
Begleitet von einem Projektteam, das die Auftaktwerkstätten entwickelt hat und durchführt sowie einzelnen Fachreferentinnen und -referenten ging es zu Beginn erst einmal um die Erwartungen der Seelsorgenden an die Pastoralen Räume, aber auch darum, mögliche Befürchtungen zu benennen. Im Strukturprozess sei es an der Zeit, die Veränderungen inhaltlich zu füllen und damit auch die Rollenveränderungen hauptamtlicher Seelsorgerinnen und Seelsorger anzugehen, benennt Marius Stelzer ein wesentliches Ziel der Werkstätten.
In fünf Workshops zu den fünf Merkmalsbegriffen des Pastoralen Raums (Verwirklichungsraum, Sendungsraum, Kooperationsraum, Engagementraum, Möglichkeitsraum) wurden verschiedene Perspektiven entdeckt, entwickelt und ins Gespräch gebracht. Die Raumbegriffe bilden einen Denk- und Arbeitsrahmen für Rollen- und Teamfragen sowie für die notwendigen wie unverzichtbaren Kooperationsabsprachen im Pastoralen Raum. Dabei geht es immer auch darum, Informatives und Klärendes zum Prozessstand zu beschreiben, Produktives und Widerständiges ins Wort zu bringen, Bewährtes und Neues zu entdecken und vor allem Absprachen zur weiteren, verbindlichen Zusammenarbeit zu treffen. Durch die Workshops und Gespräche sollen die gewohnten Grenzen geweitet und Chancen des Raumes definiert werden, um sie dann auch zu nutzen.
Resonanzen und Rückfragen konnten im Laufe der Auftaktwerkstätten an die Vertreter der Steuerungsgruppe, Matthias Mamot und Daniel Gewand, gerichtet werden. Beide betonten in einem Impulsvortrag die notwendige Rollenveränderung beim hauptberuflichen Seelsorgepersonal. Sie ermutigten die Seelsorgerinnen und Seelsorger, sich auf Veränderungen einzulassen. Und das zeigt Wirkung: Die Seelsorgerinnen und Seelsorger denken darüber nach, wie künftig welche Aufgaben im Pastoralen Raum übernommen werden können.
Die Ausgangssituationen der Teilnehmenden sind sehr unterschiedlich: Viele Seelsorgeteams in den Pastoralen Räumen sind schon auf einem guten Weg. Andere hadern noch mit den derzeitigen Entwicklungen, die den gewohnten Arbeitsalltag betreffen. Wiederum andere sehen die Zeit gekommen, Ehrenamtliche intensiver einzubinden oder treffen Absprachen, um gemeinsam auf pastorale Themenfelder zu schauen oder um eine Ebene des regelmäßigen Dienstgespräches zu etablieren. Stefan Nieber: „Egal wer wo steht, von dort geht es los“.
Mit den Auftaktwerkstätten soll noch einmal deutlich werden, dass die hauptamtlichen Seelsorgeteams zusammen mit den Ehrenamtlichen nach Lösungen für ihren jeweiligen Pastoralen Raum suchen. Das Bistum gebe zwar Rahmenbedingungen vor, doch die Gestaltung der Räume sei ein individueller Prozess, erklärte Stefan Nieber und fügte an: „Der Zeitpunkt dafür ist günstig, denn noch haben wir keinen Druck. Wir können ausprobieren, was künftig in den Pastoralen Räumen wie gemeinsam funktionieren kann.“ Denn es gehe anders als bei den früheren Zusammenschlüssen von Pfarreien nicht allein um eine Änderung der Struktur, sondern auch um eine den Umständen angepasste seelsorgliche Arbeitsweise, um eine Transformation der beruflichen Rollen, der Absprachen und Kooperationen im Pastoralen Raum.
Gudrun Niewöhner
