
Der Diözesanrat ist das oberste synodale Mitwirkungsgremium des Bistums mit gewählten und berufenen Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen des kirchlichen Lebens. Im Falle einer Vakanz des Bischofsstuhls löst sich der Diözesanrat satzungsgemäß auf. Das war nach dem Rücktritt des emeritierten Bischofs Dr. Felix Genn im März 2025 der Fall. Nach dem Amtsantritt von Bischof Dr. Heiner Wilmer wird sich der Diözesanrat 2027 neu bilden.
Der Kirchensteuerrat ist das zentrale Gremium der Finanzmitverantwortung auf Bistumsebene. Er vertritt die Kirchensteuerzahlerinnen und -zahler und wirkt bei wichtigen Entscheidungen zur Verwendung der Kirchensteuermittel mit. Besetzt wird der Kirchensteuerrat durch verschiedene kirchliche Gremien.
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Sitzung standen die Haushaltsplanung 2027 für den nordrhein-westfälischen Bistumsteil und der Austausch über die mittelfristige wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung. Über den Haushaltsentwurf 2027 informierte Rainer Decker, Leiter des Sachgebiets Haushaltsmanagement. Demnach gehe man von Erträgen von rund 779 Millionen Euro und Aufwendungen von 783 Millionen Euro aus. Wesentliche Grundlage der Finanzierung bleibe die Kirchensteuer mit veranschlagten Einnahmen von 477 Millionen Euro. Im Hinblick darauf nannte Decker die wirtschaftliche Entwicklung und die Kirchenaustritte als Risikofaktoren.
Decker präsentierte außerdem die Haushaltsrechnung 2025. Anders als erwartet, falle der Jahresabschluss mit einem Plus von 14 Millionen Euro positiv aus. Das führte er unter anderem als etwas gesunkene Personalkosten und auf noch nicht umgesetzte Bauprojekte zurück, für die die Mittel in den Haushalt 2026 übertragen worden seien. Zu Fortsetzung und Intensivierung des eingeschlagenen Sparkurses rief Ulrich Hörsting, Leiter des Fachbereichs „Finanzen und Bauen“, die Gremien auf.
Über die weltkirchliche Projektförderung im Haushaltsjahr 2025 berichtete Mariya Sharko, Leiterin des Sachgebiets Globale Zusammenarbeit. Sie plädierte für ein „Dranbleiben, auch wenn es schwierig wird“ und betonte, es gehe um mehr als finanzielle Hilfe, sondern auch darum, miteinander verbunden zu bleiben. „Weltkirchliche Förderung ist kein Luxus, sondern macht Solidarität sichtbar und wirksam“, sagte Sharko.
Des Weiteren informierte Christian Wacker, Leiter des Fachbereichs Kirche im Pastoralen Raum, über die zentralen laufenden Veränderungsprozesse im Bistum. Pfarrer Dr. Égide Muziazia informierte über die Arbeit einer Gruppe, die die Umsetzung von Synodalität im Bistum Münster vorbereitet. Abschließend dankte Dr. Frank Möllmann als Moderator des Diözesanrats dessen bisherigen Mitgliedern für ihr langjähriges Engagement in dem Gremium.
Anke Lucht
