Bischof segnete Ordensjubilare

"Wir danken Ihnen für den Dienst, den Sie der Kirche hier und andernorts geschenkt haben." Mit diesen Worten wandte sich Bischof Dr. Felix Genn am Dienstag (23. April 2013) an die Ordensjubilare, die sich im St.-Paulus-Dom in Münster versammelt hatten. Der Bischof hatte Nonnen und Mönche, Schwestern, Brüder und Priester, die vor 65, 60, 50, 40 oder 25 Jahren einer Ordensgemeinschaft beigetreten waren, zum Pontifikalamt eingeladen, an dessen Ende er sie einzeln segnete.

"Wir sind erfüllt vom Dank für die göttliche Gnade, die uns gerufen hat", benannte der Bischof ein Leitmotiv des Tages. Die Jubilare hätten den Menschen mit Fleisch und Blut gedient. In seiner Predigt zitierte Genn aus dem Evangelium nach Johannes und bestimmte als weiteres Leitwort eine Aussage Jesu: "Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich kenne sie, und sie folgen mir." Das hatte dieser im Tempel von Jerusalem auf die Frage der Juden geantwortet, ob er der Messias sei.

"Dieser Stimme, diesem Ruf nachgehen: ist das nicht der Anfang Ihrer Berufung?", wandte sich der Bischof an die versammelten Ordensleute. Die innere Unruhe des Herzens habe sie zu ihrer Berufung geführt, so Genn weiter. Sicherlich täten sich Fragen auf wie: ‚Ist der Herr mir heute noch wichtig?’ Oder: ‚Habe ich mich an ihn gewöhnt? Was war in all diesen Jahren?’ "Es gab bei Ihnen Fragen, Zweifel, Sünde und Schuld", überlegte der Bischof und äußerte den Wunsch,: "dass Sie das, was Sie dem Herrn in den kommenden Jahren noch zur Verfügung stellen können, in die Bitte verwandeln, dass sein Ruf nicht versiegt." Laut Genn bleibe der Grundimpuls des Heiligen Ignatius: "Ich bitte um innere Erkenntnis des Herrn, um ihn immer mehr zu lieben und zu folgen. Das ist eine Dynamik, die kennt kein Rentenalter."

"Man spürt seine Berufung, man bekommt sie geschenkt", erinnerte sich Schwester Hermenfried an ihren Eintritt in die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau in Coesfeld. 60 Jahre ist das her. "Die Welt war mir damals zu klein. Ich habe mir gedacht: Es muss doch noch mehr geben", berichtete die heute 85-Jährige. Sie wollte für Menschen da sein, die sie brauchen.

Auch Schwester Otgera feierte am Dienstag ihr Diamantenes Jubiläum. Sie gehört zur Gemeinschaft der Schwestern der Göttlichen Vorsehung in Münster und lebt heute im Haus Loreto bei Horstmar-Leer. Auch ihr war früh klar, wohin ihr Weg sie führt. Ihr Klosterleben sah sie als etwas Selbstverständliches. "Ich habe schon als Kommunionkind gewusst: Ich gehe einmal in einen Orden, ich werde einmal eine Schwester." Für sie und die anderen Jubilare warteten nach dem Gottesdienst noch eine Führung durch den renovierten Dom, Anbetung, Meditation und Musik und eine gemütliche Kaffeerunde.

Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
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