Bischöfliches Studierendenwerk Münster mit neuer Doppelspitze

, Stadtdekanat Münster

Die eine kennt kirchliches studentisches Wohnen sowohl aus eigener Erfahrung als Bewohnerin eines Studierendenwohnheims als auch aus beruflichen Tätigkeiten, der andere bringt langjährige Erfahrung aus Unternehmensberatung und Wirtschaft mit: Dr. Theresa Sothmann (38) und Frank Sibbing (39) sind die neuen Geschäftsführer des Bischöflichen Studierendenwerks Münster. Erstmals wird das BSW damit von einer Doppelspitze geleitet. Gemeinsam wollen sie bezahlbaren studentischen Wohnraum sichern, das inhaltliche und pastorale Profil des BSW weiterentwickeln und die Schnittstelle von Hochschule, Kirche und Stadt stärken.
 

Dr. Theresa Sothmann und Frank Sibbing sind die neuen Geschäftsführenden des Bischöflichen Studierendenwerks Münster.

© KSHG Münster/Niklas Hupfeld

„Ich habe selbst im Collegium Marianum gewohnt und damals erlebt, wie wertvoll es sein kann, nicht einfach nur ein Zimmer zu haben, sondern an einem Ort zu leben, an dem Gemeinschaft entsteht“, sagt Theresa Sothmann. Die gebürtige Wolfsburgerin kam vor 17 Jahren zum Studium der Sozialen Arbeit und Katholischen Theologie nach Münster. Währenddessen engagierte sie sich in der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) und war nach ihrem Studium rund sechs Jahre als Referentin für Kultur und Events dort tätig. Parallel promovierte sie zur Konzeption katholischer Hochschulgemeinden in Deutschland. Anschließend arbeitete sie auf Bundesebene im Forum Hochschule und Kirche, dem heutigen Bundesverband Katholische Kirche an Hochschulen. Zuletzt war sie bereits in unterschiedlichen Funktionen im Bischöflichen Studierendenwerk tätig.

„Die Studierenden- und Hochschulpastoral liegt mir seit vielen Jahren am Herzen“, sagt Theresa Sothmann. „Umso mehr freue ich mich, nun als Geschäftsführerin zurückzukehren und gemeinsam mit dem Team und unseren Kooperationspartnern die Studierenden- und Wohnheimpastoral mitzugestalten.“

“Brauchen eine wirtschaftlich stabile und nachhaltige Grundlage”

Für Frank Sibbing ist Münster ebenfalls seit vielen Jahren ein wichtiger Bezugspunkt. Der gebürtige Gronauer zog 2005 in die Domstadt. Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte er Betriebswirtschaftslehre in Münster. 2015 begann er als Unternehmensberater bei der Münsteraner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon, 2016 gründete er die Finne Brauerei Münster und übernahm deren Geschäftsführung. Seit 2019 ist er zudem als Projektleiter Wirtschaft beim Münsterland e.V tätig.

Seinen wirtschaftlichen Hintergrund möchte der Gronauer in die Arbeit des BSW einbringen. „Damit wir dauerhaft bezahlbaren Wohnraum und die inhaltliche Arbeit des BSW sichern können, brauchen wir eine wirtschaftlich stabile und nachhaltige Grundlage“, sagt er. Wirtschaftliches Handeln sei kein Selbstzweck. „Es schafft die Voraussetzungen dafür, dass wir unserer eigentlichen Aufgabe langfristig nachkommen können: Studierenden bezahlbaren Wohnraum zu bieten und gleichzeitig Orte zu schaffen, an denen Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und ein lebendiges Miteinander entstehen.“

Zum Bischöflichen Studierendenwerk gehören fünf katholische Studierendenwohnheime im Stadtgebiet von Münster: das Collegium Marianum, das Fürstin-von-Gallitzin-Heim, das Liebfrauenstift, der Tita-Cory-Campus und der Überwasserhof mit Studierenden-Appartements. Insgesamt bietet das BSW rund 500 Zimmer. Hinzu kommt das studentisch geprägte Café Milagro mit einem Mittagstisch von montags bis freitags.

Respekt, Offenheit und Vielfalt

Die fünf Wohnheime sollen laut der beiden neuen Geschäftsführenden Orte sein, an denen Studierende sich zu Hause fühlen und ein von Respekt, Offenheit, Unterstützung und Vielfalt geprägtes Miteinander erleben können. Auch die kirchliche Verortung des BSW spiele eine wichtige Rolle. Christliche Werte sollten im alltäglichen Zusammenleben erfahrbar werden und die Wohnheime Orte sein, an denen Studierende Kirche offen und lebensnah erleben können.

Dabei setzen Sothmann und Sibbing auf ihre unterschiedlichen Perspektiven. „Geteilte Leitung bedeutet für uns, unterschiedliche Kompetenzen zusammenzuführen und gemeinsam Verantwortung zu tragen“, sagen sie. Ihre Profile ergänzten sich dabei gerade in den zentralen Bereichen der Arbeit des BSW: in der Gestaltung des BSW als Lebens- und Zukunftsort für Studierende, in seinem inhaltlichen und pastoralen Profil sowie in der Sicherung seiner wirtschaftlichen Tragfähigkeit.

Theresa Sothmann und Frank Sibbing lösen den bisherigen Geschäftsführer Markus Hoffmann ab, der das BSW in der heutigen Form nach der Gründung durch das Bistum Münster 2015 aufgebaut hat. In seine Zeit fielen neben der Schließung des Thomas-Morus-Heims und des Breuls vor allem der Bau des neuen Tita-Cory-Campuses. Hoffmann übernimmt eine neue Aufgabe im Vorstand und der Geschäftsführung des Caritasverbandes Marl.

Ann-Christin Ladermann