Bischof Genn besucht erstmals Partnerbistum im mexikanischen Tula
Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, besucht in dieser Woche erstmals die mexikanische Partnerdiözese Tula. Im Mittelpunkt stehen zahlreiche Begegnungen mit Menschen, die der seit 46 Jahren bestehenden Partnerschaft ein Gesicht geben.
So traf der Bischof am Mittwoch (17. September 2014) in Progreso mit Frauen und Männern zusammen, die sich in verschiedenen Gemeinden im Bistum Tula in der Partnerschaftsarbeit engagieren und deren Gemeinden Partnergemeinden im Bistum Münster haben. Auch vier junge Freiwillige aus dem Bistum Münster, die seit kurzem in Mexiko sind und ein Jahr lang einen sozialen Dienst in der Diözese Tula leisten werden, waren bei dem Treffen dabei.
"Das Schönste an unserer Partnerschaft ist, dass wir uns gegenseitig etwas zu schenken haben – wir bekommen sehr viel von Ihnen geschenkt", sagte Bischof Genn und rief den mexikanischen Partnern zu: "Jetzt haben Sie mein Herz gewonnen: Viva nuestra amistad – es lebe unsere Freundschaft!" Der Bischof von Tula, Juan Pedro Juárez Meléndez, sagte, dass die Freundschaft mit dem Bistum Münster für Tula ein Segen sei. "Unsere Partnerschaft macht deutlich: Die Liebe Gottes kennt keine Grenzen", betonte der Bischof. Er hoffe, dass die Freundschaft durch den Besuch von Bischof Genn eine weitere Stärkung erfahre.
Am Vortag hatte sich Bischof Genn nicht nur mit Laien getroffen, die sich in Tula ehrenamtlich in den Pfarreien engagieren, und war mit den Seminaristen des Priesterseminars zusammengekommen, sondern er hatte sich auch mit der Migrantenproblematik befasst. Unter "Migranten" werden in Mexiko diejenigen Frauen, Männer und Kinder verstanden, die, aus südamerikanischen Ländern kommend, über Mexiko in die USA gelangen wollen und oft dramatisch scheitern. Durch Tula läuft die Bahnstrecke, auf der "La Bestia – die Bestie" fährt, der Zug, auf dessen Dächer die Migranten aufspringen, um in den Norden Mexikos an die Grenze zu den USA zu gelangen.
Bischof Genn traf sich mit Ordensschwestern, die den Migranten mit Essen, Trinken, Kleidung oder einer kurzzeitigen Unterkunft helfen. Auch sprach der Bischof mit einigen Migranten. Nach dem Treffen war er tief bewegt. Am Schicksal der Migranten in Mexiko zeige sich – wie auch an der Grenze Südeuropas – "das Problem der globalisierten Ungerechtigkeit." Und er ergänzte: "In dieser Ohnmacht vier Migranten auf ihren Wunsch hin den Segen zu spenden, das war das Tiefste meines priesterlichen Lebens."
Zu den weiteren Programmpunkten der Begegnungsreise gehörten unter anderem die Feier der Messe in der Basilica de Guadalupe in Mexiko, dem wohl bedeutendsten Wallfahrtsort Lateinamerikas, und die Besuche des Sozialzentrums in Cardonal und einer Solarwerkstatt. Begleitet wird Bischof Genn von Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, von Joana Reppenhorst vom Referat Weltkirche des Bistums und von Presseprecher Dr. Stephan Kronenburg.
Im Bistum Tula leben in 47 Pfarreien rund 800.000 Katholiken.
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
