Abschluss des Gesprächsprozesses der Deutschen Bischofskonferenz
"Auch wenn es unterschiedliche Auffassungen über den Weg der Kirche in die Zukunft gibt, besteht doch ein Grundkonsens darin, beieinander zu bleiben":
Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am 12. September in Würzburg betont.
Bischof Genn hatte dort an der Abschlussveranstaltung des Gesprächsprozesses der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) teilgenommen. Ebenfalls dabei waren aus dem Bistum Münster Kerstin Stegemann, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum und Mitglied des Diözesanrats, Weihbischof Wilfried Theising, der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum, Pater Manfred Kollig, die Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, Notburga Heveling, sowie acht weitere engagierte Katholikinnen und Katholiken.
Den Prozess, der unter dem Thema ,Im Heute glauben‘ stand, hatte 2011 der damalige Vorsitzende der DBK, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, ins Leben gerufen. Insgesamt fünfmal kamen in den vergangenen Jahren jeweils rund 300 Bischöfe, Priester und Laien aus ganz Deutschland zu zentralen Veranstaltungen.
Bischof Genn zeigte sich am Ende des Prozesses zufrieden mit dem Miteinander von Bischöfen und Laien. Er sprach von einer guten und hohen Gesprächskultur und sagte, dass der Gesprächsprozess zur Entkrampfung beigetragen habe. Nach dem Jahr 2010, in dem viele Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester bekannt geworden seien, habe sich "ein ‚Stau‘ von Ratlosigkeit gebildet", der durch die gute Gesprächsatmosphäre aufgelöst worden sei.
Der Bischof betonte, dass bei den Treffen mit Leidenschaft und Sachlichkeit unterschiedliche Positionen vorgetragen worden seien. "Ohne Zweifel haben die Begegnungen viel dazu beigetragen, den Grundwasserspiegel des Miteinanders in unserer Kirche zu heben", erklärte er. Bleiben werde von dem Prozess, dass eine verstärkte Kommunikation nach innen und außen, "besonders die Glaubenskommunikation und der Dialog mit der Welt", notwendig sei. Zugleich erweise sich das Teilen der Nöte und Sorgen, gerade auch aktuell angesichts des Flüchtlingsdramas, als "Herausforderung und als der Ort, wo die Botschaft des Evangeliums sich glaubwürdig erweist". Schließlich bleibe die Frage, was Partizipation in der Beteiligung möglichst vieler an der Evangelisierung konkret bedeuten könne.
Auch Kerstin Stegemann zog eine positive Bilanz. "Ich habe die Diskussionen in Würzburg als sehr offen und ehrlich erlebt", erklärte sie, "in der Diskussion um den Abschlussbericht war es allen Beteiligten möglich, ihre Erfahrungen und Erlebnisse des bisherigen Prozesses einzubringen." Besonders die Frage, wie die Gespräche auch nach Abschluss des Prozesses gut weiter geführt werden können, habe viele bewegt. "Meiner Einschätzung nach halten viele der Anwesenden ein regelmäßig stattfindendes Konvent für ein gutes Konstrukt", sagte Stegemann. Den Bischöfen hätten die Teilnehmenden den Wunsch mitgegeben, in die Vorbereitung eines solchen Konvents auch Laien und Laiengremien gleichberechtigt einzubeziehen. "Ich halte dies für ein wichtiges Element in einem weiteren Prozess", betonte Stegemann, "nur wenn möglichst viele Personen, die sich in unserer Kirche engagieren, im weiteren Prozess verbindlich beteiligt werden, kann es gelingen, eine hohe Akzeptanz zu erreichen." Der Abschlussbericht bilde dabei eine gute Grundlage zur Weiterarbeit der offenen Fragestellungen. Wie ein weiterer Prozess aussehen werde, liege nun in der Hand der DBK, die in ihrer Sizung im November darüber entscheiden wolle.
Weitere Informationen und der Abschlussbericht des Gesprächsprozesses finden sich im Internet unter www.dbk.de.
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
