
Drei junge Engagierte der katholischen Initiative „socioMovens“ nahmen den mit 50.000 Euro dotierten Jugendpreis des Westfälischen Friedens vom WWL-Vorsitzenden Dr. Rein-hard Zinkann und Kurienkardinal Michael Czerny entgegen.
© Bistum Münster
Drei junge Engagierte der katholischen Initiative „socioMovens“ nahmen den mit 50.000 Euro dotierten Jugendpreis des Westfälischen Friedens vom WWL-Vorsitzenden Dr. Rein-hard Zinkann und Kurienkardinal Michael Czerny entgegen.
© Bistum Münster„Es ist total schön, dass unsere Arbeit auf diese Weise gesehen und gewürdigt wird“, sagte die Münsteranerin, die Vorstandsvorsitzende der 2022 gegründeten Stiftung „socioMovens. Giving Europe a Soul“ ist. Hauptpreisträger in diesem Jahr war die Nato. Für das Verteidigungsbündnis nahm Generalsekretär Mark Rutte den Preis entgegen. Die Laudatio auf die Nato hielt Bundeskanzler Friedrich Merz. Lobende Worte für „socioMovens“ fand Kurienkardinal Michael Czerny, Migrationsbeauftragter des Heiligen Stuhls, der aus Rom angereist war.
„SocioMovens“ verstehe Europa als wirtschaftliche und politische Gemeinschaft, aber auch als eine Gemeinschaft, die auf Menschenwürde, Solidarität, gemeinsamer Verantwortung und Sorge für Europa gegründet sei, benannte Czerny das Selbstverständnis der Jugendbewegung. Seit ihrer Gründung 2012 bringe „socioMovens“ junge Menschen aus ganz Europa zusammen und fördere den Dialog zwischen Kirche, Wissenschaft, Politik, Wirtschaft sowie Zivilgesellschaft. Dabei verbinde die Bewegung den christlichen Glauben mit konkretem Handeln und geistliche Bildung mit sozialem Engagement.
„,SocioMovens‘ lehrt seine jungen Mitglieder, die Zeichen der Zeit zu lesen, weckt Berufungen zum Dienst am Gemeinwohl und lädt junge Menschen ein, Verantwortung als Ausdruck authentischer christlicher Freiheit zu übernehmen“, so der Kardinal – und betonte: „Den Armen und Verletzlichen zu begegnen, die Ausgeschlossenen und Vertriebenen willkommen zu heißen, jene zu begleiten, die Not und Ungerechtigkeit erleiden, gehört zur Sendung der Kirche – das heißt zur Sendung jedes einzelnen Christen und jeder einzelnen Christin.“ So wie „socioMovens“ Europa helfe, ein lebenswerterer Ort zu werden, möge Europa der ganzen Welt helfen, ein lebenswerterer Ort zu werden.
Für Matthias Hembrock, Pfarrer in der Bocholter Pfarrei St. Georg und Kuratoriumsmitglied der Stiftung „socioMovens“, unterstreicht der Preis, dass Frieden nicht nur etwas Politisches, sondern auch etwas Persönliches ist: „Die Jugendlichen werden für das ausgezeichnet, was sie tun im Miteinander, in der Hilfe für Ausgegrenzte. Dies ist genauso wichtig für Europa wie das Politische und das Militärische.“ In der Zusammenarbeit mit jungen Menschen in der Ukraine solle in nächster Zeit weiter konkret überlegt werden, welche Wege zum Frieden gegangen werden können.
Mit Schwarz und Hembrock waren junge Engagierte von „socioMovens“ aus den verschiedenen Projektländern ins Historische Rathaus gekommen. Anna aus Zagreb war eine von drei Vertreterinnen und Vertretern der Initiative, die den Preis von Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender der WWL, entgegennahm. Ihr Engagement gebe ihr so viel mehr zurück, als sie selbst investiere, sagte sie: „Das Engagement hilft mir, die Person zu werden, die ich sein möchte.“
Münsters Bischof Dr. Heiner Wilmer, der unter den Gästen war, freute sich über den Jugendpreis für „socioMovens“: „Diese jungen Menschen sind großartig, weil ihnen klar ist: Frieden kommt nicht automatisch, er fällt nicht vom Himmel. Wir müssen etwas tun. Frieden entsteht vor allem dann, wenn wir Grenzen überschreitend miteinander sprechen und zusammenhalten.“
Gudrun Niewöhner
