Dompropst Josef Alfers in den Ruhestand verabschiedet

Nach 18 Jahren als Leiter des Domkapitels und ‚Hausherr’ des St-Paulus-Doms in Münster ist Dompropst Josef Alfers an Christi Himmelfahrt in den Ruhestand verabschiedet worden. Weil die Gesundheit nicht mehr die beste ist, hatte der 73-Jährige Bischof Dr. Felix Genn zwei Jahre vor Erreichen der Altersgrenze hierum gebeten, und der Bischof hatte dem zugestimmt.

Zum Ende seiner Amtszeit wurde am Donnerstag, 9. Mai eine Vesper im Dom gefeiert, der der scheidende Dompropst selbst vorstand. Im Anschluss gab es einen kleinen Empfang im Bischöflichen Priesterseminar Borromäum.

Die Predigt in der Vesper hielt Bischof Genn. Er betonte, dass das Ende der Amtszeit von Josef Alfers als Dompropst nicht nur ein Einschnitt in dessen Leben, sondern auch einer in der Geschichte des Münsteraner Domkapitels sei. "Der Dienst des Dompropstes ist ein sehr nüchterner Dienst", sagte der Bischof. Im Alltag habe der Dompropst viel mit Verwaltungsaufgaben und mit der Ordnung der Gottesdienste im Dom zu tun. Sein Dienst, so sagte der Bischof weiter, sei in ganz besonderer Weise mit dem Auftrag verbunden, den der Dom erfülle: "Der Dom soll ein Ort der Anbetung und Verherrlichung Gottes sein." Ohne Menschen, die im Dom Gottesdienste feierten und Zeugen für das Ostergeschehen seien, sei er ein toter Raum. Der Dom sei ein ganz besonderer Ort, der deutlich mache: "Wir sind gemeinsam Kirche und stehen zusammen in der Zeugenschaft des Auferstandenen." Daher passe es auch gut, die Verabschiedung des Dompropstes, in die Feier der Vesper an Christi Himmelfahrt einzubinden. "Heute applaudiert die Kirche Gott", sagte der Bischof in Bezug auf den Psalm "Ihr Völker alle, klatscht in die Hände". Denn nun habe es Gott geschafft und den Tod besiegt.

Bei der Feier im Borromäum griff Generalvikar Norbert Kleyboldt, der als Domdechant zugleich auch der Stellvertreter des Dompropstes ist, den Auftrag Jesu aus dem Lukas-Evangelium auf: "Bleibt in der Stadt!". "Bleiben und Hinausgehen", so sagte der Generalvikar, das sei die Spannung, in der die Christen bei ihrer Sendung stünden. Wichtig sei, dass die Kirche in der Welt stehe und bleibe. Gerade nach der Renovierung der letzten Jahre sei der St.-Paulus-Dom in Münster "ein kräftiges Zukunftszeichen für unser angemessenes Bleiben in der Stadt." Engagiert und glaubwürdig habe Dompropst Alfers die Hauptverantwortung für die Renovierung getragen, als "pflichtbewusster Hausherr und leidenschaftlicher Liebhaber des Doms." Eng habe er als Dompropst stets an der Seite des vor kurzem verstorbenen Bischofs Reinhard Lettmann und auch an der von Bischof Genn gestanden. Zu seinen besonderen Verdiensten gehöre auch, dass die Dommusik in seiner Amtszeit sehr an Profil gewonnen habe. "Menschennah, freundlich, einladend, verbindend und verbindlich", so beschrieb der Generalvikar den scheidenden Dompropst und dankte ihm, dass er seinen Dienst immer als "Dienst an den Menschen" verstanden habe. In seinen Predigten im Dom habe er deutlich gemacht, "wie Gott in unserer Zeit gegenwärtig ist." Im Anschluss an die Ansprache des Generalvikars zeigte Diözesanbaudirektor Georg Wendel fast 180 Fotos von der Domrenovierung.

Josef Alfers zeigte sich "tief bewegt" von den Würdigungen. Er dankte insbesondere Bischof Genn und dem Domkapitel für das stets gute Miteinander. In seinen Dank schloss er neben Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, der an der Feier teilnahm, auch alle haupt- und ehrenamtlich am Dom Tätigen ein und alle, "die in irgendeiner Weise Kontakt zum Dom haben." Gerade die Domrenovierung habe ihm gezeigt, "wie sehr die Münsteraner ihren Dom lieben." Die Renovierung habe ihm trotz aller Arbeit "sogar Spaß gemacht" und sei ein gutes Beispiel dafür: "Wenn man gut miteinander zusammenarbeitet und sich menschlich begegnet, kann man viel Kreatives bewegen." Die Feier im Borromäum wurde musikalisch umrahmt von Yvonne, Dominique und Ulrich Grimpe.

Josef Alfers wurde am 8. April 1940 in Gescher im Westmünsterland geboren. Am 1. März 1970 wurde er zum Priester geweiht, übernahm eine Kaplansstelle in Bocholt und wurde später Diözesanpräses der Katholischem Landvolk- und Landjugend-Bewegung. In diesem Verband wechselte er 1976 auf die nationale Ebene und wurde Bundeskurat der KLJB. Nächste Station war die erste eigene Pfarrstelle im Kreisdekanat Steinfurt: Alfers wurde 1981 Pfarrer in Burgsteinfurt und Kreisdechant. Zwölf Jahre später berief ihn Bischof Reinhard Lettmann nach Münster. Alfers wurde Geistlicher Rat, Domkapitular, Stellvertretender Generalvikar, Leiter der Fachstelle Orden und Säkularinstitute und Rundfunkbeauftragter des Bistums. Als Dompropst trat er 1995 die Nachfolge von Heinrich Mussinghoff an, der Bischof von Aachen wurde. Von 1999 bis Mitte 2009 war Josef Alfers auch Finanzchef des Bistums Münster.

Text: Bischöfliche Pressestelle
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