Acht junge Männer und ihr Weg zur Diakonenweihe

Ihre Lebenswege sind individuell, doch ihr Lebenswunsch eint die acht jungen Männer aus verschiedenen Orten im Bistum Münster.

Irgendwann war er bei allen da, plötzlich oder am Ende eines Prozesses, und hat sie einfach nicht mehr losgelassen: der Wunsch, ihr Leben ganz in den Dienst an Gott und dem Nächsten zu stellen – als Priester. Am Sonntag, 19. April, wird Bischof Dr. Felix Genn im St. Paulus Dom Münster Joachim Brune (30) aus Wadersloh-Liesborn, Ebbo Ebbing (31) aus Rhede, Bernd Egger (31) aus Lüdinghausen, Sebastian Frye (26) aus Schöppingen-Eggerode, Jonas Hagedorn (27) aus Ibbenbüren, Christoph Hendrix (26) aus Issum, Ralf Meyer (28) aus Mettingen und Christoph Schwerhoff (29) aus Borken-Gemen zu Diakonen weihen.

Mit der Diakonenweihe gehen die acht Priesteramtskandidaten die letzte Stufe auf dem Weg zur Priesterweihe. Einige andere Stufen haben sie schon absolviert, so das Theologiestudium und den im Priesterseminar Borromaeum angesiedelten Pastoralkurs. Dessen Bestandteil war unter anderem ein Gemeindejahr in Pfarreien des Bistums, das gerade hinter der Gruppe liegt. "Es wurde Zeit, dass wir nach der Theorie endlich ans Tun kamen", findet Bernd Egger. Nicht nur deshalb war das Gemeindejahr wertvoll für den Kurs. "Es war schön, wie man angenommen wurde, dass man etwas mitnehmen und zugleich auch etwas von dem, was man gelernt hatte, weitergeben konnte", meint Joachim Brune. Und Christoph Hendrix hat die Erfahrung gemacht, "dass es um die Kirche nicht so schlecht steht, wie wir glauben, weil es viele, auch junge Leute gibt, die mit Freude dabei sind." Im positiven Sinne überraschend war für alle, "dass uns auch viele ältere Menschen sehr vertrauen", wie Christoph Schwerhoff formuliert.

Solche Ermutigung, dass ihr Weg richtig sein würde, haben sie auch in ihrem Umfeld erfahren. "Viele Leute zu Hause hat mein Weg nicht verwundert", erinnert sich Sebastian Frye. Mehr habe ihn die positive Reaktion gerade von vielen Menschen, die der Kirche selbst nicht so nahe stehen, überrascht. "Bei einem Turnier hat meine Clique plötzlich begonnen, den anderen Teams zuzurufen: ,Wir hab’n ‘n Pastor, und ihr nicht!‘", erinnert sich Frye, "das war komisch und zugleich eine Ermutigung."

Christoph Schwerhoff hat vor allem Respekt erfahren. "Viele fragten zwar, wie ich dazu käme, ich sei doch ein normaler Mensch", schildert der frühere Verwaltungsangestellte, "aber sie sagten auch, dass meine Entscheidung Mut beweise." Auch, dass die Entscheidung für die Priesterweihe zugleich eine gegen eine eigene Familie ist, sei Thema gewesen. "Auch wenn meine Eltern sich vielleicht einen anderen Weg für mich vorgestellt hatten, unterstützten sie mich von Anfang an, und dass ich ohne Frau und Kinder leben werde, können sie ganz gut verkraften, da ich drei Schwestern habe und schon vier Enkelkinder da sind", erzählt Bernd Egger, der zunächst eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann gemacht hatte.

Bei aller Unterstützung wissen die acht jungen Männer um viele der Herausforderungen, vor die ihre Berufung sie stellen wird. "In den so groß gewordenen Pfarreien trotzdem noch echten menschlichen Kontakt zu schaffen", nennt Christoph Hendrix ein Beispiel. Vor dem gleichen Hintergrund formuliert Ralf Meyer das Anliegen, "Veränderungen zur Weite hin zu schaffen, dass die Menschen über ihren Kirchturm hinaus mehr auf Christus schauen als auf die Kirche als Struktur." Ebbo Ebbing wiederum betont einen Pluspunkt heutiger Priesterkandidaten: "Unser Weg ist weniger vorgezeichnet, es gibt viele Möglichkeiten der Mitgestaltung der künftigen kirchlichen Formen."

Dass sie für ihre Arbeit und ihre Berufung Kraft brauchen werden, ist allen bewusst. Neben Gott kommen hier Familie und Freunde ins Spiel. "Es braucht beides", sagt Ralf Meyer, "die Erdung durch die Freunde und die Antenne nach oben." Bernd Egger hat einen wichtigen Rat, damit die Mentalität stimmt: "Man darf sich nicht von Miesepetrigkeit anstecken lassen", rät er, "die Wehmut in den Gemeinden muss man sich anhören und gleichzeitig den Blick für das Neue und die Aufbrüche wachhalten."

Was sie selbst sich für diese Aufbrüche während des bald beginnenden Diakonats wünschen, wissen sie genau. "Für mich und die Kirche insgesamt wünsche ich mir, dass wir uns wieder bewusst werden, dass wir die beste Botschaft der Welt haben", meint Joachim Brune, "wir sind oft zu defensiv und vergessen, dass Gott seine Kirche nicht allein lässt." Christoph Schwerhoff möchte "mit der Liturgie, die wir feiern können, eine Hilfe für das Leben der Menschen sein." Und Ebbo Ebbing hofft auf "viele Begegnungen, bei denen Jesus ausgesprochen oder unausgesprochen im Mittelpunkt steht" – so, wie er für die acht künftigen Diakone schon heute im Mittelpunkt steht.

Die Feier der Diakonenweihe wird auch als Live-Videostream ins Internet übertragen. Dieser Fernsehgottesdienst ist am 19. April ab 14.30 Uhr zu sehen auf www.paulusdom.de, www.bistum-muenster.de, www.kirchensite.de und www.katholisch.de.

Die Übertragung beginnt ca. zwei Minuten vorher; ggf. muss die verlinkte Internetseite danach neu im Browser aufgerufen werden, um den Stream sehen zu können. Zum Start des Streams bitte bei Bedarf auf das dreieckige Play-Symbol im Videostreamfenster klicken.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de