Birgit Funkenberg leitet in Dorsten künftig ehrenamtlich Beerdigungen

, Kreisdekanat Recklinghausen

Als Pfarrer August Hüsing sie fragte, ob sie sich einen weiteren ehrenamtlichen Dienst in ihrer Gemeinde vorstellen könne, musste Birgit Funkenberg nicht lange überlegen. Die 63-Jährige engagiert sich bereits seit vielen Jahren in der Pfarrei St. Paulus in Dorsten-Hervest, ist Kommunionhelferin und ausgebildete Wortgottesdienstleiterin. Nun hat sie sich für einen weiteren wichtigen Dienst qualifiziert: Künftig wird sie ehrenamtlich Beerdigungen leiten.

„Das konnte ich mir gut vorstellen, auch wenn die Reaktionen in meinem Umfeld sehr unterschiedlich waren“, erzählt Funkenberg. Während einige beeindruckt gewesen seien, hätten andere eher zurückhaltend reagiert. Für sie selbst stand die Entscheidung jedoch schnell fest. „Ich traue es mir zu. Als Christen haben wir eine hoffnungsvolle und tröstende Botschaft: Das Leben endet nicht mit dem Tod.“

Genau diese Botschaft möchte sie den Angehörigen in Zeiten der Trauer vermitteln. „Das Leben ist ein Fest und deshalb sollte auch der Abschied würdig sein. Es ist die letzte Feier eines Menschen. Dabei wird sein Leben noch einmal in den Blick genommen“, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Es sei ihr eine Ehre, Verstorbenen und ihren Familien in diesen besonderen Momenten beizustehen.

Porträt von Birgit Funkenberg, die in die Kamera lächelt

Birgit Funkenberg wird künftig in der Pfarrei St. Paulus ehrenamtlich Beerdigungen leiten.

Dabei legt Funkenberg großen Wert auf eine persönliche Gestaltung der Trauerfeiern. „Es gibt viele Texte und Worte, die den Menschen heute nah sind. So möchte ich den Abschied gestalten.“ Grundlage dafür ist stets das Trauergespräch mit den Angehörigen. „Die Feier soll persönlich sein und zum Verstorbenen und den Trauernden passen“, betont die gebürtige Waltroperin, die seit mehr als drei Jahrzehnten in Dorsten lebt.

Auf diese Aufgabe fühlt sie sich gut vorbereitet. Gemeinsam mit zwölf weiteren Frauen und Männern absolvierte sie einen 130 Unterrichtsstunden umfassenden Qualifizierungskurs des Kreisbildungswerks Recklinghausen. Dort beschäftigten sich die Teilnehmenden mit theologischen Fragen, liturgischen Abläufen, Trauerbegleitung und Gesprächsführung. „Anfangs fiel mir manches schwer, weil ich keine theologischen Vorkenntnisse habe. Aber der Kurs war sehr gut aufgebaut und hat uns intensiv auf die Praxis vorbereitet“, berichtet Funkenberg.

Neben theoretischen Einheiten standen auch praktische Übungen auf dem Programm. Die Teilnehmenden setzten sich mit der eigenen Trauerbiografie und biblischen Texten auseinander, haben Trauergespräche geübt und Beerdigungszeremonien studiert. Am Ende stand eine Abschlussarbeit. Auch ihren Pfarrer begleitete Funkenberg mehrfach bei Beerdigungen und gewann so Einblicke in die neue Aufgabe. 

Künftig wird sie bei ihren Einsätzen eine eigene Albe tragen. „Als Wortgottesdienstleiterin habe ich bereits eine Albe getragen, aber nun habe ich eine eigene. Damit werde ich sicher noch stärker als Seelsorgerin wahrgenommen“, sagt sie.

Auf ihre ersten selbst geleiteten Beerdigungen blickt Birgit Funkenberg mit Respekt, aber auch mit Vorfreude. „Ich bin gespannt, wie es sein wird. Vor allem hoffe ich, dass es mir gelingt, Menschen in ihrer Trauer Trost zu schenken und ihnen die christliche Hoffnung mit auf den Weg zu geben.“

Neben Birgit Funkenberg haben aus Dorsten auch Ulrich Kamp (St. Paulus), Evamaria Schäfer und Claudia Esser (beide St. Agatha) sowie Matthias Feller (St. Antonius und Bonifatius) an der Qualifikation teilgenommen. 

Informationen zum nächsten Ausbildungskurs, der Anfang kommenden Jahres erneut vom Kreisbildungswerk Recklinghausen angeboten wird, gibt es per E-Mail an info[at]kbw-recklinghausen.de.

Michaela Kiepe