5600 Bäume sollen Menschen im Niger eine Zukunft geben

, Kreisdekanat Kleve

Er ist ein echter Wunderbaum, der Baobab – oder Affenbrotbaum, wie er bei uns genannt wird. Die Wurzeln unterstützen die Wundheilung beim Menschen, aus seinem Holz können Seile geflochten werden, Blätter, Blüten, Früchte und Samen sind Zutaten vieler schmackhafter Gerichte. Und nebenbei verhindert er, wie alle Bäume, die Bodenerosion und sorgt so für fruchtbares Land.

Erzbischof Laurent Lompo ist zu Besuch in Kevelaer. Er hofft, dass viele Menschen die Baumpflanzung in seiner Heimat unterstützen.

© Bistum Münster

In Kevelaer sitzt Erzbischof Laurent Lompo, der im afrikanischen Niger lebt, an einem Tisch und zeigt auf das Bild eines Baobabs. „Wir möchten im Niger, in der Sahel-Zone, 5600 unterschiedliche Bäume pflanzen, unter anderem Baobabs“, berichtet er. Ein Großprojekt auf insgesamt 13 Hektar Land, das die Kirche zur Verfügung gestellt hat. Lompo hofft auf Unterstützung: „Es kostet etwa 20 Euro, einen Baum zu pflanzen und ihn in den ersten Jahren zu pflegen“, sagt er. Mit dem Geld werde nicht nur der Bau eines Brunnens und eines Wasserturms unterstützt, sondern vor allen Dingen auch junge Menschen, die sich um die gepflanzten Bäume kümmern.

So sollen die Pflanzen nicht nur irgendwann Schatten spenden, das Mikroklima positiv beeinflussen, Nahrung geben und Bodenerosion verhindern, sondern schon jetzt ganz konkret Menschen eine Perspektive für die Zukunft bieten. Dr. Elke Kleuren-Schryvers von der Aktion Pro Humanität, die das Projekt unterstützt, erklärt: „Das Projekt wird kurzfristig rund 100 junge Menschen im Niger beschäftigen, die sonst keine Arbeit hätten.“ Zudem müssten die Bäume langfristig gepflegt und bewirtschaftet werden.

In dem noch immer vom Terror beherrschten Land seien solche Projekte neben der Bekämpfung des akuten Hungers wichtig, betont Lompo. „Die Menschen, die aus Afrika flüchten, machen das aus Perspektivlosigkeit. Wenn wir ihnen eine Perspektive geben können, dann bleiben sie in ihrer Heimat“, erklärt er. Und das, obwohl Terroristen immer wieder Dörfer und Städte überfallen, Angst und Schrecken unter Christen und Muslimen gleichermaßen verbreiten. Das Land, auf dem die Bäume gepflanzt werden sollen, liegt jedoch nicht im direkten Einzugsbereich der Terroristen, außerdem gibt es Signale, dass solche Anpflanzungen nicht zu den Angriffszielen gehören.

Weihbischof Rolf Lohmann, Umweltbischof bei der Deutschen Bischofskonferenz und Schirmherr des Projekts, ergänzt: „Ich empfinde es als wichtige Aufgabe, in der heutigen Zeit, die auch im Niger wie in den anderen Sahelstaaten immer wieder massiv von Terror, Töten, Vertreibung und Flucht erschüttert wird, unser Miteinander und Füreinander deutlich werden zu lassen. Das Projekt hat das Potenzial, eine wirkliche Friedensplattform zu werden, denn es ist interreligiös angelegt.“ Durch den symbolischen Erwerb eines Baumsetzlings für 20 Euro sei nachhaltiges und konkretes Handeln auch vom Niederrhein aus „jetzt sehr klar und einfach zu realisieren“.

Elke Kleuren-Schryvers stimmt ihm zu und hat auch schon Ideen für Baumspenden: „Eine Partnerschaft für einen Baum können nicht nur Einzelspender übernehmen, sondern auch Schulen, Vereine, Pfarreien, Stiftungen und Unternehmen. Sie eignet sich hervorragend als ein Geschenk zur Hochzeit, zur Geburt oder zum Geburtstag, denn mit jedem Baum macht man die Welt hoffnungsfroher und verhilft anderen Menschen zu einer nachhaltigen Perspektive für ihr Leben.“

Weitere Informationen zur Aktion Grüner Sahel gibt es auf der Seite der Aktion pro Humanität.

Christian Breuer