Domkustoden feiern 40jähriges Jubiläum

Mit einem Dankgottesdienst hat die Gemeinschaft der Domkustoden – das sind die freundlichen Helfer und Hüter in der Bistumskathedrale – am Dienstag ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert.

Dompropst Kurt Schulte und Pfarrer Bernward Dyckhoff, der geistliche Beirat der Kustoden, standen der Eucharistiefeier im Paulusdom vor. Dankbarkeit und Lob standen im Mittelpunkt dieses feierlichen Gottesdienstes.

"Freude und Dank bestimmen diesen Tag", Dompropst Kurt Schulte zu Beginn seiner Predigt: "Dank für Ihr Engagement und Freude darüber, dass Ihre Gemeinschaft hier am Dom ehrenamtlich tätig ist". Schulte überbrachte auch die Glückwünsche und den Dank des Domkapitels und von Bischof Dr. Felix Genn. "Wenn wir Sie nicht schon seit 40 Jahren am Dom hätten, müssten wir Sie heute neu erfinden", fuhr er fort. Die Kustoden seien wichtig für den Dom – und würden immer wichtiger.

"Sie als Kustoden sind das Gesicht der Kirche", stellte Schulte heraus. "Sie heißen als Boten des Evangeliums die Besucher hier willkommen, begleiten sie, vielleicht ermahnen Sie sie auch, aber lassen die Besucher vor allem spüren: Du bist uns hier willkommen", sagte der Dompropst: "Gott heißt uns alle willkommen, ist offen ist für jeden, so wie auch der Dom seine Türen für jeden weit geöffnet hat."

Die Gemeinschaft der Domwächter oder Hüter, abgeleitet vom lateinischen Wort custos, wurde vor 40 Jahren vom damaligen Münsterschen Bischof Heinrich Tenhumberg gegründet. Zunächst bestand ihre Hauptaufgabe darin, die Würde des sakralen Raumes zu wahren und zu achten. Doch das habe sich im Laufe der Zeit geändert, erläuterte Schulte: "Wir leben in einer Zeit, in der viele mit der christlichen Tradition nichts mehr anfangen können, den Dom nur noch als Museum oder historisches Gebäude sehen und keinen Bezug mehr zum Glauben haben".

Domkustoden müssten heute in erster Linie Vermittler sein, nicht Aufpasser und zudem persönlich Zeugnis geben vom Glauben, beschrieb der Dompropst: "Mit Ihrem Dienst können Sie den Menschen einen ‚Blick dahinter‘ ermöglichen, damit sie nicht nur das schöne Bauwerk bewundern, die Kunstwerke, nicht bei dem Vordergründigen verweilen, sondern erkennen: Dieser Dom steht für etwas, für einen Gott, der die Nähe der Menschen sucht, unter ihnen wohnen möchte." Daher sei es auch eine Aufgabe der Kustoden, die Kunstwerke im Dom zu entschlüsseln und zu erklären, was sich zum Beispiel mit der Steinskulptur der Heiligen Christophorus im vorderen Bereich des Hohen Doms auf sich habe.

"Wir geben keine Führungen", erklärt Bernhard Tebbe, seit 1996 Domkustode, "aber gerne Auskunft, wenn wir gefragt werden." So sei er im Laufe der Jahre zum "Domexperten aus Erfahrung" geworden. Der gebürtige Münsteraner musste auch nicht lange überlegen, als er damals gefragt wurde, ob er den Job nicht ehrenamtlich machen wolle. "Ich war immer schon katholisch unterwegs und habe Freude daran, mit Gott und der Welt in Kontakt zu kommen." Die Hauptaufgabe sieht der 79jährige darin, für Ordnung zu sorgen, für Ruhe, und die Besucher anzuhalten, sich der Würde des Ortes entsprechend zu verhalten. "Denn wir sind hier nicht im Museum, sondern in einer Kirche."

Text: Bischöfliche Pressestelle
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