Blicke über den Tellerrand ermöglicht

Zu einem "Tag der Einrichtungsleitungen" hatte die Zentralrendantur Recklinghausen am Freitag, 4. November, eingeladen.

Angesprochen waren die leitenden Pfarrer, Verbund- und Einrichtungsleitungen von Kindertagesstätten im Dekanat Recklinghausen, das die ehemals eigenständigen Dekanate Datteln, Herten und Recklinghausen umfasst.

60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßte Zentralrendant Sven Ottberg zu dieser Premiere im Paulushaus. "Es ist wichtig, über den Tellerrand zu schauen und sich auszutauschen. Dazu möchten wir Ihnen heute die Möglichkeit geben", sagte Ottberg. Insgesamt 48 Kindertageseinrichtungen unterhalten die neun Pfarreien in Datteln, Oer-Erkenschwick, Waltrop, Herten und Recklinghausen.

Einen Blick auf die Arbeit auf Landesebene eröffnete den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Dr. Antonius Hamers. Der Priester des Bistums Münster leitet das katholische Büro in Düsseldorf. Er stellte die Arbeit der Interessenvertretung der fünf nordrhein-westfälischen (Erz)Bistümer vor. "Als Kirche unterstützen wir den Staat in vielfältiger Weise in seinem Auftrag – zum Wohl der Gemeinschaft. Wir unterhalten beispielsweise Kindertageseinrichtungen, Schulen und Krankenhäuser", nannte er einen Aspekt. Aufgabe des katholischen Büros sei es, die Interessen der katholischen Kirche gegenüber der Politik zu vertreten, die Gesetzgebung zu beobachten und zu begleiten. Mit Blick auf die Kindertageseinrichtungen erläuterte er, dass es in NRW 9000 Tagesstätten gebe, davon 2600 in katholischer Trägerschaft. "Der Trägeranteil der Bistümer beträgt zwölf Prozent. Doch mit dieser Pauschale lassen sich die Einrichtungen nicht finanzieren. Deshalb fordern wir eine auskömmliche Pauschale", erläuterte Hamers.

Das konnte Gisela Niehues, Referatsleiterin für Kindertageseinrichtungen im Bischöflichen Generalvikariat in Münster, nur bestätigen. Sie erläuterte den aktuellen Stand der Finanzierung der 622 Einrichtungen des Bistums Münster, in denen 45.069 Kinder betreut werden. "Im vergangenen Jahr mussten wir einen Fehlbetrag von 15 Millionen Euro verbuchen, die Prognose für 2016/2017 beträgt acht Millionen Euro", klärte die Referatsleiterin auf. Und das trotz einer Anhebung der Pauschalen. Zusätzlich stelle das Bistum weitere Mittel für die Förderung von Berufspraktikanten, für Entlastungshilfen und Verbundleitung, Fortbildungszuschüsse und Zuschüsse zur EDV in Höhe von 8,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die Konsequenz sei, dass keine neuen Trägerschaften übernommen und Gruppenerweiterungen nur in Ausnahmefällen genehmigt würden. Gemeinsam mit Vertretern der anderen NRW-Bistümer und dem katholischen Büro werde ein Eckpunktepapier mit dem Ziel erarbeitet, ein auskömmliches System wieder herzustellen. Zudem stellte Niehues das Projekt "Kita – Lebensort des Glaubens" vor, an dem die vier Kindertageseinrichtungen der Pfarrei St. Peter teilgenommen hatten. "Das Thema wird in den kommenden zwei Jahren fortgeführt. Aus den Erfahrungen ist ein neues Fortbildungsprogramm entwickelt worden, für das der Kirchensteuerrat zusätzliche Mittel bewilligt hat, und das in diesen Tagen an alle Einrichtungen verschickt wird", stellte Niehues in Aussicht.

Über ein gänzlich anderes, und in zahlreichen Pfarreien stiefmütterlich behandeltes Thema informierte Hermann-Josef Becker, Sicherheitsingenieur und Mitglied im Kirchenvorstand von St. Peter. "Der Arbeitsschutz für die Mitarbeiter, das schließt auch die Ehrenamtlichen ein, ist praktizierte Nächstenliebe, denn der Mensch steht im Mittelpunkt", führte er in das Thema ein. Er erläuterte die Notwendigkeit von Sicherheitsbeauftragten, Brandschutzhelfern, Evakuierungshelfern oder Ersthelfern. Die wichtigste Erkenntnis für die Zuhörerinnen und Zuhörer war: Ihr Arbeitgeber, der gesamte Kirchenvorstand, ist verantwortlich für dieses Thema. "Der Arbeitsschutz darf nicht als lästige Vorschrift aufgefasst werden, sondern als Gebot menschlicher Verpflichtung", beendete er seine Ausführungen.

Zum Abschluss des Tages setzte Alf Spröde, Diplom-Theologe, Supervisor und Organisationsberater aus Köln, Impulse zum Thema "Führen und Leiten".

Zwischendurch gab es die Möglichkeit, sich bei Getränken oder beim gemeinsamen Mittagessen auszutauschen. Und so ermöglichte der Tag den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die versprochenen Blicke über den Tellerrand ebenso wie der Austausch über ihre Arbeit in den Einrichtungen.

Bildunterschrift:

  • Dr. Antonius Hamers stellte die Arbeit des katholischen Büros in Düsseldorf vor.
  • Unterschiedliche Themen vermittelten sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern: (von links) Gisela Niehues vom Bischöflichen Generalvikariat, Dr. Antonius Hamers vom katholischen Büro Düsseldorf, Dechant Norbert Mertens, Sven Ottberg, Leiter der Zentralrendantur Reck-linghausen, und Organisationsberater Alf Spröde.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 05.11.16
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
Fotos: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle