Bischof Genn feiert internationalen Soldatengottesdienst im Dom

"Der Frieden ist inneres Leitmotiv Ihres Soldatendaseins", rief Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, am Donnerstag (13. Februar 2014) mehreren hundert Soldatinnen und Soldaten im St.-Paulus-Dom in Münster zu.

Hier fand der alljährliche internationale Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag statt. Daran nahmen Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgrade, die in Münster und Umgebung stationiert sind, ebenso teil wie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Entsprechend international war der von der Katholischen Militärseelsorge veranstaltete Gottesdienst geprägt. So wurden beispielsweise die Fürbitten auf deutsch, englisch, italienisch, norwegisch und portugiesisch vorgetragen. Musikalisch begleitete das Luftwaffenmusikkorps 3 Münster unter der Leitung von Major Timor Oliver Chadik die Messe, die der Bischof unter anderem gemeinsam mit dem Leitenden Militärdekan Monsignore Rainer Schnettker zelebrierte.

In seiner Predigt verwies der Bischof auf das Volk Israel, das sich zwar als auserwähltes Volk Gottes betrachtet habe, aber dennoch Landesgrenzen überschritten und dadurch noch tiefer in Gottes Botschaft gefunden habe. So habe es erkannt, dass diese Botschaft allen Völkern gelte und dass es sein Auftrag sei, allen Menschen Gottes Güte zu zeigen.

"Damit verkündet sich zugleich die Botschaft, dass alle Menschen als Kinder Gottes Geschwister und nationale Grenzen sekundär sind", führte Bischof Genn aus. In den beiden Weltkriegen hätten Soldaten diese Grenzen übertreten, um andere Völker zu besiegen. Umso großartiger sei es, als Gegensatz dazu heute zu erleben, "wie Sie schon allein durch Ihre Anwesenheit bekunden, dass Sie sich über Ihre unterschiedlichen Nationalitäten hinweg gemeinsam für den Frieden einsetzen wollen."

Der verbreiteten Ansicht, es gebe Krieg, weil es Soldaten gebe, widersprach der Bischof: "Umgekehrt gilt: So lange es leider Krieg in unserer Welt gibt, muss es Soldaten geben. So lange diese sich aber leiten lassen vom Geist der brüderlichen und schwesterlichen Liebe, bekommt ihr Dienst eine andere Färbung." Nicht umsonst habe Papst Franziskus seine Weltfriedensbotschaft zum neuen Jahr unter das Thema der Brüderlichkeit im Sinne von Geschwisterlichkeit gestellt: "Im Geist dieser Brüderlichkeit, die erkannt, entdeckt, geliebt, bezeugt und verkündet werden muss, sehe ich auch Ihren Dienst."

Ob in Somalia oder Afghanistan: Es sei ein Unterschied, wenn man sein Gegenüber als Bruder und nicht als Feind sehe. Bischof Genn wünschte allen Gottesdienstbesuchern die Erfahrung, "dass Sie zum Frieden beitragen, weil Sie in der Realität unserer Welt bereit sind, andere Menschen als Brüder und Schwestern zu sehen, für die Gott seine Liebe verwendet hat."

Dass die Worte des Bischofs den Nerv der Zuhörer trafen, bestätigte nach dem Gottesdienst Oberstabsfeldwebel Hermann Niehoff: "Anders als die Soldaten bei den katastrophalen Kriegen des 20. Jahrhunderts geht der heutige Soldat nicht für jemanden in den Einsatz, dem er meint, dienen zu müssen." Vielmehr sei das Ziel sogar dann, wenn es zum Äußersten komme und Waffen eingesetzt würden, "den Frieden wieder herzustellen." Dies habe Bischof Genn in seiner Predigt treffend dargestellt.

Auch Soldatin Nicole Blindow erklärte, den Gottesdienst besucht zu haben, "weil es um den Frieden geht. Und Soldaten sollten immer für den Frieden sein."

Text: Bischöfliche Pressestelle
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