Diözesantag 2013
"Best-Practice-Beispiele kirchlicher Kommunikation" – unter diesem Titel stand der achte Diözesantag Öffentlichkeitsarbeit, die am Samstag (14. September 2013) in der Akademie Franz Hitze Haus stattfand.
"Erstmals präsentieren wir während dieser Veranstaltung gelungene Beispiele aus der Praxis", so Martin Wißmann, stellvertretender Pressesprecher des Bistums Münster. In den vorangegangenen Diözesantagen der Öffentlichkeitsarbeit war es um theoretische Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit gegangen oder es wurde in Workshops das Handwerkzeug für die Öffentlichkeitsarbeit vermittelt.
Das Treffen richtete sich an Öffentlichkeitsarbeiter in Pfarrgemeinden als auch an Verantwortliche in kirchlichen Einrichtungen und Verbänden. Mehr als 40 Teilnehmer aus dem Bistum nahmen dieses Angebot an. Vorgestellt wurden ihnen an diesem Tag sechs funktionierende Praxisbeispiele aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit.
So unter anderem das "Seitenschiff" der Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Wesel. Ralf Thier-Hinse, Geschäftsführer im dialogverlag Münster, erläuterte die Herangehensweise der Gemeinde an die neue Publikation. Die Verantwortlichen hatten im Vorfeld der anstehenden Gemeindefusion überlegt, wie das Instrument des Pfarrbriefs auf neue Beine gestellt werden könnte. Dabei wurden zahlreiche Zielvorstellungen formuliert. So sollte die neue Publikation möglichst viele, auch kirchenferne Mitbürger, erreichen, oder es sollte auch zeigen, wie das katholische Leben in Wesel verankert ist. Schließlich sollte eine "kirchliche Verteilzeitung" diese Ziele umsetzen. Gemeinsam mit dem dialogverlag in Münster erstellt das Redaktionsteam dreimal im Jahr diese Zeitung, die in einer Gesamtauflage von 30.000 Exemplaren erscheint und an alle Haushalte in Wesel verteilt wird. Seit zwei Jahren existiert das "Seitenschiff" in Wesel und hat den Status der Projektphase verlassen und gehört zum festen Bestandteil der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit in Wesel.
Sebastian Sczesny, Lehrer am St.-Josef-Gymnasium in Bocholt, zeigte anschaulich, wie projektbezogen multimediale Öffentlichkeitsarbeit vor Ort funktionieren kann. Die Schule war im vergangenen Jahr 1000 Schülern in Rom. Gemeinsam mit dem lokalen Zeitungsverlag, dem Lokalradio und dem Lokalfernsehen war die Schule in Bocholt während der Reise auf allen Kanälen präsent. Ob Zeitung, Lokalfunk oder Internet – hier führten alle medialen Wege nach Rom.
Dass die Öffentlichkeitsarbeit zunehmend in den elektronischen Medien stattfindet, zeigten zwei weitere Beispiele an diesem Tag. So unter anderem ein "Firmblog" in Ramsdorf. Mit diesem Internettagebuch wurde der klassische Weg der Firmkatechese ergänzt. Neben den Gruppenstunden fand ein weiterer Austausch der Firmanden im Internet, im Blog statt. Diskussionsbeiträge, Kommentare, Bilder oder Videos – die Bandbreite der Möglichkeiten wurden von den Jugendlichen angenommen.
Ein für Pfarrgemeinden sicherlich neuen Weg ist auch die St. Nikolausgemeinde in Münster gegangen. Ihnen reichte eine klassische Internetpräsenz mit der Pfarrgemeinde nicht mehr aus, wie Pastoralreferent Sebastian Reimann erläuterte. "Die Arbeit mit sozialen Netzwerken im Internet wird immer mehr zur Basis-Kommunikation", so Reimann. Darüber hinaus nutzt die Gemeinde Blogs und Twitter für größere Events und Projekte. "Sich der Kommunikation in diesen Kanälen zu verweigern, bedeutet einen Teil der Gemeindemitglieder aus dem Blick zu verlieren", erklärte der Pastoralreferent. "Vom Copy-Shop in den App-Store", erläutert Reimann die weitere Entwicklung. Die Gemeinde hat eine eigene App für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets entwickelt. Die Nutzer sind so immer über aktuelle Termine und Veranstaltungen der Gemeinde informiert und finden schnell den Kontakt zu den Seelsorgern oder erhalten eine Übersicht über alle Einrichtungen der Gemeinde.
Die Praxisbeispiele zeigten den Teilnehmern deutlich, mit welch unterschiedlichen Mitteln die Öffentlichkeit am Ort erreicht werden kann. In intensiven Gesprächen untereinander hatten die Teilnehmer zu dem die Möglichkeit, sich auszutauschen und jede Menge neuer Ideen auf die Heimreise zu nehmen.
Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle[at]bistum-muenster.de
