Akademieabend
Mit einem Akademieabend haben das Bistum Münster, die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster und die Katholisch Soziale Akademie Franz Hitze Haus den renommierten Kirchen- und Liturgiehistoriker Prof. Dr. Arnold Angenendt aus Anlass seines 80. Geburtstags am Freitag, 12. September 2014, gewürdigt.
Zahlreiche Besucher, Repräsentanten von Kirche und Hochschule, Familienangehörige, wissenschaftliche Kollegen, Mitpriester, Wegbegleiter, Studierende und andere hatten sich zu der Veranstaltung versammelt. Pfr. Dr. Martin Thiele begrüßte neben dem Jubilar namentlich auch den Erzbischof Dr. Philip Naameh aus Ghana, der später die Vesper leitete, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, der in der Vesper predigte und Prof. Dr. Reinhard Hoeps, Prodekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster, der einführende Worte sprach.
Weihbischof Zekorn erklärte, als einer seiner Schüler habe er Angenendt erlebt als jemanden, der säen wollte und seine Vorlesungen immer auf die Zuhörer hin gestaltet habe. Angenendt sei ein Vermittler von "Einsichten in Denk- und Lebensformen vergangener Zeiten" und von "Durch-Blicken auf Tiefschichten des Lebens, der Person, des Ich" sowie von "Durch-Blicken auf die Transzendenz", lobte Zekorn. Zudem habe Angenendt sein Leben "zu einem geistlichen Opfer geformt, für die Weitergabe des Evangeliums Jesu Christi in einem Leben als Historiker".
Pfr. Thiele hatte als Organisator der Feier in seiner Begrüßung hervorgehoben, mit dieser Veranstaltung solle "der Mensch, der Priester und der renommierte Wissenschaftler Arnold Angenendt geehrt und gefeiert werden". Der Akademiedozent stellte klar, er könne Angenendts "Bedeutung als Wissenschaftler hier auch nicht im Entferntesten würdigen", wolle aber zwei Facetten beleuchten. In seiner Wahrnehmung habe Angenendt zum einen Kirchengeschichte als Theologie verstanden, die der Kirche in kritischer Solidarität diene. Angenendts Forschung gehe zwar davon aus, dass "Gott sein pilgerndes Volk durch die Geschichte" begleite. Dabei sei der Jubilar aber nicht total identifiziert mit seiner Kirche, sondern wahre einen kritischen Weg, erinnere etwa "an Irrwege bestimmter religionsgeschichtlicher Frömmigkeitspraxen, die die Kirche besser nicht gegangen wäre". Zum anderen habe Angenendt "auf gleicher Augenhöhe mit der Profangeschichte kommuniziert", sei einer der profiliertesten und anerkanntesten Mittelalterforscher, der stets die Bedeutung des Wissens um religions- und mentalitätsgeschichtlichen Motive für das Verständnis eine christlichen Mittelalters unterstrichen habe.
Als persönlichen Zugang zu Angenendt schilderte Thiele seine Erfahrung als Studierender: "Wer sich die Mühe des Mitgehens und Mitdenkens machte, wurde verwandelt". Die universitäre Begegnung mit Angenendt habe das Denken weiter gemacht: "Horizonte öffneten sich, Sichtweisen wurden hinterfragt". Typisch für den Hochschullehrer seien drei Worte, die sich ihm eingeprägt hätten: "No TV!" im Sinne Vermeidung unnötiger Zerstreuung, "Keine Angst vor dicken Büchern!" als Appell zum unerschrockenen Lesen und "Lachen Sie nicht!" etwa über mittelalterlichen Wunderglauben aus fehlendem Respekt vor einer anderen Zeit.
Im Laufe der Veranstaltung kam auch der Jubilar selbst zu Wort. Er sprach über die Frage "Wozu und weshalb Kirchengeschichte?" Ferner steuerten Freunde und Weggefährten vielfarbige ‚Geburtstagsblumen’ in Form wertschätzender Statements bei.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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