Die Geschichte der Stiftskirche wird Thema von zwei Themenführungen sein, die zum 600. Geburtstag des Gotteshauses angeboten werden. Am Samstag, 15. August – dem Tag, an dem das Fest Mariä Himmelfahrt gefeiert wird – lädt Kirchenführer Hanns Evers für 11.30 und für 14 Uhr zum Rundgang durch die Kirche ein. Der spätere Termin ist als Familienführung auch für junge Besucherinnen und Besucher konzipiert. Unter anderem wird Evers auch davon berichten, dass die Kirche zwar 600 Jahre alt ist, aber im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurde. „Nach dem zweiten Angriff am 7. Februar 1945 war das hier ein großer Schutthaufen“, sagt er. In den folgenden Jahren wurde das Gotteshaus größtenteils mit den alten Steinen auf dem ursprünglichen Fundament wieder aufgebaut.
Der Festtag, den Evers und Pastor Oliver Paschke initiiert haben, beginnt um 11 Uhr mit Festgeläut und einem Konzert des Glockenspiels, Carillon genannt, das Propst Johannes Mecking gestalten wird. Nach den Führungen erklingt ab 15 Uhr erneut das Carillon, das unter anderem das Klever Lied spielen wird. Ab 17.30 Uhr schließt sich der Festgottesdienst an, bevor dann um 19 Uhr der als „Bergischer Jung“ bekannte Diakon Willibert Pauels einen Gastauftritt in der Kirche hat. „Das wird ein Abend mit Mundart und Witz, Tiefgang und Lebensweisheit, Glaube und Menschlichkeit“, freut sich Paschke, der den bekannten Humoristen für den Auftritt in Kleve gewinnen konnte. Den ganzen Tag über wird eine Band zwischen den Führungen Livemusik spielen, außerdem wird es Getränke geben.
Der Eintritt zu dem Auftritt des „Bergischen Jung“ ist ebenso frei wie der Besuch der anderen Programmpunkte, am Ausgang wird lediglich um eine freiwillige Spende gebeten. Paschke lädt ein: „Wir öffnen die Türen der Kirche und möchten dazu einladen, sich einfach umzuschauen und die Stiftskirche neu zu entdecken. Besonders schön wäre es, wenn Menschen hier wieder neu entdecken, dass Gott ihnen nahe ist und dass Menschen hier zueinander finden. Wir sind hier im Herzen der Stadt und möchten ins Bewusstsein bringen, dass wir hier einen Ort mit einer langen, wechselhaften Geschichte haben, ein Gotteshaus, in dem auch die Kultur einen Platz findet."
Christian Breuer

