34mal Vorläufige Kirchliche Unterrichtserlaubnis in Gottesdienst verliehen
Es waren "Gesandte", die am 21. April in der Petrikirche in Münster zusammenkamen, allerdings nicht Botschafter eines Staates oder ähnliche Diplomaten, sondern 34 angehende Religionslehrerinnen und -lehrer.
Sie erhielten an diesem Abend die Vorläufige Kirchliche Unterrichtserlaubnis (VKU) für den Vorbereitungsdienst. Bei der Übergabe der von Bischof Dr. Felix Genn verliehenen VKU bezeichnete Geistlicher Rat Clemens Lübbers, Leiter der Abteilung Schulpastoral im Bischöflichen Generalvikariat, die jungen Leute als "gesandt in das Abenteuer Schule", um dort Menschen mit Jesus Christus in Berührung zu bringen.
Die Vergabe der VKU ist nötig, weil für den katholischen Religionsunterricht das Land Nordrhein-Westfalen und das jeweilige Bistum gleichermaßen verantwortlich sind. Religionslehrkräfte handeln im Namen beider Institutionen. Daher reicht das Studium der Katholischen Theologie nicht aus, um Religion zu unterrichten. Vielmehr brauchen Referendarinnen und Referendare zusätzlich die VKU. Nach dem Referendariat erhalten sie dann die Beauftragung für das Berufsleben als Religionslehrerkraft, die Missio canonica.
Den großen Schritt dahin gestaltete Lübbers mit den jungen Menschen eingebettet in eine Heilige Messe, gemeinsam mit Diakon Johannes Gröger und Pastoralreferent Jochen Hesper vom Mentorat für Lehramtsstudierende der Katholischen Religionslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Mit ihnen feierten rund 80 Angehörige und Freunde.
Seine Predigt entwickelte Lübbers ausgehend von dem Wort "gesandt", das auch als Leitwort über dem Gottesdienst stand. Er entfaltete dessen vielfältige Dimensionen: Man sende etwas, strahle etwas aus, lasse sich senden, schicke eine Sendung oder sei selbst auf Sendung, also auf Empfang. Auch mit dem Begriff Berufung habe Sendung etwas zu tun. "Der Bischof schickt Sie in das Abenteuer, als Christin und Christ an einer öffentlichen oder kirchlichen Schule in eine Begegnung mit jungen Menschen einzutreten, die zu einem Teil kaum noch etwas von Gott kennen oder wo nur noch wenige Erfahrungen mit ihm, mit Jesus und mit der Kirche gemacht haben", führte Lübbers aus.
Dieses Abenteuer dürften die künftigen Lehrkräfte beherzt angehen, wegen ihres Fachwissens, aber auch wegen ihrer persönlichen Begegnung mit Jesus, die eine Geschichte habe. Aus dieser Geschichte heraus könnten sie "Worte des Trostes, des Aufrichtens" sagen. Zu dieser schönen und kostbaren Aufgabe seien sie berufen und ausgesucht.
Dabei hätten sie nicht nur eine Aufgabe zu tun, sondern einen Dienst zu erfüllen, "den Dienst des Hinhörens, der Hinwendung und Zuwendung", betonte Lübbers. "Durch Ihre Art und Weise, dem Glauben einen Ausdruck, eine Form zu geben, wird etwas von der Botschaft Jesu auf die Ihnen Anvertrauten überspringen", erklärte er.
Schüler und Kollegen würden von Religionslehrkräften wissen wollen, ob diese in der Beziehung zu Jesus Christus leben. "Spüren sie grundsätzlich die Hoffnung, aus der Sie leben, die Zuversicht, die Sie trägt – vielleicht auch gerade dann, wenn der Zweifel in Ihnen bohrt, denn der gehört zum Glauben dazu –, spüren die Schüler Ihren Glauben, dann ist Gott am Werk, dann lebt er durch Sie, dann lässt er sich auch nicht mehr beiseite schieben", versprach Lübbers.
Auf seine Frage hin erklärten anschließend die künftigen Religionslehrer und -lehrerinnen feierlich ihre Bereitschaft zum Dienst und empfingen ihre Urkunden. An den Gottesdienst, den die von Daniel Frinken geleitete ,Petri-Combo‘musikalisch gestaltete, schloss sich zum Ausklang ein Empfang an.
Bildunterschrift: Die Urkunden über die Vorläufige Kirchliche Unterrichtserlaubnis für den Vorbereitungsdienst überreichte Geistlicher Rat Clemens Lübbers den Referendarinnen und Referendaren.
Text: Bischöfliche Pressestelle / 22.04.16
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Foto: Anke Lucht / Bischöfliche Pressestelle
