Ausstellung nimmt die Erde in den Blick

, Kreisdekanat Steinfurt

Bis zum 3. Mai ist in der Ibbenbürener St.-Ludwig-Kirche die Ausstellung „Gaia“ zu erleben, eine Installation des britischen Künstlers Luke Jerram, die die Erde in den Blick nimmt. „Erlebe die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Planeten – so wunderbar, so verletzlich und unbedingt schützenswert“. Diese Gedanken umfangen Schulseelsorger Christoph Moormann und sein Team, wenn es um diese besondere Ausstellung geht. 

Ein Team hat die Gaia-Ausstellung vorbereitet.

© Erhard Kurlemann

Ein umfangreiches und spannendes Rahmenprogramm begleitet die drei Ausstellungswochen. Die Vormittage sind an Schultagen jeweils von 8 bis 13 Uhr Schulen und Kindergärten vorbehalten. Das „Grashüpfermobil“ des Naturkunde-Museums am Schölerberg in Osnabrück steht in der ersten und dritten Woche bereit. Im Pfarrzentrum wird Künstler Andreas Gorke aus Brochterbeck dann jeweils Workshops zu unterschiedlichen Themen anbieten. Schulseelsorger Christoph Moormann koordiniert die Zeiten für Schulen und Kindergärten. „Wir freuen uns über die große Nachfrage“. 

In der zweiten Woche ab dem 20. April liegt der Blickpunkt der Ausstellung auf der Tschernobyl-Katastrophe, die am 26. April 1986 die Welt erschüttert hat. Vormittags wird Anatolii Gubarev als Zeitzeuge von seiner Zwangsarbeit als Feuerwehrmann während der Katastrophe berichten. Ein Oldtimer-Fahrzeug der Feuerwehr wird in dieses Thema vor der Kirche gleichsam einführen. „Gerade in der ehemaligen Sowjetunion wurde von Anfang an versucht, das Ausmaß der Katastrophe herunterzuspielen oder sie sogar völlig zu vertuschen“, sagt Reinhard Jansing von der Initiative „Den Kindern von Tschernobyl“. Das aktuelle Kriegsgeschehen in der Ukraine lasse die Erinnerungen an das Unglück   zu einem „dauerhaften Damoklesschwert der Verantwortungslosigkeit werden“.

Jeder Tag der Ausstellung klingt ab 21 Uhr aus mit den „Gedanken zur Nacht“, die von unterschiedlichen Menschen oder Gruppen verantwortet werden. Gut 15 Minuten ist Gelegenheit, den (Ausstellungs-)Tag Revue passieren zu lassen – mal mit musikalischer Untermalung, mal ohne. 

Drei Filmtage sind vorgesehen. „Salz der Erde“ – ein Film von Wim Wenders aus dem Jahr 2014 - erzählt am Donnerstag, 16. April, ab 19 Uhr über Werk und Leben des brasilianischen Fotografen Sebastiao Salgado. Der Regisseur zeichnet anhand des Porträts der Arbeit des im vergangenen Jahr verstorbenen Schwarz-Weiß-Künstlers die Spuren der Menschheitsgeschichte auf den Kontinenten nach. Salgado erkrankte seelisch an dem Gesehenen – die zum Teil schwer zu ertragenden Bilder zeigen, wie groß der Anteil des Menschen an der Zerstörung des Planeten ist. 

Am Donnerstag, 23. April, zeigt der Film „Tschernobyl 1986“ den Kampf von drei Männern am Tag des Unglücks gegen die Zeit. Sie versuchen, wie viele hundert andere Einsatzkräfte und Zivilisten, das Reaktorunglück gleichsam mit Hacke und Schaufel zu bekämpfen und dessen Folgen zu minimieren. 

Am Mittwoch, 22. April, läuft im Bürgerhaus der Film „Die Reise zu den sieben Flüssen“ – besonders für Familien mit Kindern. Der 2023 entstandene Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von einer Schnitzeljagd, die Checker Tobi auf der Suche nach den sieben Flüssen in viele Länder der Welt führt – verbunden mit vielen Abenteuern. Dabei werden ernste Themen wie Umweltverschmutzung und -zerstörung unterhaltsam dargestellt. 

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen zum Projekt Gaia- die Erde im Blick ist frei. Um Spenden wird gebeten. Die Seite www.gaia-ibb.de informiert fortlaufend aktualisiert über den Veranstaltungskalender.

Text: Erhard Kurlemann