Bund der St. Sebastianus Schützenjugend feierte 50-jähriges Bestehen
Gegen ein "Alleinsein vor Facebook oder vor dem Handy in einer virtuellen Gemeinschaft von Hundertausenden" setzten Schützen eine reale Gemeinschaft:
"Vielen bieten Sie so ein Zuhause. Wie wichtig ist das auch für junge Leute" - Weihbischof Dr. Stefan Zekorn lobte in der Kirche St. Sebastian das Miteinander im Bund der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ), der am Wochenende sein 50jähriges Bestehen im Rahmen der Diözesanschützentage feierte - unter dem Motto "(Aus) Spaß an der Gemeinschaft". Zum BdSJ gehören 195 Bruderschaften mit 6.500 Schützen bis 24 Jahren.
"Für Glaube, Sitte und Heimat" – das ist der Anspruch, den der Bund der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ) im Bistum Münster auf seinen Bannern vor sich her trägt. Auf diese Werte und ihre Symbole im Wappen der Schützen ging der Weihbischof in seiner Predigt ein: "Das Kreuz, zwei Pfeile und der Kreis sind Hinweise auf den Weg, den die St. Sebastianus Schützenjugend gehen kann", sagte Zekorn.
Der Kreis stehe für das Wort "Heimat" im Wahlspruch der Brüder. "Das ist ein lebensnotweniges Gut", betonte der Bischof und stellte dies in Zusammenhang mit der von den Schützen gestifteten Gemeinschaft. Die beiden Pfeile erinnerten Zekorn an den Heiligen Sebastian, den Patron aller Schützen, denen Zekorn das Wort "Sitte" zuordnete. "Ein Schütze steht für den Schutz des Lebens." Im BdSJ trete man für andere ein und gebe Schutz durch soziales Engagement.
Das Kreuz schließlich stehe für den Glauben an Gott, "an jemanden, der unser Leben in Händen hält". Das kleine Kreuz in der Mitte des Wappens verglich Zekorn mit einer Zielscheibe. "Das Wappen weist uns darauf hin, das Ziel unseres Lebens in den Blick zu nehmen, das Zielfernrohr ist das Gebet oder der Gottesdienst." Freihändig dieses zu finden, sei nicht leicht, das Auflegen auf einen Anderen helfe ungemein. "Den BdSJ haben viele als Stütze und Hilfe erlebt", wusste Zekorn. "Ich wünsche zum Geburtstag, dass er auch in den nächsten 50 Jahren für junge Leute eine Stütze ist."
Der Hochmeister der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Emanuel Prinz zu Salm-Salm, kritisierte in seiner Rede im Festzelt, Brauchtum und Tradition seien für viele nur noch hohle Worthülsen. "Wir Schützen hingegen schätzen Traditionen und Brauchtum wegen ihres verborgenen Kerns, ihrer Botschaft, also nicht um ihrer selbst willen." Er zeigte sich überzeugt: "Um dem Zeitgeist und seinen Helfern Parade zu bieten, um mit ihm richtig umzugehen, braucht es heute mehr denn je ein Korrektiv, nennen wir es den Finger Gottes, der über alles Machbare, Nützliche und Brauchbare hinausdeutet. So können wir unsere Welt und Zukunft menschlich und hoffnungsvoll gestalten." Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe betonte ebenfalls die Wichtigkeit von Tradition: "Wer seine eigene Kultur nicht zu schätzen weiß, kann auch die der anderen nicht schätzen."
Links zu Ansprachen als Video:
- Heilige Messe mit BdSj Präses Theo van Doornick und BDJK-Präses Thorsten Schmölzing
- Weihbischof Dr. Stefan Zekorn
- Diözesanjungschützenmeister Franz-Josef Wellmanns
- Oberbürgermeister der Stadt Münster Markus Lewe
- Hochmeister Emanuel Prinz zu Salm-Salm
- Bundesjungschützenmeister Mario Schäfer
Text: Bischöfliche Pressestelle
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