Delegierte aus dem Bistum bewerten Stuttgarter Treffen unterschiedlich
Eine in den Bewertungen recht unterschiedliche Bilanz haben Delegierte des Bistums Münster im Rückblick auf das dritte Treffen im Rahmen des Dialogprozesses "Im heute glauben" gezogen, das am Sonntag (15. September 2013) in Stuttgart zu Ende gegangen ist.
Inhaltlich stand dort die Liturgie im Mittelpunkt, also der Gottesdienst in all seinen Ausprägungen.
"Die Liturgie muss stärker mit dem Leben der Menschen verbunden werden" – dies bezeichnete Pater Manfred Kollig, Hauptabteilungsleiter Seelsorge im Bischöflichen Generalvikariat, als eines der zentralen Themen des Treffens. Als weitere Schwerpunkte machte Kollig die "Notwendigkeit einer Vielfalt von Gottesdienstformen" und "einer besseren liturgischen Bildung für alle" aus. Insgesamt habe das Gesprächsforum ihn "darin bestärkt, dass wir mit den Vereinbarungen, die wir in unserem Pastoralplan zur Liturgie getroffen haben, auf einem guten Weg sind".
Ähnliche Kernpunkte benannte auch Notburga Heveling, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken, das für die katholischen Verbände mit ihren rund 500.000 Mitgliedern im Bistum spricht. Sie betonte, dass sich bereits "viele kompetente Menschen in der Liturgie einbringen". In Hevelings Augen blieb die zentrale Frage offen, wie die Themen der Gesprächsforen in der deutschen Kirche weiter entwickelt und umgesetzt werden können: "Mir fehlt die Bündelung und Zuspitzung, die Vereinbarung darüber, was mit den ‚Ergebnissen‘ geschieht und wie es im Gesamtprozess weitergeht", sagte Heveling.
Diese skeptische Einschätzung teilte Alexandra Karmann, Lehrerin aus Münster, die auch in Diözesanverbänden der katholischen Jugend aktiv ist. Während Heveling noch konstatierte, das Gesprächsforum habe "eine Vergewisserung über den zentralen Stellenwert der Liturgie gebracht", bezeichnete Karmann es als "völlig illusorisch, das Thema Liturgie innerhalb von 24 Stunden in seiner vieldimensionalen Art zielgerichtet zu besprechen". Mit einer anderen methodischen Umsetzung, weniger langen theologischen Einleitungen und einer Reduzierung des Themas auf die drängenden Fragen hätten "sicherlich sehr konkrete Impulse und Arbeitsaufträge in die Bischofskonferenz" gegeben werden können: "Diese Chance wurde vertan", brachte Karmann ihre Sichtweise auf den Punkt.
Pater Manfred Kollig dagegen machte durchaus Greifbares aus. So sei übereinstimmend angemahnt worden, "dass die Texte des zu erwartenden neuen Messbuchs die Menschen berühren müssen". Gemeinsam sei auch eine "Sehnsucht der Menschen nach einer Perspektive" festgestellt worden, "die über das hinausgehe, was Menschen selbst leisten" könnten. Dies zeige sich beispielsweise im Wunsch nach dem Segen, der quer durch alle Generationen und in allen Lebenssituationen artikuliert werde. Ein vielfach geäußerter Wunsch sei auch gewesen, in eine "Weiterentwicklung der Liturgie möglichst viele Menschen aus unterschiedlichen Lebens- und Sozialräumen einzubeziehen".
Mit dem Stuttgarter Treffen hat der Dialogprozess in der katholischen Kirche seine Halbzeit erreicht. Gestartet worden war die auf fünf Jahre angelegte Gesprächsinitiative in 2010.
Text: Bischöfliche Pressestelle
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