Bischof Dr. Felix Genn wirbt für Pfarreiratswahlen im November

Das Bistum Münster macht mit beim Superwahljahr: Von Wangerooge bis Werne, von Wachtendonk bis Wadersloh finden am 11./12. November Pfarreiratswahlen statt.

Fast 1,7 Millionen Katholiken ab 14 Jahren sind aufgerufen, über die Besetzung der Gremien in den Pfarreien abzustimmen.

Die Wahlen werden sowohl im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums als auch im niedersächsischen Teil, dem Offizialatsbezirk Vechta, durchgeführt. Sie stehen unter dem Motto: "Jetzt staubt´s – Kirche vor Ort ist im Umbruch".

"Als Kirche leben wir vom Engagement der vielen Ehrenamtlichen in unseren Pfarreien, Verbänden und Einrichtungen", sagt Münsters Bischof Dr. Felix Genn. Er bittet deshalb die Katholiken in den Pfarreien, sich als Kandidaten zur Verfügung zu stellen: "Mit ihren jeweiligen Begabungen und Charismen sind die Ehrenamtlichen eine unverzichtbare Bereicherung – ja ein konstitutives Element der Kirche – auch im Bistum Münster." Folglich, betont der Bischof, sei es wichtig, den Ehrenamtlichen Verantwortungs- und Entscheidungskompetenz zu übertragen.

Gerade in einer Zeit, in der sich Menschen oft weniger dauerhaft engagieren wollen, freue er sich über jeden, der bereit sei, sich für die Arbeit im Pfarreirat zur Verfügung zu stellen: "Wer das tut, der zeigt nach außen: ,Mir ist mein Glaube wichtig, mir liegt die Zukunft der Pfarrei am Herzen.‘" Die Ehrenamtlichen seien die Gesichter der Kirche im Bistum Münster. Und das in besonders spannenden Zeiten, betont Genn: "Wir sind eine Kirche im Wandel und stehen in massiven Veränderungsprozessen. Diese Prozesse verlangen nach Menschen, die Verantwortung übernehmen."

Wie beispielsweise Gabriele Ludwigs aus Steinfurt und Franziska Lehmkuhl aus Bocholt. Die beiden Frauen engagieren sich seit vielen Jahren in den Pfarreiräten ihrer Heimatgemeinden. "Sich einbringen, perspektivisch denken und mitbestimmen." Das liegt Gabriele Ludwigs am Herzen. Seit 2009 engagiert sich die 63-Jährige – erst als Mitglied im Pfarreirat von St. Johannes Nepomuk in Burgsteinfurt, nach dem Zusammenschluss seit 2014 im Pfarreirat von St. Nikomedes in Steinfurt. "Ohne uns als Laien würde es in der Kirche nicht gehen", begründet die Mutter von vier erwachsenen Kindern ihre Motivation. Neben all der Gremienarbeit ist für Gabriele Ludwigs besonders der persönliche Kontakt ein wesentliches Merkmal christlichen Handelns: "Wir dürfen die Menschen nicht vergessen. Auch das ist unser Auftrag als Pfarreirat. Wir müssen uns ihnen zuwenden – besonders in schweren Zeiten."

Franziska Lehmkuhl ist mit ihren 20 Jahren ein junges Gesicht in kirchlichen Gremien: "Es macht Spaß, das Leben in der Pfarrei mitzugestalten", zieht sie nach vier Jahren Bilanz. Bereits in ihrer ersten Legislaturperiode gehörte die Bocholterin dem Vorstand an und hat am Zukunftsbild der Pfarrei, dem lokalen Pastoralplan, mitgearbeitet. Im November wird sie erneut kandidieren: "Ich finde es wichtig, dass Jugendliche und junge Erwachsene im Pfarreirat ihre Interessen vertreten."

Aus diesem Grund gibt es bei den Pfarreiratswahlen im kommenden November auch zwei wesentliche Neuerungen: Das Wahlalter wurde auf 14 Jahre herabgesetzt. Die Geschäftsführerin des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster, Marie-Luise Kamp, begründet diese Änderungen damit, dass Jugendliche in den Pfarreien verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen und das Gemeindeleben mitgestalten: "Durch das Absenken des Wahlalters bekommen sie eine direkte Stimme."

Zudem besteht für alle Pfarreien im Bistum erstmals die Möglichkeit, die Pfarreiratswahl als allgemeine Briefwahl durchzuführen. Knapp 30 Pfarreien haben sich bislang dafür entschieden. Allgemeine Briefwahl bedeutet, dass jedem wahlberechtigten Mitglied einer Pfarrei die Unterlagen zugestellt werden. Die Stimmabgabe kann neben der Zustellung per Post oder der Abgabe an dafür eingerichteten Abgabestellen auch am Wahltag im Wahllokal erfolgen. "Auf diese Weise werden alle Wahlberechtigen persönlich angesprochen und zur Wahl eingeladen, auch die, die nicht regelmäßig den Sonntagsgottesdienst besuchen oder aktiv am Leben der Pfarrei teilnehmen", erhofft sich Marie-Luise Kamp dadurch eine höhere Wahlbeteiligung: "In den Bistümern, die das Verfahren bereits erprobt haben, war dies der Fall."

Bischof Genn bittet alle Wahlberechtigten, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen: "Nur so bekommt der Pfarreirat eine breite Legitimation, die Rückhalt für die bevorstehenden Aufgaben ist." Er ermutigte die Gläubigen im Bistum, Zeugnis zu geben von der Liebe, die Gott schenkt, und der Hoffnung, die er gibt: "Wir können seine Zeuginnen und Zeugen sein, indem wir denken, reden und handeln im Geiste Jesu Christi – und wenn wir im Vertrauen auf ihn unsere Möglichkeiten nutzen, um mit Mut und Leidenschaft die Kirche von Münster zu gestalten."

Bildunterschrift: Münsters Bischof Dr. Felix Genn wirbt zusammen mit den beiden Pfarreiratsmitgliedern Gabriele Ludwigs (links, Steinfurt) und Franziska Lehmkuhl (2. von rechts Bocholt) sowie der Geschäftsführerin des Diözesankomitees, Marie-Luise Kamp (rechts), für die Pfarreiratswahlen im kommenden November.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 31.05.17
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Foto: Bischöfliche Pressestelle/Gudrun Niewöhner