3. Oktober 2014) die Katholiken in der Dülmener Heilig-Kreuz-Kirche des zehnten Jahrestages der Seligsprechung von Anna Katharina Emmerick.
"Anna Katharina zeigt, was Seligkeit meinen kann: den Mitmenschen trotz eigener Mittellosigkeit beschenken", sagte Weihbischof Geerlings in diesem Festgottesdienst.
Zahlreich kamen die Gläubigen aus Dülmen und Coesfeld in die Heilig-Kreuz-Kirche. "Wir haben römisches Wetter. Es ist wie vor zehn Jahren", begrüßte Pfarrer Dieter Nienhaus die Gottesdienstbesucher. Wie vor zehn Jahren gestaltete auch ein gemeinsamer Projektchor der Kirchenchöre aus Coesfeld und Dülmen den Gottesdienst – gesungen wurden dabei auch die gleichen Lieder wie seinerzeit in Rom. Das gemeinsame Motto der Dülmener und Coesfelder zu den zahlreichen Feierlichkeiten im Rahmen des zehnten Jahrestags der Seligsprechung lautete "Verbunden". Pfarrer Nienhaus betonte, dass dadurch zum einen die Verbundenheit mit Anna Katharina Emmerich zum Ausdruck gebracht werden soll, zum anderen aber eben auch die gemeinsame Verbundenheit mit dem Kreuz.
Weihbischof Geerlings erinnerte ebenfalls an die Seligsprechung. Dabei griff er die damals in einem Vortrag formulierte Fragestellung des Theologen Ulrich Lüke auf: "Jetzt ist sie selig, ist sie am Ziel?" Was bedeute Seligkeit, was bedeute Heiligkeit? Sicherlich sei es so, dass Heilige in der Kirche weltweit bedeutsam seien, Selige vor allem regional. "In diesem Sinne wünsche ich mir, dass Anna Katharina durch die Kirche der gesamten Welt als Heilige vorgestellt wird", sagte Geerlings.
Die vergangenen zehn Jahre hätten aber schon gezeigt, was die Seligsprechung ausgelöst habe. Selige seien Glaubenszeugen in ihrer jeweiligen Zeit. Selige, so Weihbischof Geerlings, seien keine frommen Eliten. Durch die Seligsprechung schaffen die Kirche auch keine "Überchristen". "Selige gibt es auch unter uns, die nicht von der Kirche selig gesprochen werden", betonte der Weihbischof, "wir müssen zeigen, was unser Christsein uns und der Welt bedeutet." Dies sei keine Frage von Vermögen und Intelligenz, wie sich gerade bei Anna Katharina Emmerick zeige, die keine Bildung im heutigen Sinne erhalten hätte. Sie habe aber Leid getragen, das nicht abtragbar sei. Durch ihr Leben habe sie geradezu den Seligpreisungen entsprochen. "Die Seligpreisungen laufen immer auf Armut hinaus.
Selig sind die, die das Herz von Armen haben", so der Weihbischof. Diese Haltung der Seligen übe eine weltweite Anziehungskraft aus.
Mit einem anschließenden Empfang klang dieser Tag aus. Für Interessierte war noch die Anna-Katharina-Gedenkstätte geöffnet. Dort wurden unter anderem Bilder der Seligsprechung in Rom vor zehn Jahren ausgestellt. Demnächst wird in der Gedenkstätte außerdem ein Brief aus dem Jahr 1818 präsentiert, der von Anna Katharina Emmerick an Clemens Brentano geschrieben worden ist. Dieser wurde erst jetzt in Bayern entdeckt.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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