Da-sein - Gelungene Beispiele aus der Trauerpastoral
"Sie saßen bei ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte; keiner sprach ein Wort zu ihm. Denn sie sahen, dass sein Schmerz sehr groß war."(Hiob 2, 13)
Hiobs Freunde halten gemeinsam seine Trauer aus und nehmen im Schweigen Anteil an seinem Schmerz, dies ist wichtig in der Begleitung Trauernder, betonte Dr. Wolfgang Holzschuh, Diakon und Trauerbegleiter aus Regensburg. Dr. Holzschuh hielt den einleitenden Vortrag auf dem Best Practices Tag: Da-sein Gelungene Beispiele aus der Trauerpastoral am 16. Februar 2013 in Münster.
Die 60 Plätze im Liudgerhaus waren im Vorfeld schnell belegt. Überwiegend Ehrenamtliche aus allen Regionen unseres Bistums haben sich durch den Vortrag und den anschließenden Praxisbeispielen berühren, informieren und anregen lassen.
Dass der Umgang mit Tod und Trauer auf gelöste Art und Weise geschehen kann, zeigte das Beispiel aus Rosendahl-Osterwick. Der "Trauerkoffer" des Marienheims Wettringen, eine Wohneinrichtung für Menschen mit geistiger und/oder psychischer Behinderung, wurde ausgepackt. Er enthält alles, was beim Tod einer Bewohnerin oder eines Bewohners benötigt wird. Die Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Dülmen hat eine Handreichung für Angehörige von Verstorbenen mit neuen Totengebeten und Hinweisen zur Trauerkultur der ersten Tage entwickelt; in Nordwalde wurde eine Gruppe von "Seniorenmessdienern" gegründet, die unter anderem bei Begräbnisfeiern im Einsatz sind und so Gemeindemitglieder würdig verabschieden. In der Stiftskirche in Vreden werden in die Altardecke des Felizitas-Altars die Vornahmen oder auch Kosenamen verstorbener Kinder eingestickt; auf dem Friedhof am Hemberger Damm in Emsdetten gibt es eine Gemeinschaftsgrabanlage, die von den Friedhofsgärtnern dauerhaft gepflegt wird und den Angehörigen einen pflegefreien, würdevollen und individuellen Ort des Gedenkens ermöglicht. Deutlich wurden die pastoralen Entwicklungen und Chancen, die das Kolumbarium St. Konrad in Marl seit seiner Eröffnung im Jahr 2006 bietet. Im Offenen Cafè für Trauernde der Pfarrgemeinde St. Pankratius in Dingden können Trauernde in geschützter Atmosphäre mit Gleichbetroffenen reden, schweigen, weinen und lachen.
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Zusammenfassungen der einzelnen Projekte:
- Leben mit Tod und Trauer, Rosendahl-Osterwick
- Begleitung sterbender Menschen in Behinderteneinrichtungen, Wettringen
- Totengebet, Dülmen
- Seniorenmessdiener, Nordwalde
- Totengedenken früh verstorbener Kinder, Vreden
- Gemeinschaftsgrabanlage, Emsdetten
- Kolumbarium, Marl
- Cafè für Trauernde, Hamminkeln-Dingden
Presseberichte
Text: Gudrun Meiwes, Referat Seelsorge in kritischen Lebenssituationen
Foto: dialogverlag
E-Mail: meiwes[at]bistum-muenster.de
