Bischof Heiner pilgert mit Gemeinden anderer Sprachen und Riten
„Er ist so ein sympathischer Mensch.“ Keine Sekunde hat Mariam Poles Ischo bereut, dass sie bei der Arbeit einen Tag frei genommen hat. „Die Begegnungen, die Gespräche, die Impulse – die gesamte Atmosphäre, es war bewegend“, sagt sie ganz beseelt. Was vor allem, aber natürlich nicht nur, an Heiner Wilmer gelegen hat, betont die 35-Jährige. Noch bevor der neue Bischof von Münster am Sonntag, 21. Juni, offiziell sein Amt übernimmt, wollte er sich mit unterschiedlichen Gruppen aus seiner neuen Diözese austauschen, von ihren Glaubenserfahrungen hören, erfahren, was sie im Leben trägt – und das beim gemeinsamen Pilgern.
Mariam Poles Ischo ist eine von rund 100 Gläubigen aus den 26 Gemeinden anderer Sprachen und Riten im Bistum Münster, die sich mit Wilmer am 18. Juni unter dem Leitwort „Einheit in Vielfalt“ in Rheine auf den Weg vom Kubus-Tagungshaus in Bentlage zur Basilika von St. Antonius gemacht haben. Sie vertritt dabei die arabischsprachige Gemeinde. Die Tage davor war der neue Bischof mit Menschen aus der Berufswelt, Schülerinnen und Schüler sowie Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in anderen Regionen des Bistums unterwegs gewesen.
Während sich der Pilgertross langsam in Bewegung setzt, ist Bischof Wilmer gleich mittendrin. In blauer Jeans, Joggingschuhen und Rucksack ist er von den übrigen Pilgern nur durch sein an den Ärmeln hochgekrempeltes Priesterhemd zu erkennen. Dass er ins Gespräch kommen will, den Kontakt sucht, wird sofort deutlich. Der Bischof zeigt sich aufmerksam, zugewandt, spricht die Menschen an, fragt nach. Es wird gelacht. Wilmer will vor allem zuhören, hat er zu Beginn bei der Begrüßung in lockerer Runde am Kubus erklärt. Sein Interesse an den Menschen ist spürbar.
An drei Stationen macht die Pilgergruppe Halt – hält inne. „In welcher Sprache bete ich und warum?“ ist dabei eine der Impulsfragen. In Dreiergruppen tauschen sich die Teilnehmenden über „Vielfalt als Reichtum“ aus. Eine wichtige Frage für viele: „Was brauche ich, damit ich mich beheimatet fühle?“ Einig sind sie sich: „Gottes Liebe braucht keine Übersetzung.“
Um bei den sehr hochsommerlichen Temperaturen gut durch die Nachmittagssonne zu kommen, versorgt das Eventteam des Bistums alle Pilger auf der knapp sieben Kilometer langen Strecke mit erfrischenden Getränken und Brötchen. Die übrige Koordination des Tages haben Joana Gewand und Mariya Sharko von der Abteilung Weltkirche im Bistum Münster sowie Matthias Kaiser vom Kreisdekanat Steinfurt übernommen.
Nach knapp drei Stunden ist das Ziel erreicht: die St.-Antonius-Basilika. Die Kühle des Kirchenraums tut gut. Genauso wie das Sitzen. Mariam Poles Ischo genießt beides. Wie alle anderen.
Zum Gottesdienst, den Bischof Wilmer mit Weihbischof em. Dieter Geerlings, Pfarrer Jan Kröger, Diakon Ludger Schulten sowie den Priestern der griechisch-katholisch Ukrainischen Gemeinde, der Polnischen Mission und der portugiesischsprachigen Mission, die alle drei Gottesdienstorte in Rheine haben, feiert, sind noch viele weitere Gläubige in die Basilika gekommen. Die Plätze in den Bänken reichen lange nicht aus. Natürlich sind sie neugierig auf den neuen Bischof und wollen die besondere Gelegenheit, ihm zu begegnen, nicht verpassen.
Der bedankt sich im Gottesdienst bei allen, die den Tag so möglich gemacht haben: „Es war großartig. Schöner und besser hätte ich ihn mir nicht vorstellen können.“
Mit dem Abschlussgottesdienst ist noch nicht Schluss. In Pastors Garten gibt es eine Stärkung, reichlich Getränke und noch mal die Möglichkeit, miteinander zu sprechen.
Der Gottesdienst zur Einführung von Bischof Heiner Wilmer am Sonntag, 21. Juni, um 14 Uhr wird im WDR-Fernsehen sowie auf dem Facebook- und YouTube-Kanal des Bistums Münster übertragen. Auch auf den Domplatz wird es eine Übertragung geben. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle zu einem Fest der Begegnung auf den Domplatz eingeladen.