
Eingerüstet ist derzeit der Turm der Walbecker St.-Nikolaus-Kirche.
© Bistum MünsterPfarrer Arndt Thielen: „Ich bin schon von vielen Menschen angesprochen worden, warum die Kirche eingerüstet ist. Mit der Sanierung wollen wir die historische Bausubstanz langfristig sichern, damit die Kirche auch künftig genutzt werden kann.“ Eingedeckt wird der Turm mit Schiefer, der aus einem spanischen Steinbruch stammt, wie Dachdecker Tom Schauerte erläutert. Pro Quadratmeter kommen rund 40 Kilo Schiefer zusammen, so dass insgesamt rund zwölf Tonnen des Natursteins für die Eindeckung benötigt werden.
Bei Untersuchungen war festgestellt worden, dass sich an zahlreichen Stellen Schiefersteine gelöst hatten oder bereits herabgefallen waren. Besonders betroffen waren die Ost- und Nordostseite des Turms. Aufgrund der Vielzahl der Schäden reichten Reparaturen nicht mehr aus. Deshalb wird die Turmeindeckung nun vollständig erneuert. Gleichzeitig werden die Blitzschutzanlage und die Beleuchtung im Turmbereich modernisiert. Für die Arbeiten musste der Kirchturm vollständig eingerüstet werden. Im Zuge der Arbeiten werden Öffnungen im Turm gesichert, um das Eindringen von Vögeln zu verhindern. Zudem werden Verschmutzungen und Nistmaterial entfernt sowie einzelne Bauteile im Turm instandgesetzt.
Die St.-Nikolaus-Kirche gehört zu den prägenden Bauwerken Walbecks. Die zweischiffige Backsteinkirche geht in ihren Ursprüngen auf das 14. Jahrhundert zurück, eine Inschrift an der Nordseite des Turms datiert auf das Jahr 1432. Romanische Vorgängerbauten sind archäologisch nachgewiesen. Bekannt ist die Kirche unter anderem für ihr monumentales Orgelprospekt – also die Schauseite der Orgel - aus dem Jahr 1752 sowie für die farbintensiven Fenster des Künstlers Joachim Klos, die Ende der 1960er-Jahre gestaltet wurden.
Christian Breuer

