
Münsters früherer Bischof Dr. Felix Genn (Mitte) feierte am 12. Juli sein goldenes Priesterjubiläum. Zu diesem gratulierten ihm sein Nachfolger, Bischof Dr. Heiner Wilmer (2. von links), Bischof em. Franz-Josef Bode (links), Bischof Heinrich Timmerevers (rechts) und Diakon Thomas Vormann.
© Bistum MünsterWilmer stellte – bezogen auf die biblische Lesung – die Hoffnung in den Mittelpunkt seiner Predigt. „Und damit meine ich nicht Zuversicht, die kleine Schwester der Hoffnung“, betonte Wilmer: „Und auch nicht Optimismus.“ Eine sympathische Eigenschaft, wie der neue Bischof von Münster zwar findet, aber die doch deutlich schwächer sei als die Hoffnung, die tiefer greife.
Angesichts des besonderen Anlasses bediente sich Wilmer unter anderem der Gedanken des verstorbenen Schweizer Theologen Hans Urs von Balthasar, dem auf seinem Weg zum Priester klar geworden war: „Ich kann Gott nicht dienen! Gott bedient sich meiner. Er packt mich am Schopf und zieht mich hinein ins göttliche Drama.“
„Es ist ein Zeichen für den Höchsten, dass er es ernst meint, er uns einbezieht in sein Drama. Und dass er Zeuginnen und Zeugen will, die ihn dabei stützen“, sagte Wilmer – und fügte an: In der Berufung des Priesters leuchte die Gegenwart Gottes auf. „Die priesterliche Existenz ist ein Zeichen der Hoffnung, mehr als Optimismus.“ Denn es gehe nicht darum zu meinen, am Ende werde alles gut. „Das wäre zu soft“, so Wilmer weiter. Auch nicht zu meinen, es gäbe ein Happy End wie in Hollywood. Das wäre zu oberflächlich: „Hoffnung besteht darin, zu wissen, zu spüren und zu glauben, Gott kommt.“
Mit den Bischöfen Genn und Wilmer standen der frühere Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, und der aus dem Bistum Münster stammende Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, am Altar. Mit beiden ist Genn seit vielen Jahrzehnten befreundet.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von den Chören der Dommusik.
Gudrun Niewöhner
