Den ganzen Vormittag können die insgesamt 1300 teilnehmenden Vorschulkinder aus rund 80 katholischen Kindergärten des Bistums Münster mit ihren 350 Begleitpersonen an verschiedenen Aktionen teilnehmen. Eine dieser Aktionen sind die Domerfahrungen. Dort messen die Kinder nicht nur mit Schritten, wie hoch der Dom ist, sondern lernen beispielsweise ganz praktisch, wie eine Orgel funktioniert. Insgesamt gibt es 14 Stationen. „Vier Stationen wurden erstmals von Schülerinnen und Schülern der Hildegardisschule organisiert“, sagt Stefanie Auditor. Sie ist Referentin für Kitapastoral beim Bistum Münster und hat den Kinderpilgertag organisiert. „Sie können im Dom Sinneserfahrungen machen und die Dinge selbst anfassen und hören.“
„Ich freue mich auf den Dom“, sagt Lilly. Sie ist eines von 77 Kindern, die im Verbund der Kitas St. Antonius Recklinghausen zum Kinderpilgertag nach Münster gekommen sind. Die Gruppe ist mit sieben Kitas in zwei Reisebussen angereist. „Mit einem Doppeldeckerbus“, ergänzt Liam. Die Kinder sitzen auf dem Domplatz und frühstücken. Sie warten auf die Domerfahrung. Gut zu erkennen ist die Gruppe aus Recklinghausen an ihren grünen Käppis. „Wir waren im letzten Jahr schon dabei. Das war ein toller Tag“, erinnert sich Stephanie Grunau, die Verbundleitung der Kindergärten St. Antonius Recklinghausen.
„Der Kinderpilgertag ist für Kinder im letzten Kindergartenjahr entstanden“, sagt Auditor. Die Kinder machen sich gemeinsam auf den Weg. Dabei sollen sie das Gefühl haben, dass sie begleitet und behütet sind und ein Stück weit mit Gott unterwegs sind. Neben dem Dom gibt es noch weitere Aktionen zu entdecken. Anmelden mussten sich die Gruppen zur Trommelreise, zum Erzählzelt, zu einem Objekttheater oder zu einem Figurentheater. Daneben gibt es offene Angebote wie das offene Singen in der Überwasserkirche, eine Leseinsel und ein Spielangebot im Bischofsgarten.
Erzieherin Silke Dietmar steht mit einer kleinen Gruppe aus der Kita St. Elisabeth in Moers im Bischofsgarten vor einer großen Dartscheibe. Die Kinder stehen in einer Reihe und warten, bis sie werfen dürfen. Das Angebot des Kinderpilgertags findet sie klasse. Im Bischofsgarten können die Kinder frei toben. Mathilda und Amy macht das Spielen im Garten Spaß, auch die große Dartscheibe gefällt ihnen. Miran und Eyman aus der Kita St. Josef in Moers erzählen, dass sie Spaß daran haben, sich den kleinen Hügel im Bischofsgarten hinunterrollen zu lassen. Ebenfalls im Bischofsgarten sitzt eine Gruppe aus der Kita St. Sebastian in Münster-Nienberge. Sie waren schon beim offenen Singen und beim Objekttheater. Jetzt machen sie eine Pause und essen Erdbeeren. Die schmecken der sechsjährigen Charlotte und dem fünfjährigen Matteo. „Mir hat das Theater gefallen“, sagt Charlotte, und Matteo ergänzt: „Alles war gut.“
Lara Bergjohann
Einige Fragen zum Kinderpilgertag unter dem Motto "Wir sind mit Gott unterwegs" haben die Verantwortlichen des Aktionsprogramms „Kita – Lebensort des Glaubens“ und Organisierenden des Kinderpilgertags, Stefanie Auditor und Marcus Bleimann, in einem Interview beantwortet:
Warum gibt es den Kinderpilgertag?
