Bischof Genn für intensivierte Vernetzung

Der Begriff, das gab Bischof Dr. Felix Genn freimütig zu, ist etwas sperrig: "Tag der Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Kategorial- und Sonderseelsorge". Doch in der Schwierigkeit, einen einfachen Begriff zu finden, zeige sich die Vielschichtigkeit in dieser Form der Seelsorge, sagte der Bischof zu Beginn dieses Treffens.

Unter Kategorial-Seelsorge versteht man die Schulseelsorge genauso wie die Krankenhausseelsorge oder die Gefängnisseelsorge. "Lassen Sie mich zunächst einmal danke sagen, für all das, was Sie in diesen verschiedenen Feldern der Seelsorge leisten", so Bischof Genn am Donnerstag (28. Februar 2013) zu den 130 Seelsorgerinnen und Seelsorgern, die von überall im Bistum den Weg nach Münster ins Franz-Hitze-Haus gefunden haben.

Die grundsätzliche Schwierigkeit sei, erklärte Genn, dass in der allgemeinen Wahrnehmung immer der Dienst in der gemeindlichen Seelsorge im Blickpunkt stehe. "Das war schon während meiner Kaplanszeit so", erinnerte sich der Bischof. Die Bedeutung der Kategorial-Seelsorge sei in diesem Zusammenhang oft als "Paradies-Seelsorge" verkannt worden. Eine sicherlich falsche Wahrnehmung, betonte der Bischof.

In der Kategorial-Seelsorge werde Kirche über die Gemeindegrenze hinaus präsent. "Überall, wo Sie tätig sind, sind kirchliche Orte", sagte Bischof Genn, "meine Erfahrung aus Gemeindebesuchen zeigt aber, dass ein Bewusstsein hierüber oft noch unterentwickelt ist". Die Möglichkeiten der Kategorial-Seelsorge würden in der Gemeindeseelsorge zu wenig erkannt, etwa die mögliche Kooperation von Pfarreien und Schulen.

Der Bischof hob hervor, dass auch die Kategorialseelsorge im Wandel sei. So ergäben sich durch die verstärkte Einführung der Ganztagsschulen auch in der Seelsorge ganz neue Fragestellungen. Es sei, so Bischof Felix Genn, eine Seelsorge im Spannungsfeld zwischen Distanz und Nähe zur Kirche.

Für die Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten, Diakone, Kapläne und Pfarrer im Franz-Hitze-Haus war das Treffen auch ein Tag des Gesprächs. Hierfür stand der Bischof den gesamten Tag zur Verfügung. In Kleingruppen setzten sich die Teilnehmer mit spezifischen Fragestellungen ihres Arbeitsfeldes auseinander. Dabei ging es sowohl um Perspektiven, die sich im Rahmen der anstehenden Veränderungsprozesse ergeben, als auch darum, wie ihre Arbeit in die Gemeindepastoral eingebunden werden kann.

Text/Foto: Dialogverlag
Kontakt: pressestelle[at]bistum-muenster.de