DJK-Sportler werden mit Wilhelm-Frede-Medaille ausgezeichnet

, Kreisdekanat Kleve

Die Sportler, die zum Turnier auf dem Wilhelm-Frede-Sportplatz direkt neben dem Klever Tiergarten kommen, schauen verwundert auf das mit Blumen geschmückte, offensichtlich schon ältere Foto auf dem kleinen Holztisch. Wer genau hinschaut, erkennt die Ähnlichkeit mit dem Porträt Wilhelm Fredes, das nicht weit entfernt in der Wand verankert ist.

Für ehrenamtliche Verdienste im Sinne Wilhelm Fredes hat der Frede-Kreis zwei Medaillen an verdiente Ehrenamtler der DJK Rhenania Kleve verliehen.

© Bistum Münster

Erst in den frühen Abendstunden wird klar, warum das Foto des Namenspatrons aufgestellt ist. In einer Turnierpause ergreift Diakon Michael Rübo das Mikrofon und erzählt über die Ideale jenes Mannes, der sich dem Nazi-Terror nicht beugen wollte und schließlich verhaftet und im Konzentrationslager Sachsenhausen zu Tode gefoltert wurde. Noch heute stehe er dafür, anderen Menschen mit Toleranz und Respekt zu begegnen. Während in Münster der Seligsprechungsprozess laufe, wolle man bei der DJK Rhenania Kleve die Tradition wieder aufleben lassen, Menschen im Sinne Fredes mit einer eigens geprägten Medaille zu ehren.

Die Überraschung ist den Sportlerinnen und Sportlern anzusehen, umso mehr, als Rübo als Mitglied des Wilhelm-Frede-Kreises Elisabeth Liebeton und Pejman Amiri zu sich ruft. Beide haben sich um die sportlich sehr aktive Abteilung der Ringer verdient gemacht, „dort sind rund 60 Mitglieder aus verschiedenen Nationen aktiv, die teils untereinander im Krieg liegen. Doch bei uns ringen sie miteinander, aber nicht gegeneinander“, wie Rübo unter dem Applaus der Zuschauerinnen und Zuschauer betont. Elisabeth Liebeton und Amiri seien Vorbilder im Sinne Fredes, sie würden seine Ideale in der heutigen Zeit verkörpern.

Das gelte ebenso für Fußball-Trainer Thorsten Dorißen, den Rübo ebenfalls zu sich ruft und ihm eine zweite Medaille verleiht. „Gerade in der Corona-Zeit hast Du den Zusammenhalt gepflegt und Du hast verstanden, welches Potenzial wir haben, wenn wir uns den Studierenden der Hochschule und Geflüchteten öffnen. So ist es gelungen, ein Team aus ganz unterschiedlichen Charakteren aufzustellen“, lobt der Diakon, wiederum unter dem Applaus der Anwesenden.

Es ist zwar nur eine kurze Feierstunde, doch für die Teilnehmer ist der Mann auf dem Foto greifbarer geworden. Auch dank einer kurzen Biographie Fredes, aufgeschrieben und vorgetragen vom ehemaligen DJK-Vorsitzenden Theo Broekmans. Die Medaille, mit der Engagement gegen Hass und Ausgrenzung geehrt wird, solle nun wieder regelmäßig verliehen werden, kündigt Rübo an.

Christian Breuer