Auf dem Weg ins Leben ist die Kita als zentraler Lebensort für Kinder und ihre Familien eine wichtige Wegmarke. Der gemeinsame Weg in der Kita endet für die Kinder mit dem Eintritt in die Schule. Diesen Abschnitt noch einmal bewusst zu „begehen“, ein Stück Weg gemeinsam gehen, zusammen unterwegs sein, getragen von der Hoffnung, dass Gott diesen Lebensweg begleitet, dazu lädt der Kinderpilgertag ein. Kinder sind die Zukunft, sie schenken Hoffnung. Den Kindern im letzten Kita Jahr soll mit diesem Tag die Möglichkeit gegeben werden, sich in Gemeinschaft auf den Weg zu machen, gemeinsam auf dem Weg zu sein und Aktionen zu erleben und dabei vielleicht zu spüren: Gott ist mit uns unterwegs. Am Ende des Tages steht der Pilgersegen im St.-Paulus-Dom, bei dem die Kinder noch einmal einen Zuspruch mit christlicher Hoffnungsperspektive erhalten: Du bist behütet – Gott schütze dich.
In den Bistümern Aachen und Trier wird ein solcher Tag bereits seit mehreren Jahren sehr erfolgreich durchgeführt. Wir hatten uns das in Aachen live angesehen und waren so begeistert und überzeugt von dem Tag, dass wir 2025 zum ersten Mal auch für die katholischen Kitas im Bistum Münster einen Kinderpilgertag angeboten haben. Das Feedback war so positiv, der Tag ein tolles Erlebnis - deswegen gibt es den Kinderpilgertag in diesem Jahr wieder.
Was ist das Konzept? Wer ist die Zielgruppe?
Zielgruppe sind Kita-Kinder im letzten Kitajahr, also Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren. Das Konzept ist eine Mischung aus gebuchten und offenen Angeboten. Vier Aktionen werden von Theomobil e.V. angeboten. Außerdem gibt es noch die Erkundung des St.-Paulus-Doms, ein offenes Singen und eine Freispielfläche im Garten der Domverwaltung. Im Vorfeld durften die teilnehmenden Einrichtungen eine Aktion aus dem Programm von Theomobil e.V. wählen, die sie besuchen wollen. Sie hatten die Wahl zwischen einer Trommelreise, dem Objekttheater „Radieschenfieber“, einem Erzählzelt und einem Figurentheater. Außerdem haben sie ein Zeitfenster, in dem sie eine begleitete Domerkundung machen können. Das offene Singen ist – wie der Name schon sagt, offen und findet in der Überwasserkirche statt. In der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) Liebfrauen-Überwasser befindet sich an dem Tag eine Leseinsel, wo ein Angebot für zwischendurch zum Ausruhen stattfindet.
Wie viele Kinder werden in Münster zum Kinderpilgertag erwartet und aus welchen Regionen?
Wir erwarten etwa 1300 Kinder und 350 Begleitpersonen aus rund 80 Einrichtungen aus dem ganzen Bistum Münster.
Wie viele Personen waren in der Organisation involviert?
Wir vom Aktionsprogramm Kita Lebensort des Glaubens Vanessa Fliß, Marcus Bleimann und Stefanie Auditor zusammen mit Marleen Michel und Anna Mühlenbrock vom Eventmanagement sind hauptverantwortlich. Ohne die Hilfe zahlreicher Kooperationspartner innerhalb des BGV und darüber hinaus, wäre die Veranstaltung in der Form aber nicht möglich. Danke dafür. Besonders die Kolleginnen und Kollegen aus dem Sachgebiet Tageseinrichtungen für Kinder und auch die Schülerinnen und Schüler der Hildegardisschule Münster, die zum Helfendenteam zählen, sind an dieser Stelle einmal besonders zu erwähnen, da ihre Hilfe besonders wichtig ist und war.
Wie lange hat die Planung gedauert?
Die Planung dauerte in etwa ein Jahr.
Julia Geppert
