Acht ehrenamtliche Notfallseelsorger in ökumenischer Feier beauftragt
Gerade in Notfällen wünschen sich viele Menschen den Beistand eines Seelsorgers.
Diesen wichtigen Dienst leisten im Kreis Steinfurt künftig unter anderem acht neue ehrenamtliche Notfallseelsorger. Die sechs Katholiken und zwei Protestanten haben am 12. November in der kleinen evangelischen Kirche in Steinfurt ihre Beauftragungsschreiben von Weihbischof Dr. Christoph Hegge und Superintendent Joachim Anicker erhalten. Zuvor hatten sie sich für ihre Tätigkeit in der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Steinfurt in einer aus mehreren Modulen bestehenden Ausbildung theoretisch und praktisch qualifiziert.
Die Beauftragung war verbunden mit einem ökumenischen Gottesdienst. Ihn gestalteten neben Hegge und Anick, die das Bistum Münster und den Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken vertraten, Pfarrer Holger Erdmann als evangelischer Koordinator für Notfallseelsorge im Kreis Steinfurt sowie Diakon Peter Siefen als sein katholischer Kollege.
In seiner Predigt verglich Erdmann die Arbeit der Notfallseelsorge mit der Situation der Jünger Jesu auf dem See: Die Wellen brechen über Menschen zusammen und ziehen ihnen den Boden unter den Füßen weg, ihnen steht das Wasser bis zum Hals. In diesen Momenten sei die Notfallseelsorge bei den Menschen, halte den Sturm mit ihnen aus, versuche mit ihnen, den Kopf über Wasser zu halten und nicht unterzugehen. "Die Notfallseelsorge ist bei den Menschen in den Stürmen ihres Lebens. Dabei wissen wir uns getragen von dem, in dessen Namen wir tätig sind: Jesus Christus", erklärte Pfarrer Erdmann. Zu erleben, dass der Sturm sich auch wieder beruhige und man dabei auf Christus vertrauen dürfe, sei eine tröstliche Perspektive angesichts einer manchmal schwierigen Arbeit.
In der anschließenden Feierstunde überreichten Weihbischof Hegge und Superintendent Anicker die kirchlichen Beauftragungsschreiben. Hegge zeigte sich dabei von der Bereitschaft der Ehrenamtlichen, diesen wichtigen seelsorglichen Dienst zu leisten, beeindruckt. "Der erste Dienst, den wir leisten können, ist mitzufühlen und da zu sein in dem Bewusstsein, dass Christus mit uns geht", sagte er. Er würdigte die kompetente Arbeit der hauptamtlichen Seelsorger, die die Ehrenamtlichen bei ihrer Tätigkeit begleiten, sowie die Unterstützung durch das Kreisdekanat und die Kirchenkreise. "Ich danke Ihnen und habe Hochachtung vor dem, was Sie leisten", sagte der Weihbischof den Ehrenamtlichen.
Wie wichtig die Notfallseelsorge ist, zeigt die Bilanz für den Kreis Steinfurt. Bis Ende Oktober hat die Notfallseelsorge dort 76 Einsätze geleistet. Die häufigsten Anlässe dabei waren die Überbringung von Todesnachrichten mit 31 Prozent sowie im Begleitung im Fall eines Suizids mit 28 Prozent und im Falle häuslicher Todesfälle mit 22 Prozent. Auch bei einer sogenannten Großschadenslage waren die Notfallseelsorger anlässlich des Zugunglücks in Laggenbeck im Einsatz.
Insgesamt betreuten sie bis Ende Oktober 362 Personen. Davon waren 98 Kinder und Jugendliche. Die durchschnittliche Einsatzdauer betrug 2,7 Stunden. So haben die Notfallseelsorger bisher 2015 insgesamt 179 Einsatzstunden geleistet.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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