Bistum informiert über Kirchenvorstandswahlen

"Wir brauchen kompetente und qualitative Mitglieder in den Kirchenvorständen, die etwas von der Sache verstehen und selbstbewusst darangehen."

Das war die Botschaft von Generalvikar Norbert Kleyboldt bei einer Pressekonferenz in Münster, die das Bistum am 28. Oktober zu den anstehenden Kirchenvorstandswahlen veranstaltete.

Über Bedeutung und Funktion der Kirchenvorstände informierten außer dem Generalvikar noch Jutta Pieper, Kirchenvorstandsmitglied in St. Petronilla Münster-Handorf, Pfarrer Meinolf Winzeler aus St. Antonius von Padua Rheine sowie Dominique Hopfenzitz, Diözesanjurist im Bischöflichen Generalvikariat Münster.

Für die Kirchenvorstände im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster stehen am 7. und 8. November die Wahlen an. Alle drei Jahre wird jeweils die Hälfte der Mitglieder für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Gemeinsam mit dem Pfarrer entscheiden die gewählten Ehrenamtlichen über Investitionen, Bauvorhaben oder Immobilien. Auch über den Betrieb von Kindergärten oder die Einstellung von Mitarbeitern pfarrlicher Einrichtungen beschließt er. Damit schafft er die Voraussetzungen für das caritative und pastorale Engagement der Kirche.

Der Kirchenvorstand leiste einen wesentlichen Beitrag zur Transparenz der Verwaltung vor Ort in den Pfarreien, betonte Generalvikar Kleyboldt. "Das heißt natürlich auch, dass man sich vor Ort um qualitative Mitglieder bemühen muss." Ein "geborenes" Mitglied und gleichzeitig auch Vorsitzender des Kirchenvorstandes sei der Pfarrer, eine Sonderrolle habe dieser dadurch jedoch nicht. Denn letztlich solle der Kirchenvorstand den Pfarrer möglichst von verwaltungstechnischen Aufgaben entlasten, damit dieser seelsorgerische Aufgaben wahrnehmen könne.

Diözesanjurist Dominique Hopfenzitz erläuterte das Kirchenvorstandsrecht inhaltlich. So trügen die Kirchenvorstände im Rahmen der Vermögensverwaltung eine große Verantwortung für die jeweilige Kirchengemeinde, die ja den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes habe. "Das beginnt beim Abschluss kleinerer Verträge, bis hin zu großen Bauvorhaben und weltlichen Gebäuden", erklärte Hopfenzitz. In den vergangenen Jahren seien die Aufgaben immer komplexer geworden. "Es gibt mehr und mehr Aufgaben, die der Gesetzgeber aufgibt, dadurch wird es auch schwerer, Ehrenamtliche zu gewinnen, die sich als Kandidaten aufstellen lassen", sagte Hopfenzitz.

Das bestätigte auch Meinolf Winzeler, leitender Pfarrer in Rheine St. Antonius von Padua und Dechant im Dekanat Rheine. Für ihn sei der Kirchenvorstand eine wichtige Stütze, die ihm viel Organisations- und Verwaltungsarbeit abnehme. "Ich wäre völlig verloren ohne die ehrenamtlichen kompetenten Helfer im Kirchenvorstand", erklärte Pfarrer Winzeler. Die Hauptarbeit geschehe in den verschiedenen Ausschüssen. Dadurch müsse er sich nur in den rund alle acht Wochen stattfindenden Sitzungen des Kirchenvorstands mit den Projekten, wie aktuell der Sanierung einer Trauerhalle, auseinandersetzen. "Diese Vernetzung von Ehrenamtlichen als kompetente Helfer in Verwaltungsfragen ist sehr wichtig", sagte er.

Auf die Verbindung zwischen Kirchenvorstand und Gemeinde ging Kirchenvorstandsmitglied Jutta Pieper ein. "Die Mitglieder sind direkte Ansprechpartner für die Gemeindemitglieder und sollten jederzeit ein offenes Ohr für die Wünsche, aber auch für kritische Anmerkungen haben und diese in den Sitzungen einbringen", erklärte Pieper. Mit den Entscheidungen, die der Kirchenvorstand in den Sitzungen treffe, gebe er indirekt den Weg der Gemeinde für die Zukunft vor. "Für den Rückhalt innerhalb der Gemeinde ist es sicherlich für die Kirchenvorstandsmitglieder wichtig, wenn viele zur Wahl gehen", sagte sie.

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de