Bischof Genn hält Katechese in Köln

Gott engagiert sich für die Menschen. Er ist für sie im Einsatz und geht jedem einzelnen, gerade auch den „verlorenen Schafen“, nach. Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, am Freitag, 7. Juni beim Eucharistischen Kongress in Köln betont.

In der Basilika Groß St. Martin am Fischmarkt hielt der Bischof eine Katechese (Glaubensunterweisung) und feierte im Anschluss die Heilige Messe. Zum Eucharistischen Kongress, einem Glaubensfest mit Katechesen, Gottesdiensten sowie einem breiten theologischen, geistigen und kulturellen Programm werden bis zum kommenden Sonntag Zehntausende Gläubige am Rhein erwartet. Veranstalter des Festes ist die Deutsche Bischofskonferenz.
Die Katechese, die Bischof Genn hielt, wurde veranstaltet vom Zentrum für Berufungspastoral und richtete sich besonders an die Mitglieder der Gebetsgemeinschaft für Geistliche Berufe. Die Gebetsgemeinschaft, deren Keimzelle im Jahr 1926 lag, setzt sich heute für alle Berufe und Dienste der Kirche im Gebet ein. Im Vordergrund steht dabei das Gebet für Berufungen zum Priestertum, zum Diakonat und zu einem Gott geweihten Leben.

Bischof Genn griff in der Katechese das Leitwort des Eucharistischen Kongresses, die Frage des Petrus aus dem Johannesevangelium, auf: „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ und bezeichnete sie als sehr aktuell: „Was wird uns alles angeboten, was schön, vielversprechend, was der letzte Trick und Kick ist? Und wer hat sich schon alles angeboten, das Entscheidende des Lebens und zum Leben sagen zu können.“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Eucharistischen Kongress würden dagegen bekennen, dass sie zu Gott kämen, „zu dem, der sich für uns hingibt.“ Jesus gebe das Letzte, gehe bis zum Vergießen seines Blutes, wende sich nicht von den Menschen ab, auch wenn er von ihnen verraten werde und sterbe sogar für diejenigen, die ihn umgebracht hätten. Seine Hingabe habe Jesus am eindrücklichsten bewiesen, indem er sein Herz habe durchbohren lassen. „Weil Du aber in der Auferstehung Deine Gottheit erwiesen hast, dürfen wir glauben, dass dieses Herz immer für uns schlägt“, sagte Bischof Genn. Wenn Gott sich mit seinem Herzen so verausgabe, wie er es an Jesus gezeigt habe, dann gebe es Hoffnung: „Dann sind wir ihm etwas wert, ja nicht nur etwas, sondern Unendliches.“

Gott, so betonte der Bischof weiter, gebe seinen Sohn für alle Menschen. Allerdings brauche es für diese Gabe auch die Aufnahme, eben das was Glaube genannt werde: „Wer ihn wirklich aufnimmt, wer ihn empfängt und in sein Leben einlässt, darf wissen, dass er gerettet wird“, sagte der Bischof. Und wer Jesus Christus wirklich in sein Leben aufnehme und empfange, der könne nicht anders als Gott die Antwort zu geben, die einer solch großen Gabe gebühre: „Es ist die Antwort der Liebe im Dienst an den Schwestern und Brüdern“, sagte Bischof Genn. Er erinnerte an das Beispiel von Mutter Teresa, die Gott sowohl in der Gestalt des Brotes bei der morgendlichen eucharistischen Anbetung in der Kapelle als dann auch in den geschundenen Leibern der Menschen auf den Straßen Kalkuttas gesehen habe: „Wer so beschenkt wird, wie wir es in der Eucharistie erfahren dürfen, wer sich die Liebe des Herzens Jesu so nahe kommen lässt, wird von diesem Feuer gepackt und weiß: Darauf musst du entsprechend reagieren, darauf musst du die richtige Antwort geben.“ Hierfür gebe es im Alltag viele Möglichkeiten: „Die Geduld mit den eigenen Kindern, wenn sie einem auf die Nerven gehen; die Kraft aufzubringen, wirklich zu verzeihen; die Auseinandersetzung, keine Rache und Vergeltung zu üben, sondern Vergebung walten zu lassen; auf etwas zu verzichten, das man sich gerne leisten möchte, es aber zu lassen, weil man Jesus auf diese Weise ein Zeichen der Liebe geben will.“

Der Bischof warb dafür, die Übung der eucharistischen Anbetung zu pflegen: „Indem wir uns Zeit nehmen, vor dem ausgesetzten Allerheiligsten zu beten, den eucharistischen Herrn anzurufen, ihm unser Leben hinzuhalten, es auch auszuhalten, dass es mitunter uns langweilig und trocken vorkommt, empfangen wir etwas von diesem Strahlen seiner Liebe und werden fähiger, Freunde und Freundinnen Jesu zu sein. So werden wir zu Zeugen seiner Liebe für alle, und wir empfinden noch einmal neu Dankbarkeit dafür, dass er sein Werk nicht ohne uns tun will“, sagte Bischof Genn.

Weitere Informationen zum Eucharistischen Kongress gibt es im Internet unter www.eucharistie2013.de. Hilfreich für die inhaltliche Beschäftigung mit dem Thema kann auch die Broschüre „Eucharistie“ sein. Sie kann kostenlos bestellt werden beim Bischöflichen Generalvikariat Münster, Materialdienst der Hauptabteilung Seelsorge, Überwasserkirchplatz 3, 48143 Münster.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: pressestelle[at]bistum-muenster.de