Adriana Schulten startet im September mit dem EFL-Masterstudiengang

, Bistum Münster, Kreisdekanat Steinfurt

Adriana Schulten kennt die Herausforderungen von Menschen mit Migrationshintergrund: „Ihnen Unterstützung anzubieten, das ist mir ein besonderes Anliegen.“ Die Rheinenserin arbeitet nach ihrem Psychologie-Studium in Brasilien seit vielen Jahren im Büro der portugiesisch-sprachigen Gemeinde sowie dem psychosozialen Zentrum für Geflüchtete „Refugio Münster“. Durch ihr berufliches, aber auch ehrenamtliches kirchliches Engagement kennt sie seit langem die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) des Bistums Münster. Diese bietet ab September in Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho) wieder einen weiterbildenden vierjährigen Masterstudiengang zur zertifizierten EFL-Beraterin an. Adriana Schulten hat sich dafür beworben – und gehört nach dem Sommer zum Studierendenkreis.

Adriana Schulten aus Rheine startet im September mit dem EFL-Masterstudiengang.

© Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner

„Unsere Gesellschaft ist vielfältiger geworden, dem müssen wir uns öffnen“, sagt Adriana Schulten und meint damit auch die Beratungsstellen. Ihre Erfahrungen aus der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten, den Geflüchteten sowie ihre eigene Migrationsgeschichte möchte die 48-Jährige einbringen. Denn sie weiß: „Es gibt viele Probleme, die oftmals nicht anders sind als bei Paaren ohne Migrationserfahrung.“ Chancengleichheit für alle liegt der Rheinenserin am Herzen: „Das ist zu einer Art Lebensmotto für mich geworden. Wenn ich dazu fachlich etwas beitragen kann, will ich das tun.“

Neben den theoretischen Modulen ist das Masterstudium in weiten Teilen sehr praxisorientiert angelegt: „Bereits im ersten Semester hospitieren wir in einer EFL-Beratungsstelle.“ Adriana Schulten ist dem Standort Greven-Emsdetten-Steinfurt zugeteilt. Im zweiten Jahr sollen die Studierenden schon selbst Beratungen übernehmen, die begleitet werden durch Supervisionen. Für die Rheinenserin ist das nichts Neues. In der portugiesisch-sprachigen Gemeinde bieten ihr Mann Ludger Schulten und sie seit einigen Jahren Sprechstunden an: „Die Nachfrage nach Hilfe ist groß.“ Und auch bei „Refugio“ berät sie Sprachmittlerinnen und -mittler, die bei den Therapie- und Beratungsgesprächen mit Geflüchteten eingesetzt werden.

Die wissenschaftliche Perspektive, mit der auf gesellschaftlich relevante Themen geschaut wird, hat Adriana Schulten an dem EFL-Weiterbildungsstudiengang gereizt. Zudem bringt die Gruppe unterschiedliche Expertisen ein. Einmal im Monat treffen sich alle für zwei Tage zum Lernen und für den Austausch. Darauf ist sie sehr gespannt.

Dass Menschen mit ausländischen Wurzeln sich in den EFL-Beratungsstellen willkommen fühlen, das ist der Masterstudentin ein großes Anliegen. Durch ihre dunklere Hautfarbe und ihre eigene Migrationsgeschichte komme sie schneller in Kontakt mit ihnen und Barrieren lassen sich leichter abbauen.

Der Masterstudiengang wird am Studienort Münster schwerpunktmäßig systemisch orientiert angeboten, mit der Integration psychodynamischer und verhaltensorientierter Ansätze. Er vermittelt zudem unter anderem soziologische, rechtliche und theologische Rahmenbedingungen von Beratung. Eine besondere Bedeutung hat die Reflexion einer spirituellen Beratungshaltung aus der Perspektive des christlichen Menschenbildes. Der Abschluss als Master of Counseling entspricht europaweit den allgemeinen Studienbedingungen eines Masterstudiengangs mit anschließender Promotionsmöglichkeit.

Gudrun Niewöhner