Bischof Genn beim Jubiläums-Patronatsfest in Borken

"Guter Rat ist teuer." Diese doppelsinnige Volksweisheit wollte Münsters Bischof Dr. Felix Genn am Mittwoch, 26. April, in Borken nicht materiell verstanden wissen, sondern als wertvolle Lebenshilfe:

"Ein guter Rat kann Halt geben", sagte der Bischof. Doch das setze einen guten Ratgeber voraus. Was einen solchen ausmache, darauf ging Genn beim Jubiläums-Patronatsfest der Gebetsgemeinschaft "Maria, Mutter vom Guten Rat" ein. Seit 240 Jahren wird das Borkener Gnadenbild "Mutter vom guten Rat", das eine Kopie des spätgotischen Originals bei Rom ist, verehrt. Am 26. April 1999 wurde die Gebetsgemeinschaft in Borken neu gegründet. Viele der inzwischen rund 1150 Mitglieder – darunter ehemalige Pröpste und Kanoniker von St. Remigius – waren zum Festgottesdienst in die kleine St.-Johannes-Kirche gekommen.

Mehrere Dinge, betonte der Bischof, seien für einen guten Ratgeber in heutiger Zeit wichtig. Er nannte zuallererst die Achtsamkeit: "Man muss sich vergewissern, ob und wann ein Rat angebracht ist." Im falschen Moment könne ein gutgemeinter Hinweis deplatziert sein. Genn forderte die Mitglieder der Gebetsgemeinschaft auf, die Situation von Ratsuchenden zu erspüren, sensibel zu schauen, was notwendig ist. Dabei spannte der Bischof den Bogen weiter – vom Persönlichen zum Politischen: "Manchmal stellt sich die Frage, wer die Ratgeber in unserer Gesellschaft sind..."

Ein besonderer Ratgeber für Christen, führte Genn seine Aufzählung fort, seien die biblisch überlieferten Worte Jesu: "Sie können uns eine Richtung weisen." Bei allem Suchen und Ringen nach guten Lösungen, beteuerte der Bischof zum Abschluss seiner Predigt, müsse sich niemand alleine fühlen: "Wir tun dies als Christen in einer großen Gemeinschaft."

Am Ende des Gottesdienstes segnete Genn eine Kerze. Sie wurde begleitet von Liedern und Gebeten zum Gnadenbild gebracht.

Vor dem Festhochamt hatte Propst Christoph Rensing die Gäste in der Kirche begrüßt. Allen voran Bischof Genn, der, wie Rensing verriet, vor zehn Jahren noch als Bischof von Essen schon einmal zum Patronatsfest nach Borken gekommen sei – und seitdem selbst Mitglied der Gebetsgemeinschaft sei.
Das Gnadenbild in der Borkener St.-Johannes-Kirche stiftete die "Bruderschaft vom Guten Rat" 1777. Verbunden mit dem Bau einer neuen Kapelle wurde ein Altar aufgestellt, der mittig das Marienbild zeigt.

Die Borkener Gebetsgemeinschaft feiert an jedem ersten Samstag im Monat um 8.30 Uhr in der St.-Johannes-Kirche die Eucharistie zu Ehren der Gottesmutter. Donnerstags treffen sich die Mitglieder zum Rosenkranzgebet.

Den 26. April hat Papst Pius VI. 1789 als Festtag der "Mutter vom Guten Rat" bestätigt. Die Gebetsgemeinschaft begeht diesen Tag immer mit einem festlichen Gottesdienst in der St.-Johannes-Kirche. Anschließend treffen sich die Mitglieder zur Jahresversammlung im Kapitelshaus – so auch am gestrigen Mittwoch.

Bildunterschrift: Münsters Bischof Dr. Felix Genn feierte am gestrigen Mittwoch anlässlich des Jubiläums-Patronatsfestes der Gebetsgemeinschaft "Maria, Mutter vom Guten Rat" einen festlichen Gottesdienst in der Borkener St.-Johannes-Kirche.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 26.04.17
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Foto: Bischöfliche Pressestelle/Gudrun Niewöhner