„Das Bekannte verlassen“

, Stadtdekanat Münster

Das Abenteuer Freiwilligendienst rückt für Sophia Motel (19) und Anton Seeger (18) immer näher. Am Sonntag, 16. August, brechen die beiden Münsteraner mit Unterstützung des Freiwilligendienstes „weltwärts“ und des Bistums Münster für ein Jahr nach Mexiko auf. 9.600 Kilometer entfernt von zu Hause werden sie sich dort in unterschiedlichen sozialen Projekten engagieren.
 

In wenigen Tagen startet für Anton Seeger und Sophia Motel ein Abenteuer: ihr Freiwilligendienst in Mexiko.

© Bistum Münster

Angetrieben von dem Wunsch, neue Erfahrungen zu sammeln, selbstständiger zu werden und die eigene Komfortzone zu verlassen, haben sich die beiden jungen Erwachsenen für den Freiwilligendienst beworben. „Ich freue mich am meisten darauf, neue Menschen kennenzulernen“, erklärt Sophia Motel. „Und auf das mexikanische Essen“, ergänzt Seeger lachend. Die 19-Jährige wurde durch Bekannte auf die Möglichkeit eines Freiwilligendienstes im Ausland aufmerksam, während der 18-Jährige in der Schule davon erfuhr.

Vor Ort werden die beiden Freiwilligen soziale Projekte im Partnerbistum des Bistums Münster, dem Bistum Tula, unterstützen. Dieses liegt im Norden von Mexiko-Stadt im Bundesstaat „Hidalgo“. Dort übernehmen sie in unterschiedlichen Kirchengemeinden in Absprache mit dem Pfarrer verschiedenste Aufgaben, wobei sie in den ersten Tagen von erfahrenen Freiwilligen eingearbeitet werden.

„Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich, das gefällt mir an dem Projekt besonders gut“, freut sich Seeger. Die beiden haben die Möglichkeit Deutsch- und Englischkurse in den Schulen anzubieten, bei den Kinder- und Jugendgruppen mitzuhelfen und auch in einer Bäckerei mitzuarbeiten. Seeger wird bei seiner Arbeit unter anderem in einer Flüchtlingsunterkunft mithelfen. Auch für eigene Ideen und Projekte bleibt Raum. „Ich hätte richtig Lust, eine Volleyballmannschaft zusammenzustellen“, plant Sophia Motel, die selbst seit vielen Jahren Volleyball spielt. Während die beiden in Mexiko sind, wird sie bei einer Gastfamilie leben und er im Pfarrheim bei dem Pfarrer.   

Auf ihre Zeit im Ausland wurden die beiden gemeinsam mit 15 weiteren Freiwilligen intensiv vorbereitet, berichtet Seeger. „Während der Seminarwochen hat man langsam realisiert, dass man nun wirklich für ein Jahr ins Ausland gehen wird. Da hat es sich auf einmal viel realer angefühlt“, erinnert sich Sophia Motel. Beide fühlen sich für das bevorstehende Jahr gut gerüstet. Gleichzeitig ist sich die 19-Jährige sicher: „Man kann sich nicht auf alles vorbereiten. Vieles wird man erst in den Situationen vor Ort lernen“. Dazu zählt auch die Sprache. Im ersten Monat in Mexiko werden beide eine Sprachschule besuchen. Mit dem Lernen hat Sophia Motel bereits begonnen: „In den vergangenen Tagen hat mir eine Freundin schon ein bisschen Spanisch beigebracht.“

Der Abschied von Familie und Freunden wird ihnen nicht leichtfallen. „Wir werden für eine lange Zeit das uns Bekannte verlassen – unsere Familien und Freunde“, sagt die angehende Freiwillige. „Ich denke, da gehört Heimweh einfach dazu.“ Doch beide haben in ihren Koffern schon einen Platz für Erinnerungen an ihre Liebsten reserviert. Motels Freunde haben sich für sie etwas ganz besonders überlegt: „Sie haben für mich ein Freundebuch ausgefüllt, in dem auch Platz für die Menschen ist, die ich in Mexiko kennenlernen werde.“ Auch Seeger wird eine Erinnerung mit sich tragen: „Gemeinsam mit meiner Mutter lasse ich mir ein Tattoo stechen. Sie ist ein großer Fan von der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo, deshalb lasse ich mir den Satz ,Viva la vida‘ tätowieren.“

Kurz vor dem Start ihres Freiwilligendienstes reichen die Gefühle der beiden jungen Erwachsenen von Stress und Nervosität bis hin zu großer Vorfreude. Die Koffer werden gepackt, letzte Einkäufe erledigt und natürlich werden auch Abschiedspartys gefeiert. Trotz aller Aufregung freuen sich die beiden auf ein Jahr voller neuer Begegnungen, Erfahrungen - und sicherlich auch Herausforderungen. 

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