Berührende Gesten – starke Zeichen
Kardinal Jorge Mario Bergoglio, bisher Erzbischof von Buenos Aires, ist neuer Papst. Der 76-jährige Argentinier wird als 266. Papst der Kirchengeschichte den Namen Franziskus tragen. Der Bischof von Münster Dr. Felix Genn hat Papst Franziskus in einer ersten Stellungnahme noch am Abend des 13. März 2013 "Kraft, Gesundheit, Ausdauer und einen langen Atem" gewünscht."
Für den Bischof war die Wahl von Kardinal Bergoglio eine Überraschung: "Ich habe schon im Vorfeld der Wahl gesagt, dass wir mit mancher Überraschung rechnen können: Hier ist wieder eine. Schon die Wahl von Johannes Paul II. und auch die von Benedikt XVI. waren für mich überraschend und auch jetzt ist das wieder so. Der Heilige Geist ist offenbar für Überraschungen gut und das freut mich."
Bischof Genn empfand die ersten Gesten des neuen Papstes als "berührend": "Er erscheint einfach in der weißen Soutane ohne eine Mozetta (Schulterkragen) oder ein anderes Kleidungsstück und bittet die Gläubigen zunächst in einem Augenblick der Stille, in dem er sich verneigt, für ihn zu beten. Und dann spricht er davon, dass er Bischof von Rom ist und dass Bischof und Volk zusammen stehen müssen – das sind alles ganz starke, kurze, aber eindeutige Zeichen."
Für Bischof Genn, ist es eine "gute Kombination", dass der neue Papst Jesuit ist und sich Franziskus nennt: "Von seiner geistlichen Prägung her ist der Papst Jesuit. Und, dass er einen Namen wählt, der noch nie gewählt wurde, das ist unkonventionell. Der Name selbst ist vor allem eine Botschaft an die Armen, der Name macht deutlich: Kirche ist die Kirche der Armen." Weiter unterstreicht Bischof Genn, dass durch die Wahl eines Lateinamerikas sehr deutlich werde, dass die Kirche nicht europazentriert sei, sondern Weltkirche. Bischof Genn: "Lateinamerika ist ein wichtiger Kontinent für die katholische Kirche. Das ist ja schon seit Jahren klar geworden und wird jetzt durch die Wahl dieses Papstes noch einmal unterstrichen. Mit ihm bekommt diese Bedeutung Lateinamerikas für die Weltkirche nun ein konkretes Gesicht."
Text: Dr. Stephan Kronenburg
Foto: Reuters
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